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    Virginia Jetzt! – Anfänger

    Das Vorrecht der Jugend: Übermut und Drang zum Unbedingten. Weswegen es überhaupt den Zehner-Turm im Freibad gibt. Jeder Sprung davon wird an die große Glocke gehängt, die zu allem Überfluss tatsächlich noch angeschlagen wird bei „Liebeslieder“: „Und ich will Liebeslieder schreiben, die so nah sind am Gefühl/ die so wahr sind und so weh tun/ […] mehr…

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    M – Qui De Nous Deux

    Das Cover sieht schlimm aus, die Frisur des grellrosa Typen darauf noch viel schlimmer. Aber vielleicht hilft es ja, wenn man weiß, dass Mathieu Chedid Design studiert hat und sein Alter ego M als bewusst schrille Comic-Figur versteht. Nein, hilft nicht? Okay, dann muss man entweder dem Kritiker glauben, dass dies ein ganz vorzügliches französisches […] mehr…

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    Bjjörk – Medulla

    Die entscheidende Meldung zuerst: Auf Björks neuer Platte sind nur Stimmen. Weg von allen Werkzeugen und hin zum Humanen soll es gehen. Björk ist eine Nomadin, die nichts zweimal macht – da kann einem der Schritt in Richtung des primärsten aller Instrumente nicht komisch vorkommen. Entsprechend ist „Medulla“ nicht bloß eine A-capella-Platte, sondern vielmehr eine […] mehr…

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    The Radio Dept – Lesser Matters

    Mit scharfer Imaginationsgabe kann man sich den Herbst in britischen Vorstädten vorstellen, die man nie besucht hat, und dieses Phantom-Heimweh macht die Laune noch melancholischer: Nachträglich eingepflanzte Erinnerungen an Landausflüge, ans Bäumeklettern im Süden Englands, Gewittertropfen an Schiebefensterscheiben. Die Reimpaare „train“ und „rain“, „dead“ und „head“, die Bettkanten-Musik der zweiten UK-Indie-Qass, von Slowdive, den Telescopes, […] mehr…

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    The Fiery Furnaces – Blueberry Boat

    Die Fiery Furnaces sind eine Problem-Band. Nicht greifbar. Gebärden sich. Sind hörbar übersprudelnd vor Kreativität und gnadenlos in der Umsetzung. Stilisten, keine Frage, gute Musiker auch, dabei höchst artifiziell. Zudem waschechte Geschwister, die auch noch nie miteinander verheiratet waren, aber sowohl Mutter Beatpunk wie auch Vater Blues und alles andere im gemeinsamen Blut haben. Auf […] mehr…

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    Asia – Silent Nation

    Weil Asia zu Beginn eine Supergroup mit Mitgliedern von Yes, King Crimson und Emerson, Lake & Palmer waren, kämpft Gründungsmitglied Geoff Downes seither gegen den Vorwurf, seine Band sei bloß ein Projekt – ein schmerzlicher Vorwurf für einen, der seinen musikalischen Anachronismus seit Jahren mit unbeirrbarer Überzeugung betreibt. Auch auf dieser Platte ist pompöser Melodie […] mehr…

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    Sarah Bettens – Go

    Man hatte das kommen sehen: Auf der letzten Platte von K’s Choice, „Almost Happy“, hatte Sarah Bettens erstmals einen Großteil der Lieder selbst verfasst und sich vom Bruder emanzipiert – da ist der Schritt zur Solokarriere nur noch ein kleiner. Ihr erster solistischer Versuchsballon ist ein Mini-Album, das weniger introvertiert und selbstreflektiert daherkommt als erwartet […] mehr…

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    Jimmy Cliff – Black Magic

    Darf man das? Fast drei Jahre danach diesen Song veröffentlichen? „September eleven, it was hell in heaven“, reimt der auch schon 56-jährige Ska/Reggae-Veteran so unbedarft über einem munteren Off-Beat, als ginge es geradewegs zur nächsten Gartenparty. Es gab Zehen, da pries niemand anders als Bob Dylan Jimmy Cliffe „Vietnam“ als besten Anti-Kriegssong, den er je […] mehr…

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    Clinic – Winchester Cathedral

    Bei einem Konzert in München im November letzten Jahres spielten Clinic ohne ihren Sänger Ade Blackburn (aber natürlich mit Mundschutz und in Ärztekluft), der am Abend ins Krankenhaus (ha!) eingeliefert worden war. Man war sich nicht sicher, ob es sich tatsächlich um etwas Ernstes oder doch um eine Inszenierung handelte – für sowas hatten die […] mehr…

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    Cary Hudson – Cool Breeze

    Da ist noch Leben, da unten in Mississippi. Vor allem, wenn sich Cary Hudson mit kleiner Besetzung im Route 1 Recording-Studio in Monticello einfindet. „Things Ain’t What They Used To Be“ und „What The Old Man Told Me“ heißen die ersten beiden Songs. Doch versteht sich der Ex-Blue Mountain-Mann eher als beseelter Chronist unvermeidlicher Veränderung […] mehr…

