• Ups..

    Tykho Moon von Enki Bilal

    Enki Bilal zeichnet Comics. In dem 1983 erschienen Heft „Treibjagd“ treffen sich stalinistische Bonzen auf einem Landsitz in Polen, um mit Präzisionsgewehren die Machtverhältnisse zu ordnen. Skizzen des lötalitarismus entwirft Bilal auch in „Tykho Moon“, seinem zweiten Film, einer Analogie zum Zusammenbruch des Ostblocks – wozu deutsche Filmemacher schweigen. Durch Paris zieht sich eine Mauer, […] mehr…

  • Kula Shaker - K

    Kula Shaker – K - Columbia/Sony

    Wer hat die Hippies reingelassen? Weller war’s – und die Stone Roses beim zweiten Anlauf. Auch Oasis sind nicht ganz freizusprechen, gravitiert doch die Pop-Galaxis um ihre Supernova. Ein Moment der Unaufmerksamkeit – und schon stinkt es nach Räucherstäbchen. Anfangs, im Frühjahr erst, war es brüllend komisch: „I’m telling you man. Jerry was here, you […] mehr…

  • Ups..

    Das Weeth Experience – Plateeth Weeth - Strange Ways/Indigo

    Der Song und die Improvisation, das Korsett und seine Sprengung. Die tollen Momente auf „Planeeth Weeth“, dem zweiten Album von Das Weeth Experience, finden sich jenseits des Songs und seiner Regularien. Da, wo die letzten Worte unter viel Hall ausgehaucht wurden, das Feedback der Gitarre frei schwingt, Baß und Schlagzeug sich potentiell unbeschränkt aneinanderschmiegen können. […] mehr…

  • Ups..

    Replays 2 von Bernd Matheja

    In Rick Halls Farne-Studios in Alabama wurden Hits wie „You Better Move On“, „When A Man Loves A Woman“ und „Hold What You’ve Got“ eingespielt 1962 siedelte Hall mit Sack und Pack nach Muscle Shoals um. Die Session-Musiker, die dort Southern Soul der obersten Güteklasse in Serie raushauten, umflort bis heute eine ganz besondere Aura: […] mehr…

  • Ups..

    The Schramms – Dizzy Spell

    Dave Schramm stammt aus der kleinen Stadt Hoboken. Dort haben die Feelies einst das Schrammeln neu erfunden. Zufall? Natürlich. Denn erstens gibt es das Wort nur so im Deutschen. Und zweitens schrammeln die Schramms gar nicht. Zumindest nicht mehr. Auf der ersten die Tournee, die die Band 1992 durch hiesige Clubs führte, war das noch […] mehr…

  • Ups..

    Replays 1 von Franz Schöler

    Weder ein „Best Of-Verschnitt, noch eine hochrangige Raritäten-Kollektion, gehört „Sex, America, Cheap Trick“ (Epic E4K 64938) zu ienem neumodischen Typ von Box-Set, das nach der Devise „Endlich mal das Archiv ausmisten!“ für den eingeschworenen Fan produziert wird. Der findet in diesem Fall vom rundum besten CHEAP TRICK-Album „In Colors“ ganze drei Songs (nur zwei in […] mehr…

  • Ups..

    Jon Spencer Blues Explosion – Now I Got Worry - Mute/Intercord

    Gäbe es ein Buch mit dem Titel „Die Kultur der USA in Klischee und Wirklichkeit“, dann fände sich auf Seite 148 das Stichwort „American Diner“: Neonlicht und Zigarettenqualm (seh den 90er Jahren nur noch Neonlicht). Die Frau hinter der langen Theke („Dolores“, verrät das Plastikschild) schenkt Kaffee nach. Free refill. Aus der Jukebox quält sich […] mehr…

  • Ups..

    Drucksachen von Wolfgang Doebeling

    Oft schon waren die wildbewegten Lehr- und Wanderjahre der Beatles Gegenstand von Dokumentation und Reminiszenzen, Kaschemmen wie der Star-Club oder der Kaiserkeller sind veritable Folklore, und wer dabei war, schwört noch heute Stein und Bein, daß die Liverpooler nie besser waren als damals, rabaukig in Lederkluft, Rock’n’Rollvernarrt, prä-Uniform, prä-Moptop, prä-Ringo. Glaubhaft ist das allemal, und […] mehr…

  • Ups..

    The Confusions – Everyone’s Invited - Clearspot / EFA

    Clearspot.’KFA Während sich noch alle Köpfe in Richtung England drehten, weht in Sachen Juendzimmerpop ein frischer Wind auch aus nördlichen Ländern, allen voran Bands wie die Wannadies oder den inzwischen recht erfolgreichen Cardigans aus Schweden. Und scheinbar war das nur der Anfang. Schon steht die nächste Runde Pop-inspirierter Youngsters in den Startlöchern. Die Confusions werden […] mehr…

  • Jonathan Richman - Surrender To Jonathan!

    Jonathan Richman – Surrender To Jonathan! - Vapor / WEA

    Neil Young und Jonathan Richman haben wenig gemein, oberflächlich betrachtet. Hier der Brummbär, dort der Tanzbär. Hier der unberechenbare Berserker, dort der smarte Gaukler. Oder auch: hier der Orson Welles des Rock ’n‘ Roll, dort der Cary Grant Trotzdem verfolgen die beiden das gleiche ZieL Sie wollen möglichst wenig mit dem Geschäft zu tun haben. […] mehr…

  • Ups..

