• Louis Tillett - Learning To Die

    Louis Tillett – Learning To Die

    Darkness on the edge of torm? Von wegen. Wenn Louis Tillett hinter Klavier bzw. Orgel Platz nimmt und seine sonor mahnende, gebieterische Stimme anhebt, würde wohl sogar in der launigsten Kaufmeile ernsthafter Zweifel am Sinn allen Treibens ausbrechen. Konsequent wie nur wenige andere hat der Australier die Abgründe menschlicher Existenz in den Mittelpunkt seines Schaffens […] mehr…

  • Stephen Malkmus -Domino

    Stephen Malkmus -Domino

    I was dressed for success/ But success it never comes.“ Gern erinnern wir uns zurück an diese vor acht Jahren vom Auguren Malkmus ausgesprochene Weissagung, die sich ja als nicht gar so falsch erweisen sollte: Zwar avancierte der Mann mit dem etwas eigenartigen Gesangsstil mitsamt seiner kalifornischen Indie-Rock-Sensation Pavement zum Semi-Star, doch vernahm man nur […] mehr…

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    45 r .p.m

    Tindersticks What Is A Man (beggars banouet) Die Four Tops hatten zweierlei Hits: die lustvollen, souligen, bei denen die Stimme von Levi Stubbs dem Hörer ins Gesicht sprang. Und die soften, mehrstimmigen. Zu letzterer Kategorie gehört „What Is A Man“, das die Mannen um Stuart Staples für ein TV-Drama der BBC nahe am Original aufnahmen, […] mehr…

  • Medeski. Martin & Wood - The Dropper

    Medeski. Martin & Wood – The Dropper

    M it unerschütterlichem Mut treten sie zur Eroberung des neuen Jahrtausends an, die Musketiere des Hammond-Grunge-Funkjazz. Gleich mit dem ersten Track von „The Dropper“ jagen sie potenzielle Hörer aus der gemäßigten Drum’n’Bass Ecke in die Flucht – samt den Jazz-Fans: fauchende Orgel, Getrommel wie aus der Maschinenhalle. Nach gut zweieinhalb Minuten wird die wilde Nummer […] mehr…

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    0 Brother, Where Art Thou?

    Bluegrass ist nicht tot. Ja, manchmal riecht er nicht mal komisch. Dann nämlich, wenn er herausschlüpft aus dem Getto puristischer Zirkel. Wenn Künstler wie Ricky Skaggs, Gillian Welch, Alison Krauss, ja neulich sogar der alte Bike-Rocker Steve Earle daherkommen und Bill Monroes Vermächtnis kräftig frische (Mainstream-)Luft zufächeln. Manchmal reicht aber auch ein guter Soundtrack. Wie […] mehr…

  • Frank Black And The Catholics - Dog In The Sand

    Frank Black And The Catholics – Dog In The Sand

    „Robert Onion“ ist der vielsagende Titel des zentralen Liedes auf dem neuen Album von Frank Black und seinen Katholiken, es geht darin um Zwiebelringe und Identität und viele enigmatische Dinge, die bloß der Künstler selbst deuten könnte. Der wohl dahinter stehende Verweis auf den Literaten Robert Musil und dessen postmodernes Präludium vom Zwiebelmann, der aus […] mehr…

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    Short cuts von Birgit Fuss

    Alice In Chains Live iCOLUMBlA/SONY) Das ist also alles, was Alice In Chains noch zustande bringen: ein lieblos zusammengeschustertes Live-Album mit grauenvollem Booklet und ohne neue Impulse. Soll wohl ein Lebenszeichen sein, geht aber nicht mal als solches durch. Natürlich singt Layne Staley wieder wunderbar, aber die Aufnahmen sind aus den Jahren 1990 bis 1996. […] mehr…

  • Anywhen - The Opiates

    Anywhen – The Opiates

    Es ist eine Art Etikettenschwindel: Das zweite Album der Schweden Anywhen verweist bloß noch in der Überschrift auf das 1997 erschienene Debüt – dort gab’s Powerpop, vollmundig und prätentiös zwischen Indie-Versatz und 80er-Jahre-Verweis, hier gibt’s musikalische Introversion fast ohne jedes Bandkorsett. Es hat wohl Schwierigkeiten gegeben – von zwischenmenschlichen Veränderungen ist die vorsichtige Rede, von […] mehr…

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    The Silos – Laser Beam Next Door

    Walter Salas-Humara macht mal nieder einen Schritt zurück Er hatte die Notbremse gezogen. Hatte sich Robert Fisher (Willard Grant Conspiracy) als Co-Autor an Land gezogen, um nicht länger im eigenen Saft zu schmoren. Hatte gar dezent mit Drum-Loops experimentiert, um neue Weichenstellungen auf alten Song-Schienen aufzutun. „Heater“ hieß 1998 das Ergebnis. Menschen, die vielen grandiosen […] mehr…

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    Short cuts von Wolfgang Doebeling

    Ray Condo & His Ricochets High & Wild (JOAOUIN/FENN) Verglichen mit dem Fiddle-getriebenen Rockabilly-Furor, den der Kanadier Ray Condo in den 80er Jahren mit den Hardrock Goners entfachte, mutet seine Swing-Mixtur mit den Ricochets fast safe an, wie abgefedert. Das täuscht freilich, denn Jiigh & Wild“ ist ebendas: eine zu Kopf steigende, ungemein in die […] mehr…

