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    Josh Roseman – Cherry

    Wenn Jazz eine Religion ist, dann ist Josh Roseman ein Sünder.“ Greg Täte übertreibt nicht bei seinen Linernotes, in denen er gegen die „Propheten vom Berge Berklee“ anstinkt mit der Feststellung, dass der Jazz solche Sünder heutzutage mehr braucht denn je. Verstoß gegen sämtliche Marsalis-Gebote ist auf „Cherry“ Programm. Schon der Start mit der Leiber/Stoller-Nummer […] mehr…

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    Short Cuts von Oliver Hüttmann & Jan Wigger

    Fauna Flash Fusion (COMPOST RECORDS) Der Titel ist schon etwas abgeschmackt, und Visionäres gibt es von den Münchner Elektronikern auch nicht gerade zu hören. Aber wie Christian Prommer und Roland Appel auf ihrem zweiten Album ihren Clubmusik-Stil um Hip-Hop und House erweitern, Drum’n‘-Bass und Dub interpretieren und den Soul sublimieren, das ist äußerst geschmackvoll und […] mehr…

  • Paradise Lost - Believe In Nothing

    Paradise Lost - Believe In Nothing

    Hopfen und Mak verloren: statt Düsternis dominiert Weinerlichkeit Dass er endlich akzeptiert habe, dass das Leben eben so schrecklich ist, wie es ist, sagt Nick Holmes, Frontmann, Sänger und Texter von Paradise Lost, und dass ihn heute die Angst inspiriert und nicht mehr die Wut von einst. Eine ungeheuer deprimierende Aussage angesichts des hyperproduzierten Blue-collar-Metal […] mehr…

  • Goldfrapp -Felt Mountain

    Goldfrapp - Felt Mountain

    Die ersten Assoziationen kommen schnell: Bassey, Morricone, Gainsbourg – das britische Duo Goldfrapp inszeniert auf seinem Debüt-Album „Feit Mountain“ die eigene Musik als klassische Pop-Grandezza im modernen Gewand. „Brown paperbag/ Makes for a hat“ singt Sängerin und Namensgeberin Alison Goldfrapp, doch die billige Nachahmung ist die Sache der Chanteuse und ihres musikalischen Partners Will Gregory […] mehr…

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    Saga – HouseOf Cards

    Im nächsten Jahr können sie Silberhochzeit feiern! Und wie man ein älteres Ehepaar ja nicht mehr davon überzeugen kann, liebgewonnene Gewohnheiten und Marotten abzulegen, so werden sich auch Saga im Leben nicht mehr ändern. Michael Sadler, die Stimme, macht immer noch auf aristokratisch-affektiert, hält Expressionsarmut und Sterilität weiterhin für eine Tugend, die Keyboards klingen derart […] mehr…

  • global village

    global village

    Karim Ziad Ifrikya Eingebettet in kompakte Fusion-Arrangements entfeitet der Drummer aus Algier ein opulentes Gemälde von algerischen und marokkanischen Klängen – und knüpft damit schlüssig an Nguyen Lys „Maghreb And Friends“ an. Um die mächtige Vokalkunst der Gnawa- und Berber-Tradition sammeln sich Lobpreisungen, arabische Liebeslyrik, Anrufungen von Heilern, unverhohlene Kritik am Fundamentalisten-Horror im algerischen Alltag. […] mehr…

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    Melvins – Eectroretard

    Die Melvins, so scheint’s, wechseln ihre Plattenfirmen wie andere Leute ihre Unterwäsche: Nach Sub Pop, Atlantic und Ipecac, dem Label von Freund Mike Patton, bietet nun das auf allerlei Abseitiges spezialisierte Unternehmen Man’s Ruin dem wirren Trio aus Aberdeen, Washington, eine wirtschaftliche Heimat. Um das zu feiern, gibt’s erst mal ein Schmankerl: Die in den […] mehr…

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    Jazz

    David Binney South ACT/EDEL CONTRAIRE) Hymnisch zelebrierter Ensembleklang statt Solotrips: Was da als „ganz neue Windrichtung im Jazz“ gepriesen wird, erinnert mächtig-prächtig an Brian Blades Fellowship. Bis auf zwei schrägere Nummern mit Jim Black ist Blade denn auch Drummer dieser Bandleader-Band um den von diversen Avantgardeprojekten her vertrauten Saxofonisten David Binney. Der leistet sich zum […] mehr…

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    John Hammond – Wicked Grin

    Für die einen ist Tom Waits die ferkörperung des Unverfälschten und Unbeirrbaren, andere halten ihn für einen Scharlatan und Poseur. John Peel hasst ihn, John Hammond schätzte ihn „schon immer über alle Maßen“. Und liefert mit „Wicked Grin“ eine ganze Reihe guter Argumente für seine Hochachtung, denn er überantwortete Waits nicht nur die Regie im […] mehr…

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    Russel Simins – Public Places

    Solowerke! Die Unterforderung des Alltags ausgleichen! Ganz andere Dinge vertonen, möglicherweise gar verblüffen. Blur-Gitarrist Graham Coxon zum Beispiel kann bereits zwei derartige Taten sein Eigen nennen. Beide freilich verschroben wie der bebrillte Weitabgewandte selbst Was aber bringt der Alleingang von Rüssel Simins, der hauptberuflich bei Jon Spencers formidabler Blues Explosion das Schlagwerk malträtiert? Aus berufenem […] mehr…

