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    Goldstoned – I Was A Teenage Pop Addict - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Während alle Welt Maximilian Hecker und seine seifigen Schmonzetten über den grünen Klee lobt, fristet der ungleich begabtere Patrick Goldstein alias Goldstoned aus Berlin fast ein Schattendasein. Das muss sich ändern! Wer Zitat-Pop mag, XTC schätzt, den Verstand beim Hören nicht ausknipst, dem Britischen zugetan ist, dem Burlesken und dem Vaudeville, könnte schlimmere Fehler machen, […] mehr…

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    Eddi Reader – Sings The Songs Of Robert Bums - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Das Glasgow-Girl interpretiert die Poeme des schottischen Nationalheiligen (1759-1796), eine ambitonierte Übung, die leicht ins Pathetische abrutschen könnte, es aber nirgendwo tut. Kein geringes Verdienst. Reader singt reverent und doch kontrolliert, das Backing untermalt die bald wild-sinnlichen, bald romantisch verklärenden Worte meist geschmackvoll, selten geschmäcklerisch. „Ye Jacobites“ grundiert Bums‘ ahnungsvolles Mahnen mit linder Akustik, „Charlie […] mehr…

  • Stephan Eicher - Taxi Europa

    Stephan Eicher – Taxi Europa - Virgin

    Franzosen-Pop, fortan Pöp genannt, hat Konjunktur. Mehr noch: Pöp gilt „in Deutschland als cool“, wie der in diesen Dingen bewanderte „Spiegel“ weiß. Nun ist Stephan Eicher natürlich Eidgenosse, er singt hier auch englisch, italienisch, deutsch und dütsch, manchmal gleich in mehreren Zungen, aber dennoch präferiert man in seinem „Taxi Europa“ den welschen Zungenschlag. Benjamin Biolay, […] mehr…

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    Oh Susanna – Oh Susanna - Short Cuts von Wolfgang Doebeling

    Die dritte LP der Kanadierin Suzie Ungerleider aka Oh Susanna verlässt jenes Terrain, wo ihre Vorgänger hausten und wo Mord und Totschlag zu reduzierten Americana-Sounds gereicht wurden. Dies sind Songs von verschmähter Liebe, entbehrter Lust und heimlichem Verlangen: „Dying for someone to take off your clothes.“ Die Musik hat Stones-Flair, schmeckt nach „Goat’s Head Soup“ […] mehr…

  • Nitin Sawhney - Human

    Nitin Sawhney – Human - V2/Zomba

    Ein britischer Inder mit ausgeprägtem Latin-Faible sowie gelegentlichen Britpop- und House-Anwandlungen? Nitin Sawhney macht es einer Plattenfirma alles andere als leicht, seine opulent arrangierten Werke zu vermarkten. Schon auf den vorangegangenen Alben „Beyond Skin“ und „Prophesy“ frönte Maestro Sawhney gnadenlos dem Maximahsmus, dem Wunsch möglichst jedes bekannte Genre (Country und Metal vorläufig ausgenommen) zu zitieren, […] mehr…

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    Deana Carter – l’m Just A Girl

    Die traut sich nicht mehr so viel. Denkt man, wenn die Frau, die mit der zwingenden Frage „Did I Shave My Legs For This?“ die Aufsteigerin der Country-Saison 1996 gab (und dann kommerziell gleich wieder abstürzte), mit der Banalität des Titelsongs ins Haus fällt. Aber immerhin kennt die Tochter von Session-Veteran Fred Carter noch Radiostationen, […] mehr…

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    Reckless Kelly – UnderTheTable& AboveTheSun - Roots von Jörg Feyer

    No Depression? Wenn es eine Band gibt, die im Wortsinn wirklich ernst damit macht, dann wohl diese. Die Braun-Brothers Cody und Willy repräsentieren auch mit ihrem dritten Studio-Album die Good-Time-Seite von Americana. Damit der Spaß auch im Studio funktioniert, sorgte Steve Earle Kompagnon Ray Kennedy für eine Reverb-freie Zone, die das Quintett auch durchaus gehaltvoll […] mehr…

  • Noahjohn - Water Hymns

    Noahjohn – Water Hymns - Roots von Jörg Feyer

    „Knee deep in the creek with Arlene…“ Eine Eröffnung, die keine Wünsche offen, weil viele Assoziationen zulässt. „First Communion“ heißt der Song dazu, voller erotischer Verheißung, die ihn antreibt, bis Sänger/Songwriter Carl John vergeht vor Sehnen nach der Frau des Vertreters. Eher untypisch ist dieses famose Stück für das Quintett aus Madison, Wisconsin, welches frühere […] mehr…

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    Ana Popovic – Comfort To The Soul - Roots von Jörg Feyer

    Die traut sichja mal was. Nimmt erst den Howlin Wolf-Klassiker „Sittin On Top Of The World“ in die Mangel, den sie einst in der Plattensammlung des Herrn Papa kennen lernte – und frisiert gleich anschließend Steely Dans „Night By Night“ (von „PretzelLogic“) um, weil „sich das für mich wie Blues anfühlt“. Viel Gefühl auch in […] mehr…

