• Slumberland

    Paul Beatty

    - Slumberland

    Ferguson W. Sowell (geschrieben „so well“, gesprochen „Soul“) alias DJ Darky verdingt sich als Plattenaufleger und Gelegenheitskomponist von Porno-Soundtracks, darüber hinaus ist er ein sonisches Genie. Sein „phonographisches Gedächtnis“ vergisst niemals ein Geräusch, einen Sound, eine Note. Seinen Abschluss an der Musik-hochschule macht er mit einer Neufassung von Händels „Messias“, die er komplett aus Samples […] mehr…

  • Nirvana Bleach

    Nirvana - Bleach

    Aufrechte Indie-Apostel bevorzugen „Bleach“, wenn nicht „In Utero“. Der Beststeller „Nevermind“, von Butch Vig zum ebenso dichten wie glatten Rock-Rausch veredelt, gilt in diesen Kreisen als Hollywood. Auch die „Bleach“-Edition zum 20. Jubiläum klingt nun schundig und scheppernd – Jack Endino hatte die Aufnahme offenbar für 600 Dollar angefertigt, wie im Booklet vermerkt ist. Auch […] mehr…

  • Elvis Costello - Live At The El Mocambo

    Elvis Costello - Live At The El Mocambo

    Dieser Konzert-Mitschnitt von 1978 war stets ein Kuriosum in Elvis Costellos Katalog: die einzige kohärente Live-Aufnahme überhaupt – aber in einer Auflage von 500 Exemplaren nur zu Promotion-Zwecken an Radiosender verschickt. Als 1993 das Box-Set „2 1/2 Years“ mit Costellos ersten drei Platten erchien, lag „El Mocambo“ als Schmankerl bei. Bei den Rezensenten fand dieser […] mehr…

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    Violens - „Winter Mixtape“

    Auf das Debütalbum der New Yorker Band Violens wartet man noch vergeblich – was schade ist, da sie mit ihrer selbstbetitelten Debüt-EP keinen schlechten ersten Eindruck hinterließen. Da mischte sich eine kalt schimmernde 80er-New-Wave-Produktion mit 60s-Pop-Einflüssen, die an The Zombies erinnern und einer klanglichen Remix- und Experimentierlust, die man eher bei aktuellen Elektroacts findet. Auch […] mehr…

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    Julian Casablancas - Phrazes For The Young

    „Phrases And Philosophies For The Use Of The Young“ ist ein Nebenwerk des Dichters und Hasardeurs Oscar Wilde. Eine Sammlung von Sinnsprüchen wider die restriktive Moral des viktorianischen Englands. In Anlehnung an Wilde posiert Julian Casablancas nun auf dem Cover seines ersten Solo-Albums als moderner Dandy mit Grammophon und Hund. Frei nach dem Wilde-Motto: „In […] mehr…

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    The Swell Season - „Daytrotter Session“

    Musikfreunden sind die „Daytrotter Sessions“ oft schon ein Begriff: Songwriter, Indie-, Punk- oder auch mal Britpop-Bands spielen vier originale Songs unplugged und packen noch eine Coverversion on top. Diesmal waren zu Gast: Markéta Irglová und Glen Hansard alias The Swell Season alias „die beiden aus ‚Once'“. Das Duo, das kürzlich noch Kollege Jörn Schlüter im […] mehr…

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    Shout Out Louds - „Walls“

    Es sollte diesertage zu den essentiellen Erfahrungen einer Jugend gehören, mindestens einmal verschwitzt in einem Indieclub auf der Tanzfläche gestanden zu haben und diese Zeilen zu singen: „But we’re all happy cause the streets they’re always there for us / and it’s quite scary when you wake up in the same old clubs / It’s […] mehr…

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    Doveman feat. Matt Berninger (The National) - „Angel’s Share“

    Thomas Bartlett alias Doveman hat schon mit den wunderbaren The Swell Season getourt, hat sein Debüt „The Conformist“ zu großen Teilen mit The National als Backing-Band eingespielt, veröffentlicht auf deren Label Brassland, war Mitmusiker bei Antony and the Johnsons und Martha Wainwright – und gilt trotz des ganzen Namedroppings immer noch als Geheimtipp. Schade eigentlich. […] mehr…

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    The Bookhouse Boys - Shoot You Down

    Man muss zuerst über den Berg des mählich schwellenden Intros und pompös brausenden Chors von „Mercy Me“, um in den Genuss des Titelsongs dieser 10″-EP zu kommen. Eine freilich zumutbare Strapaze, denn von da an schwelgt die vielköpfige Formation aus London in einer Atmosphäre aus geisterhaftem Twang, wehklagenden Trompeten und drohendem Dröhnen. David Lynch hätte […] mehr…

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    12 Dirty Bullets - Downsides To Making A Living

    Sehr jung, aggressiv, Gitarren-vernarrt: Das Quartett aus Londons Westen debütiert mit einer Single, die in ihrer No-Nonsense-Direktheit an die Libertines gemahnt, bevor die an Ego-Blähungen zugrunde gingen. Was den klug-patzigen Songtext betrifft, scheinen indes eher die Arctic Monkeys prägend gewesen zu sein, bevor die fatalerweise Amerika entdeckten. mehr…

