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    Jochen Schimmang – Das beßte, das wir hatten

    Nachruf auf die Bonner Republik als liberale Idylle. Das lässt zwar die deutsche Terror-Hysterie in den Siebzigern außen vor, aber aus der Perspektive der beiden gesettleten Intellektuellen Gregor und Leo ist es nachvollziehbar. Dann kehrt die Geschichte zurück. Die deutsche Einheit weckt außenpolitische Machtansprüche, und die „neue Normalität“ wird ideologisch beglaubigt: Deutschland ist wieder wer […] mehr…

  • Gene Simmons - Sex Money Kiss

    Gene Simmons - Sex Money Kiss

    Simmons versucht sich hier als knochenharter calvinistischer Motivationslehrer und neoliberaler Wirtschaftsratschläger. Das geht voll in die Hose. Offenbar denkt er tatsächlich, der erfolgreiche Geschäftsmann wäre auch nur halb so unterhaltsam wie „The Demon“. Von den schlimmen Dingen, die Rockbands angeblich so gern tun, schweigt der Kavalier, hier wird auch nicht mit der Zunge gewedelt und […] mehr…

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    Sascha Hommer – Vier Augen

    Feiner Coming-of-Age-Comic, der den für dieses Sujet offenbar unvermeidlichen lakonischen Realismus ins Fantastische erweitert. Sascha, der adoleszente Erzähler, kuriert seine altersgemäße Melancholie und existenzielle Unsicherheit ebenso altersgemäß mit dem Genuss von Rauschdrogen. Wie schon in der psychedelischen Post-Romantik der späten Sechziger tritt nun der mit der chemischen Rakete erkundete inner space als gleichberechtigte Wirklichkeit dem […] mehr…

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    David Peace – Tokio im Jahr Null

    Der innere Monolog eines kaputten, tablettensüchtigen, von den Erlebnissen im 2. Weltkrieg zutiefst traumatisierten, korrupten Bullen, dem seine Identität zwischen den dreckigen Fingern zerrinnt. Der Krimi-Plot ist nur ein Alibi für den Autor, um seinen Anti-Helden Inspektor Minami durch das verbrannte, physisch wie moralisch heruntergekommene Tokio nach der totalen Kapitulation schicken zu können. Peace malt […] mehr…

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    Paul Beatty – Slumberland - BRD -Sampling

    Ferguson W. Sowell (geschrieben „so well“, gesprochen „Soul“) alias DJ Darky verdingt sich als Plattenaufleger und Gelegenheitskomponist von Porno-Soundtracks, darüber hinaus ist er ein sonisches Genie. Sein „phonographisches Gedächtnis“ vergisst niemals ein Geräusch, einen Sound, eine Note. Seinen Abschluss an der Musikhochschule macht er mit einer Neufassung von Händeis „Messias“, die er komplett aus Samples […] mehr…

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    Georg Brunold – Nichts als die Welt

    Der Titel ist Programm: „Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren“ und allen Weltgegenden versammelt dieser Foliant. Ein gewagtes Unterfangen, denn jeder wird hier irgendwen vermissen (ich zum Beispiel Altenberg und Tucholsky), und je näher man der Gegenwart kommt, umso willkürlicher wird es sowieso. Aber in welchem Buch der letzten Jahre konnte man Entdeckungen in einer […] mehr…

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    Terminator – Die Erlösung

    Governator Arnold Schwarzenegger konnte von Amts wegen nicht mehr, aber zumindest das Stahlskelett des T-800 hat noch mal einen kurzen Auftritt. Der vierte Teil ist ein Prequel, obwohl er in der Zukunft beziehungsweise Gegenwart spielt, weil er den Ausgangspunkt für die vorherigen, in der Vergangenheit angelegten Filme schildert. Christian Bale führt mit grimmigem Blick als […] mehr…

  • Toy Boy

    Toy Boy

    Der Kinostart für Mackenzies („Hallam Foe“) voyeuristischen Blick auf die Trostlosigkeit und Kälte der Schönen und Reichen wurde kurzfristig gekippt. Tatsächlich taugt die Geschichte vom Gigolo Nikki (Ashton Kutcher), der sich von alternden einsamen Frauen aushalten lässt und an der Liebe scheitert, nur wenig. Allein in der ersten halben Stunde vergnügt Kutcher sich freizügig und […] mehr…

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    Tödliches Kommando – The Hurt Locker

    Wie ein Tiefseetaucher wankt der Mann über den staubigen Platz. Unter seinem gepanzerten Anzug hört man ihn nicht nur keuchen, man glaubt, seinen Angstschweiß riechen zu können. James (Jeremy Renner) hat als Bombenexperte in Bagdad den härtesten Job der Welt, den er mit fatalistischem Humor erledigt. Er säuft, sammelt Zünder, fühlt sich auf Heimaturlaub bei […] mehr…

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    Ice Age 3: Die Dinosaurier sind los

    Wie schon 2006 beim zweiten Teil hat Regisseur Saldanha mit neun Millionen Zuschauern auch 2009 den in Deutschland erfolgreichsten Film vorgelegt. Erstaunlich, denn die Originalität der Figuren hat sich inzwischen abgeschliffen, die amüsanten Macken werden nur noch verwaltet. Um die Ideen-Armut auszugleichen, wird erheblich mehr Tempo gemacht. Fast jede Szene ist für die 3D-Effekte ausgelegt. […] mehr…

