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    Cliff Richard & The Shadows – Reunited

    Wären diese Hit-Remakes zur Farewell-Tour peinlich ausgefallen, hätte kaum jemand gestaunt, immerhin gelang Cliff Richard in der zweiten Hälfte seiner über 50-jährigen Karriere nichts Hörenswertes mehr, und seine glanzvolle Zeit mit den Shadows liegt noch viel weiter zurück. So überrascht, dass sich die Britpop-Pioniere anständig aus der Affäre ziehen. Der Bass hüpft zu agil, Hank […] mehr…

  • Slayer, World Painted Blood, Cover

    Slayer - World Painted Blood

    „World painted blood, no sanctuary“, belfert Tom Araya im Titelsong, einer neuerlichen Hackepeter-Etüde über die Apokalypse, die man so gegen 2012 zu erwarten habe, aber frage nicht nach Sonnenschein. Das ist wieder mal etwas für die Stammkunden an der Marmortheke. Darf es noch etwas mehr sein? Ja, abgesehen davon gehe es, gab Araya vorab zu […] mehr…

  • Wolfmother -  Cosmic Egg

    Wolfmother – Cosmic Egg

    Als ich die Musiker von Wolfmother zum ersten Mal auf einem Foto sah, war ich bitter enttäuscht: Wie kann es sein, dass diese erdschweren Riffs, diese giftmülldreckigen Bass-Gitarre-Doppelschläge von zwei kurzhaarigen Bürschchen und einem (immerhin!) Mark-Farner-Doppelgänger gespielt werden? Hätte man denen nicht wenigstens Perücken aufsetzen und Barte ankleben können? Das dachte sich vermutlich auch der […] mehr…

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    Thirty Seconds To Mars – This Means War

    Jared Leto hat einen Sinn fürs Theatralische, das ist nicht schwer zu erkennen. Leto war zuerst Schauspieler, dann Rockstar – man kriegt die beiden Karrieren nicht gut zusammen, sieht mal den adretten Hollywood-Star, mal den Rocker mit ungekämmten Haaren und dunklem Leder. Ist es nur eine Rolle? Wenn ja, spielt Leto sie sehr hingebungsvoll. Doch […] mehr…

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    Sting – If On A Winter’s Night…

    Es wäre nicht überraschend, wenn Daniel Barenboim dirigieren und Anna Netrebko mitsingen würde. Sting vollendet mit dieser Sammlung von Winterliedern, was seinen Platten seit „Nothing Like The Sun“ eingeschrieben ist: Dies ist kein Pop! Und „If On A Wintern Night…“ erscheint bei der Deutschen Grammophon, dem renommiertesten Label der Welt. Vergiss A&M! Sting kann Spott […] mehr…

  • Xavier Naidoo - Alles kann besser werden

    Xavier Naidoo – Alles kann besser werden

    Xavier gegen den Rest der Welt: Tiraden voll maßloser Hybris Das hätte Xavier besser wissen können: Schaum vor dem Mund versaut die Präzision der Aussage. Und die ungelenk geschwungene Dachlatte sorgt niemals für erhöhte Schlagkraft der nachvollziehbaren Empörung, sondern für Lächerlichkeit. Für Agitprop mit der intellektuellen Strahlkraft von „Alles ist doof“ oder „Gandalffor President“. Aber […] mehr…

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    Gov’t Mule – By A Thread

    Da behaupte noch eine(r), Männer wären nicht multitasking-fähig. Von Warren Haynes ist bisher jedenfalls nicht überliefert, dass er sich jemals in den vielen Licks, Läufen und Riffs verirrt hätte, die er in den letzten Jahren für die Allman Brothers, die Grateful Dead und seine eigene Band gespielt hat. Das hat ihn nicht nur in die […] mehr…

  • Bon Jovi  - The Circle

    Bon Jovi - The Circle

    Der Rock-Ratschlag des Jahres: Vorm Sterben unbedingt leben! Zwei Bands, für die sich der Kreis schließen soll. Bon Jovi wollen endlich wieder Rock machen, Creed wollen einfach wieder irgendwas machen. Bei den älteren Männern geht es gleich mit der stampfenden Single „We Weren’t Born To Follow“ los, die nicht nur bei den Byrds den Titel […] mehr…

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    Spandau Ballet – Once More

    Das Wiederbeleben von musikalischen Highlights der 80er Jahre muss keinen Bierzelt- und Bierbauch-Charakter haben. ABC bewiesen das im April diesen Jahres eindrucksvoll, als sie ihr „Lexicon Of ‚Love“ zusammen mit dem BBC Concert Orchestra in der Londoner Royal Albert Hall aufführten. Wie sich ihre Zeitgenossen von Spandau Ballet bei ihrer „Reformation Tour“ aus der Affäre […] mehr…

  • Weezer - Raditude

    Weezer - Raditude

    Auf das blaue, grüne und rote Album folgt zum Glück kein weißes. Schalk im Nacken, Hornbrille an den Verstärker anschließen, Poesiealbum durchblättern, fertig ist Rivers Cuomos neuer Streich. Der Sänger des in ausgefuchsten Videos stets zu Scherzen aufgelegten Quartetts hat auch auf dem siebten Studioalbum sein Gespür für melodieseligen Powerpop nicht verloren. Doch „Raditude“ will […] mehr…

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    Wells/Schneider/ Whitehead/Morgenstern – Paper Of Pins

