• Short Cuts

    Short Cuts

    - von Wolfgang Doebelein

    Formidabel: Zu den Vorreitern des letzten großen Powerpop-Revivals vor 15Jahren gehörten THE PLIMSOULS, sattelfest b Sachen Beat-Instrumentation und immer ganz nah dran an den heißesten Melodien. Seit sich Peter Case, Kopf und Stimme der Band, als Folkie immer selbstgenügsamer zur Klampfe verlustierte, wagte man an eine Wiederkunft des Quartetts nicht einmal zu denken. Was Case […] mehr…

  • Consolidated - Dropped

    Consolidated – Dropped

    Sollten HipHop und Rock’n’Roll in letzter Zeit wieder unpolitischer geworden sein, so ist diese Entwicklung an Consolidated vorübergegangen. Zu sagen, die drei Musiker seien Aktivisten, erscheint untertrieben bei Leuten, die vor revolutionärem Tatendrang zu platzen scheinen. Schlafen die überhaupt noch? Finden sie jemals Ruhe? Seit Jahren büßen sie für alle, die weiß, männlich und heterosexuell […] mehr…

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    MARLA GLEN – OUR WORLD - BMG/ Ariola

    Die Stimme ist nicht das Problem, ist ja auch ein Naturgeschenk. Seit ihrem Debüt-Album wuchert Marla Glen mit ihrer androgynen Erscheinung und dem gutturalen Gesang, der kein Training braucht und nicht die bunten biographischen Häppchen, die sie wohl beglaubigen sollen: Leibwächterin und Gesellschafterin bei der großen alten Nina Simone war Maria Glen, Drogensucht in allen […] mehr…

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    Butch Hancock – You Coulda Walked Around The World - Rainlight/Glitterhouse

    Voice, guitar, foot & harmonica: Das Line-Up seiner ersten LP „West Texas Waltzes And Dust-Blown Tractor Tunes“ vor zwanzig Jahren ist auch die Besetzungsliste von „You Coulda Walked Around The World“. Dasselbe Label, derselbe Stolz, dieselbe Autarkie. Von Stillstand kann dennoch ebensowenig die Rede sein wie von full circle. Butch Hancock, ein passionierter Musenküsser und […] mehr…

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    ISOTOPE217 – THE UNSTABLE MOLECULE; AERIAL M - Thrill Jockey/EFA; Domino/RTD

    Die Kompositionen von Isotope 217 sind wie die Welt: groß, magisch und nicht greifbar. Erstaunlich, welche Assoziationsketten das Ensemble lostritt, ohne sich dabei zu verzetteln. Denn ihre Musik mag unfaßbar sein – rund ist sie auch. Eben wie die Welt Und wie das Soundtrack-artige „Prince Namor“, ein durcharrangiertes symphonisches Vibrato, aus dem Bernard Herrmann genauso […] mehr…

  • ALABAMA 3 - Exile On Coldharbour Lane

    ALABAMA 3 – Exile On Coldharbour Lane - Elemental/Virgin

    Achtung, hier soll das nächste große Briten-Ding kommen! Alabama 3 aus – natürlich – Brixton sind „the best live band in the country“ (wie der „Melody Maker“ maßlos notierte), konnten einen dicken Geffen-Deal für die USA an Land ziehen (wo sie wg. Einspruchs der Country-Großkopferten Alabama aber nur noch A3 – nicht die Autobahn! – […] mehr…

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    Donnie Fritts – Everybody’s Got A Song

    Jeder hat einen Song? Mag sein. Aber nur wenige haben Songs (geschrieben), die etwa Ray Charles („We Had It AU“), Jerry Lee Lewis („A Damn Good Country Song“) oder gar Dusty Springfield („Breakfast In Bed“) gesungen haben. Ähnlich wie die hier mitwirkenden Dan Penn, Spooner Oldham und Eddie Hinton selig (wohl seine finale Studio-Arbeit) verkörpert […] mehr…

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    Tonträger - im Januar

    Welcher Titel könnte treffender sein, welcher Witz tödlicher, welche Ironie wahrhaftiger? Zu Shaun Ryder fallt jedem eine Anekdote ein, und wenn man sie irgendwo gelesen oder gehört hat – alle kennen Ryder, sein Leben ist öffentlich, sein Drogenkonsum Legende, seine Exzesse sind Legion. Mit den Happy Mondays war er 1990 der Größte, danach war auch […] mehr…

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    LEBE LIEBER UNGEWÖHNLICH von Danny Boyle - ab 22. Januar

    Ein stupider Raumpfleger (Ewan McGregor) entfuhrt die Tochter (Cameron Diaz) seines Ex-Chefs. Auf der skurrilen Odyssee durch die Weiten des amerikanischen Westens muß sie ihm erst die grundlegenden Kidnapping-Regeln erklären. Unterdessen versuchen zwei vom genervten Gabriel gesandte Engel (Delroy Lindo, Holly Hunter), das ungleiche Paar in Liebe zu vereinen. Das durchgeknallte Road-Movie-Märchen von Danny Boyle […] mehr…

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    IM AUFTRAG DES TEUFELS von Taylor Hackford - ab 22. Januar

    Der Titel verrät leider den Schwefelgeruch, den AI Pacino als Milton, Herrscher einer mächtigen Anwaltskanzlei, erst mit augenzwinkerndem Sarkasmus und ausschweifendem Lebenstil illustriert. Der sardonisch-schwatzhafte Schwerenöter lockt den begabten, da mehr am Gewinn als an Gerechtigkeit interessierten Jungjuristen Kevin Lomax (Keanu Reeves) ins Babel New York. Hier ist die Hölle ein exquisiter Büroturm, sein viktorianisches […] mehr…

