• Baptiste Trotignon - Solo

    Baptiste Trotignon – Solo

    - Jazz von Klaus von Seckendorff

    Um seine pianistischen Fähigkeiten dürfte ihn manch klassischer Kollege beneiden. Auf die Kompositionen hätte mal Bill Evans, mal Martial Solal Grund, stolz zu sein. Europäische Prägung ohne akademischen Beigeschmack: Trotignon spielt auffallend kultiviert, wirkt aber nie harmlos. Er lässt seine immense Virtuosität aufblitzen, statt ihr aufzusitzen. Mit „Solo“ gelang ihm der überzeugendste Pianisten alleingang seit […] mehr…

  • Shirley Horn - May The Music Never End

    Shirley Horn – May The Music Never End - Jazz von Klaus von Seckendorff

    There’s a shadow hanging over me: Ein maßlos trauriges „Yesterday“, denn die Grande Dame des Jazzgesangs musste den Klavier- gegen den Rollstuhl eintauschen. George Mesterhazy spielt bluesbetonter, diskret, mit spannenden Ausbrüchen. Und Shirley? Singt intensiv wie immer. Schon der unterschwellige Funk des ersten Songs ist aufregender, als es die meisten Nachwuchsdiven wohl je sein werden. […] mehr…

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    Ghetto Priest – VultureCulture - Reggae von Mathias Münchow

    Der Produzent Adrian Sherwood wird wohl nimmer müde, seinen klassischen Riddims neue Versionen hinzuzufügen. Das Debüt des nicht mehr ganz jungen Sängers Ghetto Priest beginnt daher mit einem Ridditn von 1981, auf den schon Bim Sherman und besonders Prince Far I gesungen haben. Letzterer wird denn auch selbst 20 Jahre nach seinem Tod noch krähig […] mehr…

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    Abijah – Abijah - Reggae von Mathias Münchow

    Es geht etwas eigenartig los: Nach drei langsamen Nyahbinghi-/Rasta-Tunes (fast nur Trommeln, etwas Bass und akustische Gitarre) kommt Abijah dann doch noch in die Gänge. Also nicht gleich ausschalten! Sein Bemühen, seiner Stimme den Klang der Bob Marleys zu geben, ist unüberhörbar. Frisch sind die Songs, obwohl sie etwas mehr beißen könnten. Rasta pur, Foundation-Sound […] mehr…

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    Lee „Scratch“ Perry – Cutting Razor - Reggae von Mathias Münchow

    Der Untertitel sagt schon alles: „Rare Cuts From The Black Ark“. Fast unerschöpflich sind die Archive des Wonderman: Für dieses Album wurden die Masterbänder seltener Singles aus der Zeit von 1974 bis 1977 sowie unveröffentlichte Songsausder gleichen Zeit verwendet. Selbst eher bekannte Stücke wie „One Step Forward“ von Max Romeo oder „Sufferer’s Time“ von den […] mehr…

  • Melomane - Sol Re Sol

    Melomane – Sol Re Sol - XXS/ Indigo

    Platten wie diese machen mich wahnsinnig: Melomane sind zu sechst, kommen aus New York und spielen eine freundliche Mischung aus Go-Betweens, Triffids, Chumbawumba und irgendeiner besseren Saddle-Creek-Combo. Hört sich ganz dufte an, könnte man denken. Doch wie viele Platten erscheinen jeden Monat die nett sind, freundlich, dufte, prima und okay? Wer die Plattenseiten vieler Musikzeitschriften […] mehr…

  • Stereophonics - You Gotta Go There To Come Back

    Stereophonics – You Gotta Go There To Come Back - V2

    Ein schnippisches Internetmagazin bezeichnete die Stereophonics letztens gleich als „Bryan Adams tribute band“. Fies, aber fein beobachtet. Schließlich feierte das Trio auch schon schöne Erfolge im Vorprogramm von Bon Jovi, wo sie kein bisschen deplatziert wirkten. Die anhaltende Vcrgrämung, die die ganz früher mal leidlich gut gelittenen Herren aus Cwmaman mit jedem Album stetig vorantreiben, […] mehr…

  • Kraan - Through

    Kraan – Through - Bassball/Edel

    Das Cover inspiriert vom ersten Poster von 1972, auf der Rückseite schreiten vier Männer in den mitderen Jahren schwungvoll aus, vor dem guten alten Gut Wintrup, wo einst der kreative Kommune-Geist der Band blühte (und verwelkte). Reminiszenzen zum ersten Studioalbum nach zwölf Jahren. Aber womöglich treibt auch den Rezensenten nur die schöne Erinnerung an ein […] mehr…

  • Junior Delgado - Original Guerilla Music

    Junior Delgado – Original Guerilla Music - Reggae von Mathias Münchow

    Vor 30 Jahren nahm der heute 44-Jährige seine ersten Singles für Lee Perry als Mitglied der Gruppe Time Unlimited auf, aber besonders die Zusammenarbeit mit Augustus Pablo machte ihn international bekannt.“Original Guerilla Music“ Versammelt einige der besten Stücke aus der jamaikanischen Zeit des nun in London lebenden Sängers, von ’77 bis ’86. Die Creme der […] mehr…

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    Paul Carrack – It Ain’t Over… - Short Cuts von Birgit Fuß

    An Paul Carrack ist alles angenehm. Die Stimme drängt sich nicht auf, die Songs auch nicht. Die Instrumentierung ist recht opulent, aber bis auf Saxofon und Trompete hat der Brite alles selbst gespielt. Er stapelt gern tief, große Gesten sind ihm fremd. Bei so viel Zurückhaltung wird natürlich schnell übersehen, dass die Lieder nicht nur […] mehr…

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    The Truffauts – Are Things O.K. Now?