  • Nina Nastasia - Run To Ruin

    Nina Nastasia – Run To Ruin - Southern/EFA

    Keine Gefälligkeit, kein Entgegenkommen, keine Wegweiser. Nina Nastasias Lyrik geizt nicht mit Reizwörtern der frontalen Art, doch bleiben die Geschichten dahinter nebulös und geben ihre dunklen Geheimnisse nur widerstrebend preis. Hier ist Gewalt im Spiel, Sex wird insinuiert, Hass reckt sein häßliches Haupt. „One lock of hair in my grip/ Tears on my lip, cut […] mehr…

  • Skin - Fleshwounds

    Skin – Fleshwounds - EMI

    Wurscht, ob man nun Skunk Anansie seinerzeit mochte oder nicht: Die vier Londoner-Innen hatten, man muss es sagen, Schmiss. Was vornehmlich an Sängerin Skin lag, die kam, um sich zu beschweren: Rasant war ihr Gesang, zumeist politisch die Texte, und im Zusammenhang mit dem Debüt „Paranoid And Sunbumt“ war dann auch gerne von Arschtritten die […] mehr…

  • Transplants - Diamonds And Guns

    Transplants – Diamonds And Guns - Singles von Wolfgang Doebeling

    Transplants sind Rancid-Gitarrist Tim Armstrong, Blink-182-Drummer Travis Barker und Sänger Ron Aston. Das sieht auf dem Papier nach nichts aus und die Crossover-B-Seite klingt genau so, aber die A-Seite punktet mit Clash-style Punk und mitreißender Dramaturgie. Picture Disc. (Hellcat) mehr…

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    Simon Joyner – Here Come The Balloons - Singles von Wolfgang Doebeling

    Joyner lebt seine Produktionswut wie Will Oldham aus, auf einer Vielzahl von Labels, auf den verschiedensten Vinyl-Formaten. Diesmal ist es eine simple 7inch mit zwei bluesigen Schrullen über „these wretched dark days“. (TONGUE master) mehr…

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    Jet – Dirty Sweet EP - Singles von Wolfgang Doebeling

    Eine Platte, die ihren Titel nicht Lügen straft. Jet rocken und rollen mit Bravour auf „Take It Or Leave It“, während „Move On“ daherkommt wie eine Stones-Ballade, hochkarätig, aber ungeschliffen. Viel versprechend. 12inch only. (EASTWEST) mehr…

  • On/Off - Intermedium

    On/Off – Intermedium - Short Cuts von Joachim Hentschel

    Für den Blick nach vorn ein bisschen schmerzfreie Avantgarde: Die Doppel-CD fasst Beiträge eines Karlsruher Medienkunstfestes, mit dem legendären Kollektiv Negativland (das einen Handy-Lauschangriff sampelte), Thomas Meinecke und Michaela Melián von FSK (die zur Musik von Move Dein Schriftsteller-Seminar nachspielen) und einem Plattensammlungs-Patchwork-Track von Kalle Laar. (INTERMEDIUM) mehr…

  • Biffy Clyro - The Vertigo Of Bliss

    Biffy Clyro - The Vertigo Of Bliss

    Wenn eine prinzipiell langweilige Post-Grunge-Indierock-Band wie die schottischen Biffy Clyro sich so sehr um gute Songs und Gestaltungs- Ideen bemüht wie auf diesem zweiten Album, kann man sogar Spaß mit ihnen haben. Klingt teils wie die seligen Buffalo Tom. (BEGGARS) mehr…

  • Monade - Socialisme Ou Barbarie

    Monade – Socialisme Ou Barbarie - Short Cuts von Joachim Hentschel

    Stereolab-Sängerin Laetitia Sadier mit skizzenhaften Solo-Stücken aus sieben Jahren, im gewohnten Space-Chanson-Stil. Weil Drums und Geblubberfehlen, merkt man das Sekretärinnenhafte ihres Gesangs deutlicher, doch soviel Nähe zu einer großartigen Unnahbaren ist ein Ereignis. (Soulfood) mehr…

  • Ginuwine - The Senior

    Ginuwine – The Senior - Short Cuts von Joachim Hentschel

    Der Einstecktüchlein-Soul von Ginuwine mit vielen Verbeugungen vor den niedrigen Körperregionen der Ladies passt ins Schlafzimer, weil man gut dazu einschläft. Seine aufregenden Platten mit Timbaland sind Erinnerung, nur die Gäste Method Man und R. Kelly bringen einige Tracks in Schwung. (EPiC/sONY) mehr…

  • Hungry Ghosts

    Hungry Ghosts - Short Cuts von Joachim Hentschel

    Von Roland S. Howard (Birthday Party-Gitarrist) produziertes, ers? tes Album des Instrumental-Trios aus Melbourne. Klar, warum Howard sie liebt: Die Gitarren mit langsamen Tremolos, die Halbton-Bassläufe, die Suizid-Melancholie der Violine sind die Methadon-Variante der Bad Seeds (ohne Schlagzeug). Calexico-Hörer lernen das Grauen, aber leider liegt in dieser Stille wenig Kraft, mehr Apathie, (normal) mehr…