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    Heinz Rudolf Kunze – Halt

    Man musste sich Sorgen machen um den laut Plattenfirma „größten Wortverschachtier Deutschlands“. Wo würde die Metamorphose enden? Was kommt als nächstes? Heinz Rudolf Kunze, schon früher Träger manch fragwürdiger Monrur, avancierte zum Chamäleon. Die offensichtliche Unzufriedenheit über das eigene Äußere führte bisweilen zu verwittertem Plunderbart und lustigem Afrika-Käppchen. Noch dazu saß der früher so ingeniös […] mehr…

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    Afncando All Stars – Betece

    Zweifellos werden auf Mensa-Festen die Sozialpädagoginnen hierzu ihre Seidentücher schwingen lassen. Was insofern völlig okay ist, als „Betece“ eine Tanzplatte ist und auch sein wilL Nur mit Exotismus und gutbrüderlichem One-World-Crossover hat das nichts zu tun, denn die Africando-Menschen bringen im Grunde nur das zusammen, was eh immer eins war: Kubaner und Amis haben den […] mehr…

  • Oranger -The Quiet Vibration Land

    Oranger -The Quiet Vibration Land

    Neben den wundersam sphärischen Schlafliedern der Montgolfier Brothers, dem Gitarrenpop der Cosmic Rough Riders und anderen Preziosen kredenzt uns der beinahe legendäre ehemalige Creation-Chef Alan McGee auf seinem neu gegründeten Poptones-Label nun auch das verheißungsvolle Quartett Oranger. Was sich im Vorprogramm der triumphalen Elliott-Smith-Europa-Tour noch anhörte, als wären Nirvana zurück oder zumindest Teenage Fanclub, entpuppt […] mehr…

  • Jeff Beck - You Had It Coming

    Jeff Beck - You Had It Coming

    Neue Haudrauf-Songs mit Elektronik vom Altvater an der Gitarre Da hegt und pflegt der Mann über 30 Jahre lang sein Image als stinkfaules Gitarren-Genie, das lieber an alten Autos und jungen Mädchen rumschraubt ab Musik zu machen, und dann das: zwei Alben in nicht einmal eineinhalb Jahren. Wird Jeff Beck auf seine alten Tage etwa […] mehr…

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    North Of America – TheSepultura

    Post-Hardcore auf den Spuren von Polvo, Shellac undPavement Schon 1999 ließen North Of America aus dem kanadischen Halifax mit ihrem zweiten Album „These Songs Are Cursed“ die Connaisseure des Post-Hardcore und des Gitarrenrock aufhorchen: Der mitreißende Longplayer weckte längst schlummernde Erinnerungen an selige Dischord-Tage und hatte mit „Speech Is An Experiment“ eine feine Hommage an […] mehr…

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    Jimmy Eat World – Clarity

    Melodieseliger, abwechslungsreicher Emo-Core auf dem Vormarsch Alle vier Mitglieder des Quartetts aus Arizona sehen exakt so aus, wie sich Mütter den perfekten Schwiegersohn vorstellen und sind für findige Plattensammler und Verehrer des Underground längst ein alter Hut. Dennoch war das im vorletzten Jahr erschienene „Clarity“ ebenso wie die Vorgänger Jimmy Eat World“ (1994) und „Static […] mehr…

  • Aimee Mann - Bachelor No. 2

    Aimee Mann – Bachelor No. 2

    Wie unsensibel und ignorant die Plattenbosse dieser Welt mit dem Werk Aimee Manns nebst Gatten Michael Penn umgehen, dazu ist in dieser Zeitschrift schon einiges gesagt worden. Bis der Soundtrack von Paul Thomas Andersons Superfilm „Magnolia“ zu breiter Öffentlichkeit gelang und Mann die Nominierung für einen Golden Globe einbrachte, mochte man die ehemalige ‚Til Tuesday-Vorsteherin […] mehr…

  • Leinwand

    Leinwand

    D er Mann, der die Frauen liebte‘ heißt ein Film von Truffaut. Robert Altman hat die Frauen immer geliebt wie sonst nur Almodovar. In „Nashville“, „Mr. Miller And Mrs. Cabe“, „Kansas City“ und „Cookie’s Fortune“, aber auch bei „Short Cuts“ stehen sie immer etwas mehr im Mittelpunkt als die Männer und huldigt er ihnen durch […] mehr…

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    The Chambers Brothers – Times Has Come: The Best Of

    Hypnotischer Psychdelic Soul auf einer sehr gelungenen Kopplung Wer die dunklen Brüder nebst weißem Trommler (ausgerechnet!) noch immer auf ihren Über-Song „Time Has Come Today“ reduziert, erhält hier den eindringlichen Gegenbeweis. Die Band war qualitativ nicht weniger als eine explosive Kreuzung aus den Früh-Meters, Booker T. 8C The MGs und den Four Tops. Aus der […] mehr…

  • Circus

    Circus

    Auch ein Mel Collins muss schließlich irgend woher gekommen sein. Die erste wichtige Band des späteren Vielfronten-Tuters ist heute vergessen, Circus (und die CoUins-Kumpel Ian Jelfs, Kirk Riddle und Chris Burrows) kennt niemand mehr. Ein Versäumnis, denn die einzige LP von 1969 präsentiert viele hörenswerte Momente. Der Chef, damals zumeist noch im Reich der Flötentöne […] mehr…