• Kid Harpoon - Stealing Cars

    Kid Harpoon – Stealing Cars

    Eine Enttäuschung nach den formidablen EPs: Tom Hüll aka Kid Harpoon aus Kent hat das Leftfield-ufer verlassen und schwimmt nun im Strom. Exzentrisch oder auch nur störrisch ist hier nichts mehr, und die Aufforderung „let’s go stealing cars“ mutet so delinquent an wie „let’s dance“. Kein Wunder, denn Trevor Horn produzierte Hulls Versuch, die Charts […] mehr…

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    The Third Degree – Mercy

    Duffys Hit nicht umgedeutet, jedoch umgelenkt in Richtung Northern-Soul-Tempel mit dicht treibenden Bläsern und allerlei Acid-Jazz-Konnotationen samt Blues-Gefühl, Funk-Bumms und Motown-Beats. Die Sorte Fußwipper, für die Mark Ronson, so sollte man denken, inzwischen ein Patent angemeldet hat. Zu perfekt, um aufregend zu sein, zu stilsicher aber auch, um Langeweile aufkommen zu lassen. Wenig stilvoll freilich […] mehr…

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    The Twilight Sad – I Became A Prostitute

    Selbst im Malstrom von Andy MacFarlanes in Mandolinenart geschrubbter, mittels Tremolo-Twist betäubender E-Gitarre können die Vocals nicht die Herkunft dieser Band verhehlen: Schottland. Nicht bonny freilich, eher finster, wüst, bedrohlich. Das gilt für die Offerte an das Opfer „to bleed you dry“ wie für die ereignisreiche Dramaturgie dieses mehr als fünfminütigen Epos mit leiseren Passagen […] mehr…

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    The A-Bones – Shallow Grave

    Back with a bang: New York Citys unbelehrbare Überzeugungstäter in Sachen trashigem Punk’n’Roll haben sich Andy Shernoffs Gänsehaut-Geschichte über den Rattenfänger von Tucson angenommen. Geboren, um gedemütigt zu werden, rächte der sich schrecklich. So manche Mutter wurde fortan heimgesucht von Albträumen über den Verbleib der Tochter: „One foot stickin‘ from a shallow grave“. Die Flip […] mehr…

  • Lou Barlow - Goodnight Unknown

    Lou Barlow – Goodnight Unknown

    Er habe, wenn er mit Dinosaur Jr. spiele, immer noch Minderwertigkeitsgefühle gegenüber J. Mascis, gestand Lou Barlow in einem Interview, denn in jungen Jahren habe der ihn eher wie ein lästiges Übel als wie ein gleichwertiges Gegenüber behandelt. Da es bei dieser Band ziemlich eindeutig um die Verlängerung der Jugend bis ins Rentenalter geht, gehört […] mehr…

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    Cornershop – Judy Sucks A Lemon For Breakfast

    Sieben Jahre lang waren sie verschwunden, und keiner hatte sie vermisst. Außer „Brimful Of Asha“ und einer vagen Erinnerung an das Gesicht von Tjinder Singh war – zumindest außerhalb der britischen Heimat – nicht viel Renommee übriggeblieben, da mochte Noel sie noch so viel loben. Umso erstaunlicher, mit weicher Verve Cornershop jetzt im fortgeschrittenen Alter […] mehr…

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    Port O’Brien – Threadbare

    Ein Trauerzyklus voller Emphase und stoischer Anmut Manchmal mussman Prioritäten setzen. Vor allem wenn man seine künstlerische Geburt einem Fischerboot in Alaska verdankt und der Sehnsucht nach einer Bäckerin an Land. Um dann zack! – als große Indie-Folk-Hoffnung in den großen Tour-Zirkus eingespeist zu werden. Wer die ausufernde Ekstase gehört und gesehen hat, mit der […] mehr…

  • David Gray - Draw The Line

    David Gray – Draw The Line

    Nein, ein großer Charismatiker wird aus David Gray nicht mehr. Schon immer schien es so, als wäre der irische Barde ein Zweifler in eigener Sache, ganz bestimmt aber in Sachen Ruhm und Hitparade. Doch in letzterer ist David Gray zu Hause, seit er vor vielen Jahren das meistverkaufte Album Irlands aufgenommen hat. Mmmhh, hört man […] mehr…

  • Jan Garbarek Group - Dresden

    Jan Garbarek Group – Dresden

    Nicht, dass man bei Garbarek geschmacklich neuerdings ganz auf der sicheren Seite wäre (Punktabzug für CD 2). Aber wer so souverän Effekte hascht wie das Quartett des notorischen Hymnikers unter den Saxofonisten, dessen Live-Doppel-CD verdient es, brillant genannt zu werden. Was auch für die Klangqualität gilt: Manu Katches locker atmendes Schlagzeugspiel und die Soundfärbungen von […] mehr…

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    Monsters Of Folk – Monsters Of Folk

    Lieber Gott, hier spricht die Indie-Supergroup! Wie, du weißt nicht, wer wir sind? Uns kennt doch jeder, der etwas auf sich hält. Aber vielleicht bist du kein Musik-Nerd. Also, „Dear God (Sincerely M.O.F.)“ – wir sind: Conor Oberst, Kopf der Alternative-Helden Bright Eyes und neuerdings auch Solokünstler, mit und ohne Mystic Valley Band. Auf jeden […] mehr…

