• John Frusciante - Shadows Collide With People

    John Frusciante

    - Shadows Collide With People

    Dass sich dieser Saiten-Simplizissimus in all den Jahren der Professionalität seine Unschuld bewahren konnte, grenzt an ein Wunder – oder zumindest an Selbstverleugnung. Die Leads klingen immer noch so unsicher und schüchtern, in Sound und Phrasierung, als klaubte sich hier ein Gitarrenpennäler die erste Handvoll Noten zusammen, die auch harmonisch aufgeht. Aber wie die aufgeht! […] mehr…

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    Backyard Babies – Stockholm Syndrome

    „Stockholm Syndrome“ ist eins dieser Alben, wie etwa auch Michael Monroes kürzlich erschienenes „Whatcha Want“, die es womöglich ins Hard-Rock-Pantheon geschafft hätten, wenn sie doch nur zur rechten Zeit, Mitte der Achtziger, publiziert worden wären. Sind sie aber nicht, und so wird die gemeine Hörerwelt vermutlich wieder nur den Kopf schütteln über so einen akustischen […] mehr…

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    Kurt Nilsen – I

    Da saßen sie, die blankgeputzten „Superstars“ aus den Ländern, die den Pop regieren, und sahen ganz schön alt aus. Weder Kelly Clarkson (USA) noch Will Young (UK) wurden am Neujahrstag zum „World Idol“ gewählt, auch unser Alexander schrammte knapp am Sieg vorbei. Es gewann ein 24-jähriger Klempner aus Bergen. Er hatte eine Riesen-Zahnlücke und eine […] mehr…

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    Lou Reed – Animal Serenade

    Sie hat auch ihre Überraschungen, die neue Platte von Lou Reed. Ein Live-Album. So hätte man sich den Jubel des Publikums doch ein wenig enthusiastischer ausgemalt, in dem Moment, in dem es wirklich allen im Wiltern Theatre in Los Angeles klar geworden sein musste, dass das nächste Stück tatsächlich „Venus In Furs“ werden wird. Damit […] mehr…

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    Ilya – They Died For Beauty

    Ein bisschen klingen Ilya wie Goldfrapp nach Herunterfahren der Computer: Gehauchte Jazztrommeln, cineastische Streichersätze, dazu eine dunkel verrauchte Frauenstimme, das sind die Eckpunkte dieses gelungenen Debütalbums. Die Stimme gehört einer Dame namens Jo Swan, die bei fast jedem der Songs von „They Died For Beauty“ den Schwanentod stirbt, und all that jazz drum herum wird […] mehr…

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    Mando Diao – Bring Em ln

    Langweilig ist nun kein Attribut, das man Mando Diao vorwerfen könnte. Auf dem Debüt prügelt sich das ebenfalls schwedische Quintett mit kaltschnäuziger Arroganz durch Sixties-Beat und Garagen-Rock und buhlt unverhohlen um einen der letzten freien Plätze im überfüllten Revival. Die kaum Volljährigen drehen die Kinks auf 45, geben Supergrass Speed, und man kann tatsächlich kaum […] mehr…

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    Cracker & Leftover Selmon – O Cracker Where Are Thou?

    Schieben wir nach „Countrysides“noch eine zweite Roots-Verschnaufpause ein, bevor uns das Dach auf den Kopf bzw. nichts Neues einfällt. Dachte wohl David Lowery und engagierte die Akustik-Freigeistler aus Colorado für eine Zwei-Tage-Session mit bekanntem Cracker-Material. Das macht wenig Sinn da, wo schon die Vorlage countryesk daherkam („Mr. Wrong“, „Lonesome Johnny Blues“). Auch wenn Leftover Salmon […] mehr…

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    Hiss – Polka für die Welt

    „Polka aus der Welt“ hätte das Quintett um den Akkordeonspieler und Sänger Stefan Hiss seinen Selbsterfahrungstrip auf der Spur des ewigen Zweiviertel-Takts nennen müssen, der die Musiker nach Transsylvanien und Finnland, nach Mexiko und Kolumbien und wieder daheim ins Bordell „Zum Kleinen Tod“ führte. Und (fast) immer wird (zu)viel geliebt, gelitten, gesoffen, vergessen. Da dürfen […] mehr…

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    Old Joe Clarks – Town Of Ten

    Ein Wiederhören mit jenen Tagen, da Americana als eingetragenes Warenzeichen gerade Laufen lernte. Da kann der erste Satz nur sein: „They’re breaking ground where the old bones were found.“ Schon 1990 hatte es das Paar Jill und Mike Coykendall von Kansas an die Westküste gezogen, doch erst sechs Jahre später fanden sie in Portland mit […] mehr…

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    Gary Jules – Trading Snakeoil For Wolftickets (Sanctuary(

