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    Claire Holley – Dandelion

    - Roots von Jörg Feyer

    Für ihr viertes Album beschäftigte die Songschreiberin aus Mississippi erstmals eine richtige Live-im-Studio-Band, ohne sich deshalb akustische Verschnaufpausen („The Singer“) zu versagen. Charakteristisch bleibt immer die Unbefangenheit, mit der sich Claire Holley sowohl verschiedensten Sujets als auch deren musikalischer Umsetzung nähert. Zwischen rustikalen Road-Stories („6 Miles To McKenney“) mit satter Slide und lieblichem Folk-Rock („Dandelion“) […] mehr…

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    Cindy Bullens – Neverland - Roots von Jörg Feyer

    Das glaubt man ja nicht. Cindy Bullens startete ihre Karriere einst als Background-Sängerin bei Elton John. Inzwischen zählt Emmylou Harris zu ihren Verehrerinnen, die denn auch prompt in einer „Send Me An Angel“ betitelten Ballade auftritt, die „fly“ auf „die“ und „cry“ reimt. Soweit, so vorhersehbar – so untypisch. Denn nach der Trauerarbeit für ihre […] mehr…

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    Otis Taylor – Truth Is Not Fiction - Roots von Jörg Feyer

    Letztes Jahr bekam er einen W.C. Handy Award als „Best New Artist“ – schon eine kuriose Würdigung für einen Künstler, der schon mal in den 60er Jahren aktiv war, danach aber viele Jahre lieber in Antiquitäten denn Musik machte. Gegen den Political Blues von „Truth h Not Fiction“ klingt das neue Robert-Cray-Album wie eine Hollywood-Komödie […] mehr…

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    The Raveonettes – Chain Gang Of Love - Columbia

    Das Konzept schien perfekt: Fifties-B-Movie-Bilder zu Fuzz und Feedback, kein Song über drei Minuten und drei Akkorden, alles in derselben Tonart. Die erste Single war fantastisch: „Attack Of The Ghostriders“ war Surf noir, verband die Hang-Ten-Euphorie der Deltones mit dem dräuenden Amp-Gewitter von The Jesus & Mary Chain. Frühe Live-Auftritte dämpften die Begeisterung freilich. Zu […] mehr…

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    M83 – Dead Cities, Red Seas & Lost Ghosts - Beats von Joachim Hentschel

    Wenn wir gut aufgepasst haben, gab es sowas noch nie: Synthesizer, die wie eine Mauer aus Feedback klingen. Eine Herde Elefanten, die mit Rüschenhandschuhen auf den Instrumenten von Tangerine Dream Kirchenorgel spielen. My Bloody Valentine covern den „Blade Runner“-Soundtrack. M83 sind zwei Franzosen, die magische, sonnendurchflutete, ohrenbetäubende Ambientmusik machen, die auch Indie-Popper lieben werden. (Labels/Virgin) mehr…

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    T. Raumschmiere – Radio Blauckout - Beats von Joachim Hentschel

    „The Great Rock’n’Roll Swindle“ hieß die fast schon klassische LP des Digital-Drangsaleurs und Techno-Wahnwitz-DJs Marco Haas aus Berlin, der in den besten Momenten der von ihm musikalisch verprügelten Clubnächte oft das Pult besteigt und die Schwindler verspottet, die hier den Rock’n‘ Roll nicht erkennen. Sein erstes Album für Mute Records ist für die Sitzung daheim […] mehr…

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    !K7 150 - Beats von Joachim Hentschel

    Jede universitätsnahe WG hat die !K7-„DJ Kicks‘ – CD von Kruder & Dorfmeister, und man muss kein In-Crowd-Clubhopper sein, um bei jedem dritten Stück dieses Jubiläums-Doppelalbums sofort zu nicken. Das Label !K7, vor acht Jahren nach dem Quartier am Berliner Kaiserdamm 7 benannt, hat House, Downbeat, Experiment-Elektronik immer qualitätsversessen, nie arrogant verkauft. 28 Tracks mit […] mehr…

  • The Soul Of Disco

    The Soul Of Disco - Beats von Joachim Hentschel

    Wenn die Diskothek Paradise Garage in Manhattan morgens zumachte, öffnete simultan der Plattenladen nebenan, und die Nachtgäste standen an, um gleich die Musik mit nach Hause zu nehmen, nach der sie eben mit den Hintern gewackelt hatten. In den mittelspäten Siebzigern sei der Disco-Sound „schwuler, schwarzer Punkrock“ gewesen, hat der junge Produzent James Murphy im […] mehr…

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    Fink – Haiku Ambulanz; Suzy Bogguss – Swing - Trocadero

    Dies ist Hardcore, ein Pestlied: Der Winter wird kälter, die Ernte fällt aus, ein Feuer im Club, die Tür geht nicht auf, und hinter dem Haus lauert der Maskenmann. „Wo geht das Licht an?“ nennen Fink ironisch diesen apokalyptischen Blues, der wie auf toten Knochen getrommelt klingt, mehr nach Nick Cave als nach Country-Folk. Eine […] mehr…