    Are Things O.K. Now? Die Nürnberger könnten sicher viele Geschichten darüber erzählen, was bei einer talentierten kleinen Popband im fiesen Musikgeschäft alles schiefgehen kann, aber das ist jetzt vorbei. Things are o.k. now. Dem Album der Truffauts hört man keinen Ärger an: schwungvolle, lässige Lieder sind ihnen geglückt, wundervoll melancholisch und ein bisschen komisch – […] mehr…

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    Sunday Driver – A Letter To Bryson City - Short Cuts von Birgit Fuß

    In einer Holzhütte in North Carolina eingesperrt zu sein, kann für eine Band aus Miami kein Spaß sein. Sunday Driver haben es ausgehalten – für die Kunst, natürlich. In der Nähe von Bryson City entstanden elf eigenartige Songs. Einerseits singt Alex Martinez ganz einfühlsam und manchmal fast erdrückend schwermütig, andererseits knüppelt die Band ganz schön […] mehr…

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    Satellite – Fear Of Gravity - Short Cuts von Birgit Fuß

    Noch ein nerd. Satellite ist eine One-Man-Show:“Fear Of Gravity“ wurde geschrieben, gesungen, gespielt, programmiert und produziert von Jonny Green. Der sieht die Welt allerdings aus so vielen verschiedenen Perspektiven, dass es nie langweilig wird. Mal ist er Knastbruder CCan You Hear The Sounds?“), dann möchte er ein Fisch sein („Bubbles“), aber meist ist er einfach […] mehr…

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    Brainstorm – A Day Before Tomorrow - Short Cuts von Birgit Fuß

    Irgendwann schien Reynard Cowper die Nase voll zu haben. Nachdem ihm der 17. Landesvertreter mitgeteilt hatte, wie toll er den Grand Prix moderiert hatte, sagte er nur noch „yeah, sure“ und drängte zur Punktvergabe. Cowper hat das alles ja schon einmal mitgemacht und mit Brainstorm 2000 den dritten Platz belegt, obwohl er den Sieg verdient […] mehr…

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    Rick Danko – Times Like These und Garth Hudson – The Sea Of The North - Corazong

    Seltsam, dass sich die Geschichten der beiden Bands, die auf so unterschiedliche Weisen die wohl schönsten Harmonien des Pop sangen, so sehr gleichen. Zum einen die Tragik der Beach Boys: Brian Wilsons Labilität Dennis Wilsons frühes Ableben, Carl Wilsons Krebstod und die Streitereien von AI Jardine und Mike Love, zum anderen die nicht minder traurige […] mehr…

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    St. Thomas – Hey, Harmony - Labels

    And now for something completely different: Hannes Wader, sagen wir mal. Den frühen. Besonders seine „7 Lieber „-Platte, die allerdings im Austragshäuschen der Flohmarktkisten ein trauriges Leben fristen muss. Grabbelware. Während einer wie Thomas Hansen als St Thomas (um doch zum Thema zu kommen) in seiner norwegischen Heimat sogar zur Handy-Piepsmelodie verarbeitet wurde, mit dem […] mehr…

  • 808 State - Outpost Transmission

    808 State – Outpost Transmission - Beats von Joachim Hentschel

    Wo bleibt, zur Pfeife nochmal, das Acid-House-Revival? Die Pioniere aus dem grimmen Norden Englands, 808 State, starten es mit ihrer ersten Platte seit sechs Jahren zwar nicht, holen aber viel skurriles Gequietsche aus ihren Kisten. Nicht zum Tanzen, mehr zum Zuhören – Ambient-Techno wie in den Zeiten, als Orbital Headliner des Glastonbury-Festivals waren. Also auch […] mehr…

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    The Cinematic Orchestra – Man With The Movie Camera - Beats von Joachim Hentschel

    Meistens klimpert der Klavierlehrer zu „Nosferatu“, aber wer wäre besser geeignet als das Londoner Cinematic Orchestra, um dem Stummfilm wahre Musik zu bringen? Hier war es Dziga Vertovs „Der Mann mit der Kamera“ von 1929: Auf CD untermalt diese jazzende mood music mit einigen Groove-Breaks nur das Abwarten der Zuhörer, aber es gibt auch eine […] mehr…

  • London Elektricity - Billion Dollar Gravy

    London Elektricity – Billion Dollar Gravy - Beats von Joachim Hentschel

    Reißt die schwarzen Laken ab, Drum n Bass soll wieder Spaß machen. Tony Colman, Chef des Hospital-Labels und des Projekts London Elektricity, nützt zu dem Zweck die Mittel, die man immer nimmt, um elektronische Musik aufzuhellen, Soul-Gesang, Live-Elemente, lebenslustig kreisende Sound-Loops. Die Nähe zum 2Step-Kitsch birgt Gefahr, aber das Ergebnis klingt betörend und konsequent durchgetrommelt. […] mehr…