• Burt Bacharach - At This Time

    Burt Bacharach – At This Time

    Daß das Cover dieser Platte dem von Johnny Cashs „American Recordings“ verblüffend ähnlich sieht, lassen wir als Zufall nicht durchgehen. Schließlich möchte auch „At This Time“ altersweises Vermächtnis eines Veterans sein. Weil es Burt Bacharach offenbar nicht reicht, als Easy-Listening-Ikone und Komponist flauschiger Liebeslieder erinnert zu werden, mit denen er bereits drei Oscars, sechs Grammys […] mehr…

  • Babyshambles - Down In Albion

    Babyshambles – Down In Albion

    Pete gab mir die Platte persönlich. In Paris, ich hatte eben das Pasteten-Bistro in der Rue Charles verlassen, als ich den schief gefalteten Zettel in meiner Tasche bemerkte. Einen Zettel mit einer komisch gezeichneten Rose und dem Hinweis, ich solle um 17 Uhr am Paßbildautomaten in der Metro-Station Bois de Boulogne sein. Pete war pünktlich, […] mehr…

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    Hotel Ruanda

    Nachts, es ist Nebel aufgezogen. Ein Auto rumpelt heftig über die Piste. Der Fahrer steigt aus, doch es sind keine Schlaglöcher, die er irritiert entdeckt, sondern der Boden ist übersät mit Leichen. Opfer jener Hutu-Schlächter, die in 100 Tagen fast eine Million ihrer Tutsi-Landsleute ermordet haben. 1994 war das, in Ruanda. Und die Weltgemeinschaft hat […] mehr…

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    Ben Hur

    Der Stummfilm von 1926 war schon überragend, dennoch hält man immer Wylers mit elf Oscars prämierte Version von 1959 für das Original. Bis heute verblüfft sein Monumentalwerk mit handwerklicher Perfektion, die mit epischen Bildern alle emotionalen Höhen meistert. Drei Stunden biblische Dramatik, Stolz, Verrat, Odyssee, Wiederkehr, ja Wiedergeburt, und Rache bei einem Wagenrennen von einzigartig […] mehr…

  • Kung Fu Hustle

    Kung Fu Hustle

    Selten war ein Hit aus Hongkong mehr Hollywood, und doch war die tempo- und trickreiche Parodie auf Kung-Fu-Filme wohl noch zu sehr aiatisch, um auch in Deutschland durchschlagenden Erfolg zu haben. Regisseur Chow spielt selbst einen trotteligen Gauner, der von der berüchtigt-brutalen Axt-Gang aufgenommen werden will. Als Prüfung soll er Bewohner eines schäbigen Häuserblocks vertreiben. […] mehr…

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    Madagascar

    Noch immer sind die CGI-Filme kaum zu schlagen. Obwohl Dreamworks mit „Madagascar“ nicht ganz die visionäre Qualität von „Shrek“ oder Pixars „Die Unglaublichen“ erreicht, ist das Animations-Abenteuer absolut amüsant. Es handelt von vier handzahmen Zootieren, für die der Freiheitsdrang ein Alptraum wird. Löwe Alex, ein sanftmütiger Poser, sein geschwätziger Zebra-Kumpel Marty, die patente Nilpferd-Dame Gloria […] mehr…

  • Nikita

    Nikita

    An ihrem Geburtstag darf sie das erste Mal wieder raus. Sie trägt Pumps und einen schwarzen, kurzen Rock, es geht in ein Pariser Luxusrestaurant, und dort erhält sie ein Geschenk, ein flaches Kästchen. Darin sind eine geladene Pistole und ein Ersatzmagazin. Ihr Lächeln erstarrt. Sie soll einen Mann töten, erledigt den Auftrag eiskalt, und die […] mehr…

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    Oliver Twist - Start 22.12.

    Unverwüstlich wie der Roman von Charles Dickens ist die Bemerkung, jede Kinogeneration brauche eine Version von „Oliver Twist“. Weshalb die naive Moral der Geschichte vom ausgenutzen und wundersam geretteten Waisenjungen wichtig sein soll, wird auch durch Polanskis opulente Neuverfilmung nicht klarer. Vielleicht ist es für Polanski, der als Kind ebenfalls allein in den Ghettos von […] mehr…

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    Wo die Liebe hinfällt - Start 22.11.

    Reiner hat dem Kino mit „Harry und Sally“ einen der gewiß klügsten und komischsten Romantikfilme gegeben, seither jedoch nur noch Kitschiges und Banales gedreht. Der Plot zu „Rumor Has It“, so der Originaltitel nach einem Skript von „Ocean’s Eleven“-Autor Ted Griffin, wiederum liest sich erst mal wie ein großer Wurf. Bei der Hochzeit ihrer Schwester […] mehr…

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    HSHORT CUTS

    Die große Reise (Start 24.11.) von Ismael Ferrouhki mit Nicolas Cazale: Kurz vorm Abi muß ein junger französischer Marokkaner seinen strenggläubigen Vater nach Mekka kutschieren. Eine bewegende Pilgerfahrt im klapprigen Peugeot mit skurrilen Pannen vor grandiosen Landschaftsbildem. 3,5 Die blaue Grenze (smt24.n.) von Till Franzen mit Hanna Schygulla, Dominique Horwitz: Zwischen Deutschland und Dänemark, irgendwo […] mehr…

  • Merry Christmas

    Merry Christmas - Start 24.11.