  • Collective Soul - Blender

    Collective Soul – Blender

    Bei all den US-Modern-Rock-Bands kann man schon mal den Überblick verlieren und Collective Soul mit in den Matchbox 20- und Semisonic-Topf werfen. Musikalisch bestehen auch keine enormen Unterschiede, aber immerhin waren die fünf aus Georgia früher dran als die anderen und dürfen sich durchaus als Mitbegründer des Genres sehen. 1994 gelang Collective Soul mit ihrem […] mehr…

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    Josh Roseman – Cherry

    Wenn Jazz eine Religion ist, dann ist Josh Roseman ein Sünder.“ Greg Täte übertreibt nicht bei seinen Linernotes, in denen er gegen die „Propheten vom Berge Berklee“ anstinkt mit der Feststellung, dass der Jazz solche Sünder heutzutage mehr braucht denn je. Verstoß gegen sämtliche Marsalis-Gebote ist auf „Cherry“ Programm. Schon der Start mit der Leiber/Stoller-Nummer […] mehr…

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    Short Cuts von Oliver Hüttmann & Jan Wigger

    Fauna Flash Fusion (COMPOST RECORDS) Der Titel ist schon etwas abgeschmackt, und Visionäres gibt es von den Münchner Elektronikern auch nicht gerade zu hören. Aber wie Christian Prommer und Roland Appel auf ihrem zweiten Album ihren Clubmusik-Stil um Hip-Hop und House erweitern, Drum’n‘-Bass und Dub interpretieren und den Soul sublimieren, das ist äußerst geschmackvoll und […] mehr…

  • Paradise Lost - Believe In Nothing

    Paradise Lost - Believe In Nothing

    Hopfen und Mak verloren: statt Düsternis dominiert Weinerlichkeit Dass er endlich akzeptiert habe, dass das Leben eben so schrecklich ist, wie es ist, sagt Nick Holmes, Frontmann, Sänger und Texter von Paradise Lost, und dass ihn heute die Angst inspiriert und nicht mehr die Wut von einst. Eine ungeheuer deprimierende Aussage angesichts des hyperproduzierten Blue-collar-Metal […] mehr…

  • Goldfrapp -Felt Mountain

    Goldfrapp - Felt Mountain

    Die ersten Assoziationen kommen schnell: Bassey, Morricone, Gainsbourg – das britische Duo Goldfrapp inszeniert auf seinem Debüt-Album „Feit Mountain“ die eigene Musik als klassische Pop-Grandezza im modernen Gewand. „Brown paperbag/ Makes for a hat“ singt Sängerin und Namensgeberin Alison Goldfrapp, doch die billige Nachahmung ist die Sache der Chanteuse und ihres musikalischen Partners Will Gregory […] mehr…

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    Saga – HouseOf Cards

    Im nächsten Jahr können sie Silberhochzeit feiern! Und wie man ein älteres Ehepaar ja nicht mehr davon überzeugen kann, liebgewonnene Gewohnheiten und Marotten abzulegen, so werden sich auch Saga im Leben nicht mehr ändern. Michael Sadler, die Stimme, macht immer noch auf aristokratisch-affektiert, hält Expressionsarmut und Sterilität weiterhin für eine Tugend, die Keyboards klingen derart […] mehr…

  • global village

    global village

    Karim Ziad Ifrikya Eingebettet in kompakte Fusion-Arrangements entfeitet der Drummer aus Algier ein opulentes Gemälde von algerischen und marokkanischen Klängen – und knüpft damit schlüssig an Nguyen Lys „Maghreb And Friends“ an. Um die mächtige Vokalkunst der Gnawa- und Berber-Tradition sammeln sich Lobpreisungen, arabische Liebeslyrik, Anrufungen von Heilern, unverhohlene Kritik am Fundamentalisten-Horror im algerischen Alltag. […] mehr…

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    Melvins – Eectroretard

    Die Melvins, so scheint’s, wechseln ihre Plattenfirmen wie andere Leute ihre Unterwäsche: Nach Sub Pop, Atlantic und Ipecac, dem Label von Freund Mike Patton, bietet nun das auf allerlei Abseitiges spezialisierte Unternehmen Man’s Ruin dem wirren Trio aus Aberdeen, Washington, eine wirtschaftliche Heimat. Um das zu feiern, gibt’s erst mal ein Schmankerl: Die in den […] mehr…

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    Jazz

    David Binney South ACT/EDEL CONTRAIRE) Hymnisch zelebrierter Ensembleklang statt Solotrips: Was da als „ganz neue Windrichtung im Jazz“ gepriesen wird, erinnert mächtig-prächtig an Brian Blades Fellowship. Bis auf zwei schrägere Nummern mit Jim Black ist Blade denn auch Drummer dieser Bandleader-Band um den von diversen Avantgardeprojekten her vertrauten Saxofonisten David Binney. Der leistet sich zum […] mehr…

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    John Hammond – Wicked Grin

    Für die einen ist Tom Waits die ferkörperung des Unverfälschten und Unbeirrbaren, andere halten ihn für einen Scharlatan und Poseur. John Peel hasst ihn, John Hammond schätzte ihn „schon immer über alle Maßen“. Und liefert mit „Wicked Grin“ eine ganze Reihe guter Argumente für seine Hochachtung, denn er überantwortete Waits nicht nur die Regie im […] mehr…