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    Mutual Admiration Society – Mutual Admiration Society

    Was können die gemeinsam haben? Ein Pop-Songwriter wie Glen Phillips (remember Toad The Wet Sprocket?) und die drei Bluegrass-Nachkömmlinge von Nickel Creek. „A huge emphasis on melody“, antwortet Sean Watkins. Und zwar Phillips‘ meist kontemplative Melodien, die das Trio schneller lernen/spielen konnte als er ihre flinken, damals im Dezember 2000, als sie inklusive Mix sechs […] mehr…

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    Maura O’Connell – I Don’t Know

    Auch ein Auftritt als Straßensängerin in Martin Scorseses Epos „Gangs Of New York“ hat ihren Bekanntheitsgrad nicht wesentlich erhöht. Was schade ist, denn die seit langem in Music City sesshafte Irin gehört zu den Sängerinnen, für die das Wort „Interpretin“ erfunden werden müsste. Auf „I Don’t Know“ balanciert sie schwere Traditional-Kost wie „There’s No Good […] mehr…

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    Radio 4 – Stealing Of A Nation

    Wir wollen uns einfach mal vorstellen, die Happy Mondays hätten weniger Pillen geschluckt und auch nicht diese lächerlichen Rave-Klamotten getragen. Stattdessen gäbe es bei ihnen ein großes Interesse an Politik, und der Wohnsitz der Band wäre nicht etwa Manchester, sondern New York. Dann würde sich Shaun Ryders lustige Truppe vermutlich genau so anhören wie „Party […] mehr…

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    The Stills -Logic Will Break Your Heart

    In Amerika und dem UK, wo „Logic Will Break Your Heart“ vor bald einem Jahr veröffentlicht wurde, hat man The Stills schon gut einsortiert: Nach Tourneen mit den Strokes, Echo & The Bunnymen und Interpol sind die Kanadier aus Montreal Teil der jetzt langsam ausgehauchten new rock explosion und längst gut im Geschäft. Das Etikett […] mehr…

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    Driveway – Driveway

    Als Alt.Country-Kapelle wollen sie verständlicherweise nicht mehr absortiert werden, auch wenn schon mal ein vorlautes Banjo Regie führen darf. Alt.sexy bietet Jason Taylor, Kopf der Kanadier, als Alternative an. Dabei klingen viele Driveway-Songs eher wie after sex nicht ganz so matt, aber bei allem Mut zur kleinen Hymne doch ganz schön benommen. Offiziell nicht im […] mehr…

  • David Crosby & Graham Nash - Crosby-Nash

    David Crosby & Graham Nash - Crosby-Nash

    Gewohnt delikate Harmonies zu politisch überkorrekten Songs mehr…

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    Slut – All We Need Is Silence

    Den haben sie verdient: Unlängst wurde Slut der Kunstförderpreis ihrer Heimat Ingolstadt verliehen. Die Laudatio hielt der aus einem Nachbarort stammende Marcus Kavka, und so war für kurze Zeit viel Jugendkultur ins alte Rathaus der kreisfreien Donaustadt eingezogen. Die Ehrung kommt zur rechten Zeit. Zur Vorbereitung ihres neues, immerhin schon fünften Albums hatte sich das […] mehr…

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    Hayden Elk – Lake Serenade/Toby Burke – Winsome Lonesome

    Zwei amerikanische Einzelgänger mit berückend poetischen Songs Da war doch was: Im Plattenregal gibt es schon ein Album von Hayden „Everything I Lang For“ von 1995 – tatsächlich, derselbe Hayden Desset; der vor zwei Jahren mit der somnambulen Musik auf „Scyscraper National Park“ einerseits verzückte, andererseits ängstigte: So viel Langsamkeit, so viel Kontemplation ist schwer […] mehr…

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    Dog Die In Hot Cars – Please Describe Yourself

    Cha-Cha-Cha-Pop in rasender Kapitelfolge, mit Kakerlaken-Klavier, goldenen Indie-Swing-Gitarren und einem erregten Krabbelkäfer als Sänger, der wie Kevin Rowland von Dexy’s Midnight Runners klingt. Musik aus super Zeiten, Madness, XTC, Boomtown Rats, und tolle Schlagermelodien. Die Band wurde seinerzeit zusammen mit Franz Ferdinand als Wegbrecher für die neue Glasgow-Szene präsentiert, gilt dank ihrer Hippie-Aura in England […] mehr…

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    Von Spar – Die uneingeschränkte Freiheit der privaten Initiative

    Eine deutsche The Pop Group, wie am Spieß brüllend, hintersinnig blindwütend, ein Himmelsgeschenk für junge Salon-Linke, die es gut leiden mögen, wenn sie einer agitiert. Die Parolen „lch bin skeptisch, und das nicht ohne Grund!“, „Schalt mich ein, schalt mich aus!“) sind weit weniger interessant als die Musik, No Wave, Disco-Punk, beste Kopfnüsse. Das geniale […] mehr…