    Es war der letzte Augenblick an Menschlichkeit. Weihnachten 1914, wenige Monate nach Beginn des Ersten Weltkriegs, hatten deutsche Soldaten und ihre britisch-französischen Gegner an der Westfront einen inoffiziellen Waffenstillstand ausgehandelt. Mit europäischer Besetzung hat der Franzose Canon das Ereignis nun als versöhnliches Plädoyer verfilmt und ist knapp am Rührstück vorbei geschrammt. Als aus der Stellung […] mehr…

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    A Good Woman - Start 15.12.

    Die scharfen, spitzfindigen Dialoge alter Bühnenstücke sind ja ein Genuß. Im Kino aber kann ihre prägnante Wirkung einer Inszenierung auch im Wege stehen. Barker hat sich bei seiner Verfilmung von Oscar Wildes „Lady Windermere’s Fan“ entweder zu stark auf die verbale Raffinesse verlassen, oder ihm ist keine adäquate Dramaturgie eingefallen. Etwas zu holprig arrangiert wirken […] mehr…

  • Alles ist erleuchtet

    Alles ist erleuchtet - Start 15.12.

    Für sein Regiedebüt hat Schauspieler Schreiber („Der Manchurian Kandidat“) Jonathan Safran Foers gleichnamigen gefeierten Debütroman verfilmt. Die überwältigende, 200 Jahre umspannende Geschichte – das sei den Lesern gleich gesagt – ist stark gekürzt. Schreiber konzentriert sich auf einen Handlungstrang, den Foer zuvor schon als Shortstory veröffentlicht hat. Darin kommt der junge New Yorker Jude Jonathan […] mehr…

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    Factotum - Start 8.12.

    „Man braucht keine Liebe. Was man braucht ist Erfolg in der einen oder anderen Art. Das kann Liebe sein, muß aber nicht“, erklärt Henry Chinasky, das Alter ego von Charles Bukowski aus seinem zweiten, 1975 veröffentlichten Roman „Factotum“. Und man braucht wohl die Lakonik eines Skandinaviers, um den Irrwitz dieses Deliriums so voller Liebe verfilmen […] mehr…

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    Plattenspieler

    „Plattenspieler“ ist diesen Monat der Silberling, der Lesern klipp und klar als Muß ans Ohr gelegt werden kann. Das Buch hat es in sich. Der Trialog von Klaus Walter, Thomas Meinecke und Frank Witzel (Radio-DJ, Popliterat und Autor) unterhält und erhellt wie ein Partytalk um drei – zwischen Flaschenleergut, überfüllten Aschenbechern und einem Soundloop in […] mehr…

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    Kristallwelt

    „Kristallwelt“ von J.G. Ballard ist kühle und mit einigem erzählerischem Kalkül inszenierte, sprachlich grandios durchgearbeitete Drogenliteratur, die das Horror- und SciFi-Trüffelschwein Joachim Körber einmal mehr instinktsicher wiederausgegraben und dann auch gleich noch einmal neu übersetzt hat. Der moribunde Lepra-Arzt Dr. Sanders sucht im tropischen Regenwald seine Ex-Geliebte, die mit ihrem Mann geflüchtet ist, weil sie […] mehr…

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    Shuffle Songs

    „Shuffle Songs“ heißt das Thema des altgedienten, bisweilen altgedachten, aber eigentlich immer lesenswerten Literaturmagazins „Neue Rundschau“, und das beginnt gleich ziemlich groovy federnd mit einem Ausschnitt aus einem längeren Essay des Musikkritikers Chuck Klostermann, der hier schön unbedarft, abschweifungsreich und sehr persönlich über Popmusik und dessen Relationen zum Leben und zum Tod improvisiert. Klostermann erzählt […] mehr…

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    Moskau – Petuski. Ein Poem“

    „Moskau – Petuski. Ein Poem“ von Venedikt Erofeev ist die lang erwartete Neuübersetzung der wunderbaren „Reise nach Petuschki“, die Peter Urban besorgt hat, und der kennt die Russen so gut wie seine Westentasche. An die russische Schreibung der Orts- und Eigennamen muß man sich erst gewöhnen, das ist so eine Eigenart von ihm, aber dann […] mehr…

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    Wie hungrig Wir Doch Sind

    „Wie hungrig Wir Doch Sind“ von Dave Eggers versammelt erzählerische Gelegenheitsarbeiten für Zeitungen und Zeitschriften. Und wie das so ist, nicht bei jeder Gelegenheit fallen einem Brillanten in den Schoß. Das ist souverän erzählt, gelegentlich formal etwas überambitioniert – wenn auch sprachlich nicht so omamental – wie die Erzählungen seines Nebensterns am US-Literaturhimmel, David Foster […] mehr…

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    Dusty-Discografie

    A GIRL CALLED DUSTY 1964 Dustys Debüt-LP kann hart auf den Fersen zweier Top-20-Hits, verzichtete aber souverän auf beide. Stattdessen covert Dusty Songs der Shirelles und Supremes, deren Girl-Group-Flair sie zu beflügeln scheint. In das orchestrierte Drama von „My Colouring Book“ injiziert sie Soul, im dialogischen „Mockingbird“ über nimmt sie gleich beide Rollen, Lee Dorseys […] mehr…