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    COMEDIAN HARMONISTS von Joseph Vilsmaier - von Joseph Vilsmaier ab 25.…

    Vilsmaier, seit „Rama Dama“ und „Stalingrad“ für die Vergangenheitsbewältigung auf deutschen Leinwänden verantwortlich, hat sich mit bewährter tnszenatorischer Sorgfalt dem Aufstieg und Fall der A-capella-Truppe Comedian Harmonists genähert -1927 gegründet und 1934 von den Nazis aus dem Land geekelt Jedes Täbleau ist exakt ausgeleuchtet, jede Kranfahrt über historische Kulissen sitzt – doch bleibt ein schaler […] mehr…

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    LOLITA von Adrian Lyne - ab 1. Januar

    Schon Stanley Kubrick versuchte sich vor 35 Jahren an einem der größten Romane dieses Jahrhunderts – und verfing sich im Gestrüpp rigider Moral. Die Erotik zwischen James Mason und Sue Lyon brannte auf Sparflamme, Sex gab’s nicht mal andeutungsweise. Adrian Lyne, Meister der glatten Werbefilm-Ästhetik, ging Nabokovs „Lolita“ nun erstaunlich werkgetreu an. Weit entfernt vom […] mehr…

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    SHORT CUTS

    Wer zufallig entdeckt, daß ihn seine Ehefrau mit seinem Chef betrügt, hat Nix zu verlieren (ab LL). Der ^ferbeyuppie Tim Robbins rächt sich, indem er mit dem schwarzen Gelegenheitsräuber Martin Lawrence („Bad Boys“) den Firmensafe plündert. Eine chaotisch-sentimentale Buddy-Komödie im 80er-Jahre-Stil von Steve Oedekerk („Der verrückte Professor“), der in einer Szene süperb Jim Carrey imitiiert […] mehr…

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    HANA-BI von Takeshi Kitano - ab 22. Januar

    Der Titel verbindet die Sinnbilder von Leben (Hana) und Tod (Bi) zum japanischen Wort für „Feuerwerk“. Doch eine John Woo’sche Steigerung der Krawumm-Sequenzen meint es nicht: Beiläufig entladen sich die Handfeuerwaffen, und auch das zeitlupenartige Zucken im pulsierenden Blut wirkt eher friedvoll als makaber. Stilisierte Agonie als Hongkong-Parodie. So schnell Regisseur, Autor und Hauptdarsteller Kitano […] mehr…

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    Das Leben ist ein Spiel von Claude Chabrol - ab 8. Januar

    Claude Chabrol, einer der Altvorderen der Nouvelle Vague, hat in seinem 50. Film ein beliebtes Sujet im Kino aufgegriffen: Gangsterpärchen. Der Plot des Krimi-Liebhabers Chabrol entspricht den Regeln des Genres: Da lockt ein Coup, der etwas zu groß scheint; das Pärchen, Gauner mit Ehre und Stilwillen, gerät an skrupellose Gangster und in Lebensgefahr. Überraschend ist […] mehr…

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    TITANIC von James Cameron - ab 8. Januar

    Menschheitstraum Größenwahn. Alte Schwarzweiß-Bilder von euphorisierten Menschenmassen vor der „Titanic“ flimmern grobkörnig auf der Leinwand, dann verschwommene Videoaufhahmen des auf dem Grund des Ozeans mit Rost und Algen überwucherten Wracks, schließlich rasant montierte Szenen eines jungen Pärchens beim Flirten und auf seiner Flucht vor dem Wasser. Bevor sich der Vorhang in Hamburgs zweitgrößtem Kinosaal zur […] mehr…

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    Peter Thomas – BLOOD&DONUTS

    Es gab eine Zeit, da gab es nichts, was die deutschen Filmschaffenden gar nicht konnten. Science-fiction? Kein Problem, dafür wurde „Raumpatrouille Orion“ erfunden. Krimis? Klar, da gab es Jerry Cotton. Und für die Musik an dieser Trash-Front sorgten der kürzlich im großen Stil wiederentdeckte Klangfuturist Peter Thomas samt seinem Sound-Orchester. Vorliegender Track stammt natürlich aus […] mehr…

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    „Rainer Ptacek WITHIN YOU- WITHOUT YOU

    Ein trauriger Anlaß: Rainer Ptacek, als gebürtiger Tscheche in die USA emigriert, starb im November diesen Jahres nach langer Krankheit. Zu den schönsten Arbeiten des Gitarren-Stilisten gehörte das Album ,JSoctumes“, auf dem auch das vorliegende Beades-Stück aus dem „Yellow Submarine“-Film enthalten ist. mehr…

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    „Slackmates – WESTSIDE STORY

    Den SLACKMATES ist wirklich gar nichts zu schwierig. Und heilig auch nicht. Die vier sind alte Helden der Surf-Szene, beherrschen ihr Handwerk also aus dem EffefE Selbst Motive aus Bernsteins „West Side Story“, Inbegriff und Heiligtum des amerikanischen Musicals, präsentiert das Quartett auf seinem Longplayer „//o/ Car Girls“ ganz leichthändig im Surf-Gewand. mehr…

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    „Tav Falco – GOLDFINGER

    Nach High-Tech-Waffen riecht hier gar nichts, eher nach Sumpf und Morast. Wenn TAV FALCO seine Version von „Goldfinger“ spielt, hinterläßt natürlich Memphis sein Odeur. In einer Session mit den üblichen Verdächtigen wie Lorette Velvette interpretiert der Roots-Forscher mit Chaplin-Bärtchen die legendäre Nummer als schweren Swamp-BIues. Das ist dreckig, Mann, dreckig! Und wäre von den Bond-Verantwortlichen […] mehr…