    Roots von Jörg Feyer

    Der Titel „Compilation des Monats“ geht klar an die erste Ausgabe des in England konzipierten „American Songbook“ (Volume). Nicht nur, weil es hier 17 unveröffentlichte bzw. rare Live- und Alternative-Tracks von u. a. Steve Earle, Kim Richey, Kevin Welch, Golden Smog gibt und das Line-Up von Freakwater über Pam Tillis bis zu Joe Henry fast […] mehr…

  • Frank Zappa - Läther

    Frank Zappa – Läther

    Die Wiederveröffentlichung dieses Albums ist schön für Sammler, war aber nicht unbedingt nötig. Pop-Archäologen, die nach versunkenen Meisterwerken suchen, sollen sich lieber weiter mit den „Smile“-Ruinen der Beach Boys beschäftigen. Zappas Musik braucht keine festgegossene Form. Sie ist ein Labyrinth, ein Rhizom, eine musikalische Vernetzung. Aber der Reihe nach. Im Jahre 1977 wollte Zappa „Läther“ […] mehr…

  • Ups..

    Alternativen von Michael Ruff

    Seit die ehemalige Co-Leaderin Margaret Fiedler sich in Richtung Laika verabschiedet hat, bestehen MOONSHAKE nur mehr oder weniger aus David Callahan allein. Auf „Dirty & Devine“ (World Domination/EFA) schöpft er aus seinem reichen Sample-Fundus, doch so opulent und ausgefallen er seine digitale Big Band auch arrangiert – der Platte fehlt genau die Portion Speed, die […] mehr…

  • Ups..

    The Heads – No Talking Just Head

    Die (Talking) Heads ohne David Byrne: nur ein verzweifelter Akt der Amputation? Zum Scheitern verurteilt wie die Stones ohne Jagger? Wie die Pistols ohne Rotten? Wie letztlich auch Little Feat ohne Lowell George? Die entscheidende Frage muß auch Tina Weymouth, Chris Frantz und Jerry Harrison umgetrieben haben, als sie daheim in Connecticut neue Tracks aufnahmen […] mehr…

  • Aphex Twin - Richard D. James LP

    Aphex Twin – Richard D. James LP - Warp / RTD

    Der Erfolg von Aphex Twin ist ein unwiderlegbares, weil faktisches Argument gegen die These, langfristiger Erfolg, also Markentreue der Musikhörer, sei nur durch Vorhersehbarkeit erreichbar. Die einzige Konstante im ziemlich üppigen Werk des Techno-, Ambient-, Electronic-Listening-Stars Richard James, dessen bekanntestes Pseudonym neben Aphex Twin Polygon Window ist, ist seine Unberechenbarkeit – und selbst auf die […] mehr…

  • Midnight Oil - Breathe

    Midnight Oil – Breathe

    Sie gehörten immer zu den Aufrechten, Engagierten, zu der Sorte wohlgemerkt, die nie des scheinheiligen Heiligenscheins verdächtig war, und bei der, vor allem, der klare Kopf den Beat nie (birken)stocken ließ. Trotzdem will niemand noch mehr Songs über Aborigines von dieser Band und, gottlob, die Band selbst auch nicht „Get inside/ Take thät dive.“ Themen […] mehr…

  • Ups..

    Steinbruch Kurzbesprechungen

    Das Motto des Marina-Labels lautet „Music is love“, und viel Liebe brauchen vor allem die Betreiber, denn die Spezialisten fürs Romantische, Wohltönende und Schottische urteilen nicht nach marktwirtschaftlichen Gesetzen. Das erste Kapitel ihrer dreijährigen Arbeit wird nun von dem luxuriös ausgestatteten Sampler „IN BED WITH MARINA“ (Indigo) beschlossen: 22 Songs von Paul Quinn, The Bathers, […] mehr…

  • Martin Phillipps & The Chills - Sunburnt

    Martin Phillipps & The Chills – Sunburnt

    Eine seltsame Arbeitsmoral herrscht dort unten in Neuseeland. Eineinhalb Jahrzehnte gibt es The Chills und The Clean schon, doch zu mehr als einer Handvoll Alben hat es weder die eine noch die andere Band gebracht. Aber was heißt überhaupt Band? The Chilis ist die Vision eines Mannes, The Clean das Hobby dreier widerstreitender Songwriter-Temperamente. Trotzdem: […] mehr…

  • Joe Cocker - Organic

    Joe Cocker - Organic

    Remedur. Erstens: Joe Cocker ist kein Blues-Sänger. Ein Blues-Sänger trägt etwas vor, weil er traurig ist Er drückt sich aus. Joe Cocker singt traurige Songs, die andere geschrieben haben. Der Blues ist eine Haltung, keine Musik. Deshalb ist Randy Newman ein Blues-Sänger. Leonard Cohen. Und Nick Cave. Nicht Joe Cocker. Zweitens: Joe Cocker hat keine […] mehr…

  • Ups..

    45 RPM von Wolfgang Doebeling

    Hätten die Byrds 1965 nicht den Folk Rock erfunden und wären im Fahrwasser der Beatles und Searchers geblieben, wären THE BLUETONES heute nur eine Revival-Band. So aber prallen die Retro-Schmährufe an ihnen ab, und hip wollten sie eh nie sein. „Marblehead Johnson“ (Superior Quality) ist ein weiterer Wonne-Trip ins Rickenbacker-Universum, hochmelodisch trotz lamentierender Lyrik. „Everything […] mehr…