    Dass nun einer wie Gary Jules plötzlich in den internationalen Charts auftauchen würde, das konnte man nicht ahnen. Das Debüt „Greetings Front The Side“ war bei einem Major-Merger unter die Räder gekommen, und seither war es bedrückend still geworden um den ohnehin stillen Singer/Songwriter aus Los Angeles. Die Chancen auf großes Gehör waren auch ohne […] mehr…

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    Garish – Absender Auf Achse

    „Ich habe diese Musik schon einmal gehört – im Paradies“, so ein hier zu Lande nicht unbekannter Songschreiber über dieses Album. Ich kenne diesen Club nicht, aber sie müssen einen Sinn für großen Pop haben im „Paradies“. Wahrscheinlich spielen sie dort auch Radiohead, Gene und an weniger guten Tagen Coldplay. Dass die deutschsprachige Entsprechung ambitionierten […] mehr…

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    The Holmes Brothers – Simple Truths

    Sie bewegt sich doch, die Musikwelt. Alligator Records, lange die Adresse des orthodoxen Chicago-Blues, spendierte den spät entdeckten New Yorker Veteranen den Produzenten Craig Street (Cassandra Wilson), Soundmann S. Husky Hoskulds (Norah Jones), dazu als Gastmusiker u.a. Greg Leisz und David Piltch, die einst gemeinsam für k.d. lang spielten. Was machen die Holmes Brothers daraus? […] mehr…

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    Man’s Best Friend – The New Human Is Illegal

    Eine Zeit lang war es interessant, die Schmerzgrenzen des HipHop auszuloten: politisch korrekte Haltung, finstere Sounds und bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Beats. Sind wir nicht alle ein bisschen lndie? „The New Human Is Illegal“ klingt, als hätte man mit einem Transistorradio gemastert und noch Störgeräusche addiert. Statt sich den Herausforderungen des HipHop zu stellen, wird […] mehr…

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    Rammellzee – Bo Connicals Of…

    Rammellzee ist eine Legende aus dem New York der frühen 80er Jahre: Seine erste Hip-Hop-Single hat der Rapper und Graffiti-Künstler mit Jean Michel Basquiat aufgenommen, Andy Warhol schreibt in seinen „Diaries“ über ihn und Jim Jarmusch, in dessen „Stranger Than Paradise“ er mitspielte, findet: „He’s a genius.“ Das Gomma-Label hat diesen großartigen Wahnsinnigen nun zu […] mehr…

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    Blanche – Who’s To Say

    Ein anschwellendes Summen wie bei „Expecting To Fly“, doch es macht dem Plinkplink eines Pianos und dem Pickpick einer Akustik-Gitarre Platz, bevor ein Banjo eintritt und eine entrückte Stimme fragt: „Who’s to say that l’m unhappy cause I really smile.“ Hat Patina, verströmt Oldtimey-Flair. Dann eine Pedal-Steel, der Refrain schaltet zwei Gänge hoch, eine weibliche […] mehr…

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    North Mississippi Allstars – Polans

    Es gibt Fans der North Mississippi Allstars, die müssen jetzt ganz stark sein. Und erstmal tief Luft holen, bevor sie „Polaris“ in den Player legen. Es sind jene Puristen, welche sich daran erfreuten, wie die Dickinson-Brüder Luther und Cody und ihr Bassist Chris Chew auf ihren ersten beiden Alben den Hill-Country-Blues von Fred McDowell und […] mehr…

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    Knarf Rellöm - Einbildung ist auch ne Bildung

    Diskurspop über den Zustand der Unterhaltungsindustrie mehr…

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    Josh Ritter – Golden Aqe Of Radio

    Dass man zwei Country-Musiker brauche, um eine Glühbirne auszuwechseln, schrieb Fink-Sänger Nils Koppruch neulich irgendwo. Einen, der die neue Birne eindreht und einen der singt, wie gut die alte war. Das könnte der Songwriter Josh Ritter übernehmen. „Oh and I’ve got a worried mind I know/ I hear the ghost of Patsy Cline/ On the […] mehr…

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    Monster Magnet - Monolithic Baby

    Da sich der dichte Haschrauch mittlerweile etwas verflüchtigt hat, werden Konturen erkennbar. Das sieht hier sehr nach einer Garage aus, die mit viel altem Plunder aus den Siebzigern zugemüllt ist, aber da steht eben auch eine Band drin, die konzentriert, effizient und ziemlich trocken zur Sache geht Das allzu Verspielte, absurd Verjamte, das den dopebeflügelten […] mehr…

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    Trans Am – Liberation - Liberation

    Das siebte Album von Trans Am ist ein Album über den Irak-Krieg, und ja, ja, wir brauchen Platten über den Krieg, und zwar nicht nur von Songwritern, die alles ordnen und kommentieren. Als Instrumentalband können Trans Am es sich ja leisten, undeutlich zu bleiben, die dumpfe Hilflosigkeit und den Ärger und die Angst festzuhalten, die […] mehr…