  • Barney Hoskyns - Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand

    Barney Hoskyns – Tom Waits: Ein Leben am Straßenrand

    Auch der renommierte Journalist Hoskyns hat mit dem bekannten Waits-Biografie-Problem zu kämpfen: Der Songschreiber lehnt alle Anfragen ab, bittet Weggefährten, sich nicht zu äußern – und sitzt also mit Gattin Kathleen Brennan in einer Art Trutzburg gegen die Entblößung seines Lebens. Dabei hält Hoskyns ohnehin die gebotene Distanz, wenn er Kunst und Künstler analysiert. Etliche […] mehr…

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    Yoko Ono Plastic Ono Band - Between My Head And The…

    Erst ganz am Ende, in Song Nummer 15, verrät Yoko Ono, warum sie die Plastic Ono Band reformiert und dieses wunderbare Album aufgenommen hat: In dem 20 Sekunden kurzen Stück schlägt die Witwe John Lennons einfach nur lautstark auf ein Blech und sagt ganz ruhig: „It’s me. I’m alive.“ Knapper und treffender kann man das […] mehr…

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    Freddie King - „Taking Care Of Business“

    Ob er besonders klug beraten war, in den letzten Jahren seines Lebens ständig die Plattenfirma zu wechseln (von Cotillion/Atlantic zu Shelter und weiter zu RSO), weil er damit den so sehnlichst gewünschten Schub für seine Karriere erwartete, erscheint sehr zweifelhaft. Und das trotz der Tatsache, dass er auf nachhaltige Unterstützung seitens seiner Bewunderer (Leon Russell, […] mehr…

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    Bernd Begemann & Die Befreiung - Ich erkläre diese Krise für…

    Jochen Distelmeyer, der laut Eigenaussage als „Bernd Begemann-Imitator auf dem Weg zu sich selbst“ begann, wird heute groß im Feuilleton besprochen, während das einstige Vorbild unaufhörlich durch die kleinen Clubs der Republik tingelt. Aber da ist er auch richtig aufgehoben. Weil seine Lieder nicht in der Schreibstube gehört werden wollen, sondern Körperkontakt brauchen. Begemann ist […] mehr…

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    Jochen Distelmeyer - Heavy

    Vielleicht gehen Jochen und Bernd ja nach dieser Platte doch mal wieder zusammen ins Kino. Bernd Begemann hatte 1993 zur Drum-Maschine in „Rambo III mit Jochen Distelmeyer im Autokino“ einen Streit nachgespielt, in dem ihm Distelmeyer vorwirft, nicht radikal genug zu sein. „Du bist Godard, und ich bin Truffaut“, trotzte Begemann damals und stellte fest: […] mehr…

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    The Flaming Lips - Embryonic

    Die kunterbunten Kindergeburtstage, die Wayne Coyne mit seinen Flaming Lips in den vergangenen Jahren auf den Konzertbühnen dieser Welt feierte, werden jetzt wohl noch skurriler wirken. Lang anhaltender Konfetti-Regen und ein Sänger, der in einer riesigen durchsichtigen Plastikkugel gutgelaunt durchs Publikum kullert, passen einfach nicht zu einem so bösen Album wie „Embryonic“. Nach der Trilogie […] mehr…

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    Patricia Kaas - Kabaret – Live

    Das genaue Konzept dieses Programms bleibt auch nach Ansicht rätselhaft: Die Kaas singt Lieder der großen Diven, zuvörderst also aus den 30er und 40er Jahren – das stimmt insofern nicht ganz, als ja auch die Diven vor allem Lieder andere Diven sangen und ein Chanson von Hildegard Knef natürlich nicht in die avisierte Ära passt. […] mehr…

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    Abba

    Als sie 1978 nach Japan reisten, hatten sie eine weniger gute Platte („Abba – The Album“) hinter und eine weniger gute („Voulez-Vous“) vor sich. England war erobert worden, Amerika leistete Widerstand. Am Flughafen (die Herren schoben das Gepäck selbst) wurden sie von Claqueuren und einer offiziellen Delegation begrüßt. Auch das Fernsehen wollte gleich ein paar […] mehr…

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    Tropico 3

    Es muss nicht immer gleich die ganze Welt sein. Eine Insel in der Karibik tut es auch. Als El Presidente regiert man in „Tropico 3“ eine Bananenrepublik und versucht seine Macht bzw. sein Schweizer Bankkonto nach und nach auszubauen. Dafür muss der Spieler seine Untertanen bei Laune halten, gute Reden halten und die richtigen Gebäude […] mehr…

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    Heroes Over Europe

    Ein Flugzeug-Simulator der weniger spektakulären Sorte. Aber für Genre-Einsteiger recht gut geeignet. Einmal den Joystick nach hinten geschoben, schon ist man in der Luft und kann Jagd auf alles Gerät machen, was die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg so hergab. Die ersten Missionen sind bisweilen etwas eintönig, doch die späteren machen dann richtig Spaß. Verpackt ist […] mehr…