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    Brüno

    Brüno war schon ein Star, bevor der Film überhaupt ins Kino kam. Anders als bei „Borat“ blieben die Guerilla-Aktionen des Ganzkörper-Komikers Sacha Baron Cohen nicht lange unentdeckt. Jede wurde sofort zur Nachricht. Zudem suchte er als schwuler Modejournalist aus Österreich auch eine größere Öffentlichkeit zwischen Mailand und Hollywood. Es gibt geniale Momente der Entlarvung und […] mehr…

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    Slumdog Millionär - Weltmärchen

    Acht Oscars, darunter für den besten Film und die beste Regie: Der Erfolg des Films ist so märchenhaft wie seine Geschichte. Die Brüder Javed und Jamal werden nach dem Mord an ihrer Mutter zu Waisen, geraten in die Fänge von brutalen Kinderhändlern, ziehen jahrelang durch halb Indien und entzweien sich, als der hitzköpfige Javed (Machur […] mehr…

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    Die Tür - Start: 26.11.

    Wer ein paar einfache Regeln beachtet, kann auch in Deutschland einen stimmigen Genrefilm inszenieren wie hier Anno Saul („Kebab Connection“) mit diesem Mystery-Drama. Der Maler David (Mads Mikkelsen) gibt sich seiner Affäre mit der Nachbarin Gia (Heike Makatsch) hin, als seine kleine Tochter Leonie im Gartenpool ertrinkt. Fünf Jahre später lebt er von seiner Ehefrau […] mehr…

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    Küss den Frosch - Start: 10.12.

    Der Zeichentrickfilm gilt als tot, und schuld daran ist auch John Lasseter, der 1995 mit „Toy Story“ von Pixar den ersten am Computer erzeugten Animationsfilm drehte. Seit der Fusion mit Disney ist er nun Chef der Animationsabteilung und damit Teil einer Tradition, die auch ihn einst geprägt hat. Beides verpflichtet und hat zur Wiederbelebung der […] mehr…

  • Zombieland

    Zombieland - Start: 10.12.

    In „Angriffsziel Moskau“ behauptete Walter Matthau, bei einem Atomschlag würden nur die Beamten überleben, weil ihre Aktenstapel so hoch seien. Die moderne Entsprechung dazu ist der Nerd. Einer wie Columbus (Jesse Eisenberg), der Tage und Nächte am Computer „World Of Warcraft“ spielt und verpasst, wie die Welt von Zombies überrannt wird. Als jedoch der unverhoffte […] mehr…

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    Grips In The City - Start: 3.12.

    Dies werde nicht der Wohlfühlfilm des Jahres, droht Boris Yellnikoff (Larry David) am Anfang und belegt die Warnung mit einem sarkastischen Monolog, den er selbstgefällig direkt in die Kamera spricht. Er schimpft gegen verkrustetes Denken, verlogene politische Korrektheit, Amerika, ja gegen die ganze Menschheit. Danach ist einem klar: Dies wird einer von Woody Allens besten […] mehr…

  • Wo die wilden Kerle wohnen

    Wo die wilden Kerle wohnen - Start: 17.12.

    In den zehn Jahren seit seinem skurrilen Kunstwerk „Being John Malkovich“ hat Spike Jonze mit „Adaption“ nur einen Spielfilm gedreht. Die Verfilmung des gleichnamigen, wegen seiner antiautoritären Aussage in den 60er Jahren umstrittenen Bilderbuchs passt nun perfekt zu dem kreativer Kindskopf. Der kleine Max (Max Records) hat eine ebenso unbändige Fantasie wie Energie. Seine allein […] mehr…

  • Soul Kitchen

    Soul Kitchen - Hamburg, heiß und fettig /…

    Mit seinem sechsten Spielfilm war Akin zum Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig eingeladen worden, wo er den Spezialpreis der Jury gewann. Nur, weil die Komödie gewiss keine cineastische Offenbarung ist. Trotzdem, weil wenige Regisseure so impulsiv, lebendig, einfallsreich, frech und innig Kino atmen. Seine in knackigen 99 Minuten erzählte Geschichte am Rande des Nervenzusammenbruchs wirkt, […] mehr…

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    Various Artists – Dim Lights, Thick Smoke & Hillbilly Music 1951-55

    Tom Pettys abfällige Bemerkung, was heute unter der Bezeichnung Country Music gesendet und gekauft werde, sei weithin allenfalls „bad rock music with a fiddle“, mögen Fans der Gattung mit einigem Ingrimm registriert haben. So ganz falsch liegt er damit trotzdem nicht. Eine durchaus ähnliche und in den Parallelen bemerkenswerte Entwicklung hatte diese Musik allerdings schon […] mehr…

  • U2 - The Unforgettable Fire

    U2 - The Unforgettable Fire

    Das frühe Meisterwerk der Iren, neu aufgelegt mit Bonus-Material Zu kaum einer Band passt die grassierende Verboxung besser als zu U2. Im kardinalsroten Schuber mit Goldband sieht „The Unforgettable Fire“ noch imposanter aus, als es sowieso schon angelegt war. Anton Corbijns ikonografische Schwarzweiß-Postkarten zeigen vier ernste Typen, die immer in die Ferne blicken – als […] mehr…