  • Jay Farrar - Terroir Blues

    Jay Farrar – Terroir Blues - Act/Indigo

    Zum Auftakt eine demonstrative Geste: „The future is free“, deklamiert Jay Farrar im ersten Song „No Rolling Back“ – so, als wolle er endgültig die Geister bannen, die da just aus der Vergangenheit vorbeilugten, in Form des wiederveröffentlichten Uncle Tupelo-Frühwerks. Und doch ist der verschlossene Songschreiber mit „Terroir Blues“ („terroir“ ist französisch für Erde) oft […] mehr…

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    The Hokum Clones – Breakin From A Jailhouse Blues - Singles von Wolfgang Doebeling

    Leftfield nennt man das wohl: akustische Gitarren, mal schnarrend, mal in Zither-Laune, Songs wie zu Zeiten dergroßen Depression, viel Folk, etwas Blues. Von einem Duo aus Liverpool! Großartig. (FOR US) mehr…

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    Swell – Whenever You’re Ready - Beggars

    Vor kurzem erschien die nur über den aufwändigen Importweg erhältliche Swell-Sammlung „Bastards And Raritics“. Darauf sind unter anderem so herzhafte Stücke wie „Get Higher“ oder „Too Many Days Without Thinking“. Ach ja, die alte Rappelkiste Swell, der alte Kauz David Freel. Ein schönes, wenngleich nicht zwingendes Wiedersehen. Wie eh und je ist es ein Kommen […] mehr…

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    The Long Winters – When I Pretend To Fall - Munich

    More miles than money: John Roderick hat schon einiges hinter sich gebracht in seinem Leben. Und das hatte oft mit Fernweh zu tun. Naja, wenn man in Alaska geboren ist Kaum ein Freight Train, dem er widerstehen konnte. Mal eben vom aktuellen Domizil Seattle auf einen Sprung nach Kalifornien. Irgendwann ging’s dann auch von Amsterdam […] mehr…

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    The Bad Plus – These Are The Vistas - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Die Postmoderne im Jazz ist eine dröge, bemüht werkelnde und allenfalls virtuose Angelegenheit. The Bad Plus (Piano, Bass, Drums) sind die bereits ziemlich berühmte Ausnahme. Inventiv, präzise, funny. Die Dekonstruktion von „Smells Like Teen Spirit“ muss man gehört haben: aberwitzig, aber brillant. Produziert hat der Jazz-unerfahrene Tchad Blake, das Mastering ist von Bob Ludwig. (COLUMBIA/SONY) mehr…

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    Patty Hurst Shifter – Beestinger Lullabies - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Noch ein Trio, das sich der Musiktradition seiner Heimatstadt verpflichtet fühlt, nur ist es diesmal Raleigh, North Carolina. Und dort pflegt man Guitar-Rock der zupackenden, grundehrlichen und eher unsentimentalen Art, der steht und fällt mit der Qualität der Songs. Hier steht einer, „The Fast And Fevered Fall“, keiner fällt, der Rest sitzt. Recht bequem. (BLUE […] mehr…

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    The Rain Band – The Rain Band - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Britpop is over? Nicht für dieses Trio aus Manchester, das der Musiktradition seiner Stadt gehorchend, gierig alles aufsog, was die formativen Jahre der Protagonisten beflügelte, und nun mit derselben Attitüde wieder ausstößt: aus dem Weg, wir sind die Besten, glaubt es lieber. Von den Gallaghers lernen, heißt an sich glauben. Die Stone Roses klingen an […] mehr…

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    Eric Stewart – Do Not Bend - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Noch ein verdienter Veteran, diesmal des Beat und Pop, der mit den Mindbenders und 10cc Hit-Abonnements hatte und wahrlich weiß, was großen Pop ausmacht. Berichtigung: wusste. Denn was Eric Stewart seinem Heimcomputer entlockt, sind fade, flächige Soundödnisse. Schade, denn sein Händchen für Melodien hat er nicht verloren, der Schmelz ist noch da.(STRAWBERRY) mehr…

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    Chris Farlowe – Farlowe That! - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Irgendein grausames Blättchen in Holland hat ihn mal zum hässlichsten Popstar aller Zeiten gekürt, und vielleicht sind Chris Farlowes defizitäre Werte in den Sektoren Glamour und Glitz schuld an seinem eklatanten Erfolgsmangel nach „Out Of Time“. An seiner Stimme kann es unmöglich liegen. Die schafft es noch heute, unter die Haut zu gehen. Hier mittels […] mehr…

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    Pernice Brothers – Yours, Mine & Ours - Zomba

    Won’t you come away with me, and begin something we can’t understand?“. lauten die ersten Zeilen des ersten Songs „The Weakest Shade Of Blue“. So schwer ist „Yours, Mine & Oars“aber nicht zu verstehen. Es ist einfach eine weitere Variation des schwelgerischen Pop von Joe Pernice. Seine Scud Mountain Boys wurden damals zwar noch in […] mehr…

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    The Fleshtones – Do You Swing - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Sie hatten mehr Klasse und Moral als die meisten ihrer Konkurrenten, und die wilde Emphase ihrer Live-Shows bleibt unvergesslich. Sänger Peter Zaremba und Gitarrist Keith Streng waren Helden einer ganzen Generation von Garagen-Bands. Das war vor 20 Jahren. Seither gab es periodische Aktivitäten der Fleshtones im heimatlichen New York City, neue Platten nur alle Jubeljahre: […] mehr…