  • Gerry Hemingway - Songs

    Gerry Hemingway – Songs

    James Emery, Kermit Driscoll, Ellery Eskelin: Sie stammen wie die Restband aus der Avantgarde-Szene, überraschen aber mit deutlich am Pop orientierten Songs. Die hat Schlagzeuger Gerry Hemingway geschrieben, Lisa Sokolov singt, und das Ganze erinnert ein wenig an die Alben von Cassandra Wilson mit Brandon Ross: archaisch, bluesnah, mit Schrägem versetzt. Manche der Songs kommen […] mehr…

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    Gretchen Parlato – In A Dream

    Es geht also doch: Mit sanfter Stimme nahe am Bossa bleiben und dabei unverkennbar eigen klingen. Gretchens Stimme harmoniert perfekt mit der Gitarre des allgegenwärtigen Lionel Loueke, der wieder einmal afrikanische Akzente setzt. Eine Funknummer wie Hancocks „Butterfly“ mit derart entspanntem Understatement „umzusingen“, das beeindruckt Herbie und Wayne Shorter gleichermaßen: „Magische Verbindung zur Musik“, sagt […] mehr…

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    Vijay IyerTrio – Historicity

    In Sekundenschnelle wird klar: Hier ist ein Intellektueller am Werk. Nach 13 Minuten: Dieser Pianist steht weit über der Tradition im Umgang mit Leonard Bernsteins „Somewhere“. Nach weiteren zweieinhalb: Wenn sein Trio M.I.A.s“Galang“ verarbeitet, dann im Geist von The Bad Plus oder Neil Cowley. Insgesamt spielt Affinität zur Rockmusik eine geringere Rolle, wenn Stevie Wonder […] mehr…

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    Neigungsgruppe Sex, Gewalt und gute Laune – Wellen der Angst

    In die „große Tradition manisch-depressiven Musizierens“ will sich die Neigungsgruppe einschreiben, erklärt Radiomoderator Fritz Ostermayer, der zusammen mit seinen Kollegen vom österreichischen Sender „FM4“ ein zweites Mal mit eigenen Songs und Covers der austriakischen Seele des Pop nachspürt. Oliver Welter von Naked Lunch singt sein „Military Of The Heart“ auf Wienerisch, der Titelsong ist von […] mehr…

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    Die Goldenen Zitronen – Die Entstehung der Nacht

    MySpace, Wirtschaftskrise, emotionales Prekariat, gesellschaftliche Schockstarre, Silbermond, Jörg Haider – die Goldenen Zitronen loggen sich wieder in allerlei zeitgeistige Diskurse ein und jagen ihre hysterischen Textlawinen durch Krautrock und nervösen New Wave. Ex-The Pop Group-Mastermind Mark Stewart und Melissa Logan von Chicks On Speed singen ein Duett, und FSKs Michaela Melian gibt Nicoesk Melanies „Beautiful […] mehr…

  • Spiral Stairs - The Real Feel

    Spiral Stairs – The Real Feel

    Fünf Jahre ist es nun her, dass Scott Kannberg die letzte Platte mit Preston School Of Industry machte. In den Neunzigern kannte ihn natürlich jeder als Spiral Stairs, den zweiten Sänger und Gitarristen von Pavement. Nun hat er unter seinem nom de guerre sein erstes Soloalbum aufgenommen. Eine warme 70er-Jahre-Neil-Young-&-Crazy-Horse-Platte mit wundervollen Gitarrensoli und herzerweichenden […] mehr…

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    Jim O’Rourke – The Visitor

    Es ist ein bisschen ruhiger geworden um den einst vielbeschäftigten Produzenten und Musiker, der mittlerweile in Tokio zu Hause ist. „The Visitor“ ist sein erstes Soloalbum in acht Jahren. Es besteht aus einem einzigen fast 40-minütigen, wohlklingenden, eklektischen Instrumentaltrack, der am ehesten an sein 97er Album „Bad Timing“ erinnert. Versponnene John-Fahey-Gitarren, perlendes Piano, Streicher, Elektronik. […] mehr…

  • John Fogerty Rides Again Artwork

    John Fogerty & The Blue Ridge Rangers - Rides Again

    Nostalgischer Spaß: Fogerty spielt zünftige Coverversionen. Die Überraschung hier ist nicht, dass John Fogerty ein Alter Ego reaktiviert, das zuletzt 1973 auf dem gleichnamigen Coveralbum mit Songs von Hank Williams oder George Jones im Einsatz war. Die Überraschung ist auch nicht, dass er das späte Nachfolgewerk mit dem kitschigsten Cover seit „Working On A Dream“ […] mehr…

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    Loudon Wainwright III – High Wide & Handsome

    Der alte Sarkastiker würdigt den Banjo-Picker Charlie Poole Seit den mittleren 80er, manche meinen: den mittleren 70er Jahren hofft die schüttere Gemeinde auf Platten von Loudon Wainwright, die es nicht nur mit dem Witz, sondern auch mit der schieren Songschreibekunst seiner ersten vier Alben aufnehmen können. In der Zwischenzeit zogen erst Sohn Rufus, dann auch […] mehr…

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    Jochen Dislelmeyer – Heavy

    Vielleicht gehen Jochen und Bernd ja nach dieser Platte doch mal wieder zusammen ins Kino. Bernd Begemann hatte 1993 zur Drum-Maschine in „Rambo III mit Jochen Distelmeyer im Autokino“ einen Streit nachgespielt, in dem ihm Distelmeyer vorwirft, nicht radikal genug zu sein. „Du bist Godard, und ich bin Truffaut“, trotzte Begemann damals und stellte fest: […] mehr…