    Bill Wells, Stefan Schneider, Annie Whitehead und Barbara Morgenstern kommen aus unterschiedlichsten musikalischen Richtungen. Hier treffen sie sich bei einer Musik, die ebenso Elemente des Jazz enthält, wie sie elektronisch und abstrakt klingt. Whitehead setzt die meisten Akzente zwischen den sacht rollenden Keyboardsounds ihrer Mitmusiker. Doch verglichen mit Robert Wyatts „Cuckooland“, an dem die Posaunistin […] mehr…

  • Kinderzimmer Productions - Over And Out

    Kinderzimmer Productions – Over And Out

    Bis zu ihrer Auflösung 2007 waren Kinderzimmer Productions die klügsten HipHopper Deutschlands. Die Eloquenz und musikalische Virtuosität von Textor und Quasi Modo zeigt auch dieses letzte Konzert vom April 2008: Was auf den sechs Alben nur als Sample erklang, wird hier mit fünf weiteren Musikern live gespielt: Flügel, Cembalo, Melodica, Vibrafon, selbst Chips-Tüten kommen virtuos […] mehr…

  • Cold Cave - Love Comes Close

    Cold Cave – Love Comes Close

    Klingt wie die Sorte Pop, die 1980 auf Vernissagen lief: sehr frigide, sehr minimalistisch, sehr analog-elektronisch. Aber man kann dazu tanzen, immerhin. Der Titelsong imitiert New Order, „Heaven Was Full“ ist ein Plagiat der frühen Human League. Mit spröde-eingängigem Maschinen-Pop schaukelt das Quartett um Wesley Eisold auf dem nach wie vor wogenden Revival. „The Trees […] mehr…

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    Tom Waits - Glitter & Doom Live

    Man kann sich Tom Waits natürlich nicht vorstellen ohne sein Schnaufen, sein Keuchen, sein Krächzen. Mit den Jahren hat er seine Manierismen eher noch gesteigert, seine Stimme zu einem Instrument, ja Artefakt gemacht. Die Instrumentierung, nur scheinbar aus der Rumpelkammer, war stets so augesucht wie die Musiker, die Waits‘ sorgsam arrangierte Apokalypsen zu inszenieren hatten. […] mehr…

  • Gunter Gabriel - Sohn aus dem Volk - German Recordings

    Gunter Gabriel - Sohn aus dem Volk –…

    Ein Bekannter hat mir neulich gesagt, der Gunter Gabriel habe doch immer Pech gehabt, weil er ständig an Schlagerproduzenten geraten sei. Keine Ahnung, ob Gabriel selbst das auch so sieht. Aber die Beobachtung ist interessant, weil sie eine generelle Krux in dieser Karriere aufzeigt. Ein ganzes Leben lang hält Gunter Gabriel nun schon das Ideal […] mehr…

  • Tricky - Meets South Rakkas Crew

    Tricky – Meets South Rakkas Crew

    Endlich mal ein Remix-Album, das mit dem Original mithalten kann. Trickys „Knowle West Boy“ ist jedoch kaum noch wiederzuerkennen: Nicht nur „Cross To Bear“ wurde mit Ultra-Bässen und Autotune-Chören zu einem mittleren Erdbeben aufgemotzt. Der Sound der in Orlando residierenden South Rakkas Crew ist grundsätzlich kompromisslos und schwer verzerrt. „Electro-Dancehall“ nennen DJs diesen Stil, den […] mehr…

  • Cliff Richard & The Shadows - Singing The Blues

    Cliff Richard & The Shadows – Singing The Blues

    Auch hier empfiehlt sich die 7″ nicht primär über die Hit-Seite, einer Version des fabelhaften Guy-Mitchell-Evergreens, der es allerdings ein wenig an Verve und Stilwillen gebricht, sondern wegen der Neuaufnahmen von „We Say Yeah“ und „Dancing Shoes“, vor fast 50 Jahren bereits Flipsides, hier immerhin schwungvoll gefeiert. Hank Marvins Fender-Magie, überhaupt die klangliche Brillanz der […] mehr…

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    The Bookhouse Boys – Shoot You Down

    Man muss zuerst über den Berg des mählich schwellenden Intros und pompös brausenden Chors von „Mercy Me“, um in den Genuss des Titelsongs dieser 10″-EP zu kommen. Eine freilich zumutbare Strapaze, denn von da an schwelgt die vielköpfige Formation aus London in einer Atmosphäre aus geisterhaftem Twang, wehklagenden Trompeten und drohendem Dröhnen. David Lynch hätte […] mehr…

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    Alela Diane & Alina Hardin – Alela & Alina

    Auf der Bühne assistiert Alina schüchtern abseits, auf dieser 1O“-EP duettieren die Freundinnen paritätisch an Gitarren und Mikrofon. Sechs Tracks bieten Raum für zages Picking und zauberhafte Harmonies, zur einen Hälfte Eigenkompositionen romantischer Natur, zur anderen leis-beseelte, pastorale Versionen der Traditionais „Bowling Green“ und „Matty Groves“ sowie eine innig empfundene von Townes Van Zandts lichtscheuem, […] mehr…

  • Savoy Grand - Accident Book

    Savoy Grand – Accident Book

    Die Stille wird oft unterschätzt in der Popmusik. Wer nämlich viel Platz lässt zwischen Tönen und Veröffentlichungen, kommt schnell in Genieverdacht. Große Meister der Stille sind die Briten Savoy Grand, deren Songs sich in Zeitlupe zu großer Grandezza entwickeln können. Seit ihrem letzten Lebenszeichen sind bereits vier Jahre vergangen. ^Accident Book“ beginnt nun, als wäre […] mehr…