• PHISH

    PHISH

    - Hambburg, Markthalle

    Oben, hinter dem Mischpult, im kleine Richtmikrophonwald, kommt Bewegung auf, als das Saallicht erlischt und – umbrandet von mildem Jubel – ein paar Ballone in die schneidendstickige Luft aufsteigen. Noch einmal werden die rot flackernden Pegel der Aufnahmegeräte gecheckt, später kreisen Pfeifen – und die gefurchtete Disziplin „Ausdruckstanz“ feiert fröhliche Urständ. Zuvor, im Foyer, war […] mehr…

  • TISH HINOJOSA

    TISH HINOJOSA - BERLIN, HUXLEY’S CANTINA

    Heute hängt der Himmel nicht voller Fiedeln, ist die Schwermut nicht so ansteckend, das Glücksgefühl nicht so schwerelos wie sonst, wenn die Tex-Mex-Diva mit Engelsstimme das Leben und Leiden in den texanischen flatlarids und badlands besingt. Tish Hinojosa ist indisponiert, vom europäischen Winter ihrer Kraft und Klarheit beraubt. Sie fühlt sich elend, weiß bis kurz […] mehr…

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    Drucksachen von Wolfgang Doebeling

    Eine wahre Flut von neuen und aktualisierten Nachschlagewerken bricht im Frühjahr über uns herein, hier weniger nach Aufmachung beurteilt, sondern nach ihrem Gebrauchswert. Am beliebtesten waren schon immer die Price Guides. Wer möchte nicht wissen, welchen Wert die eigene Sammlung hat? Oder – wichtiger noch – was man für gesuchte Raritäten hinblättern muß? Den englischen […] mehr…

  • Gene - Drawn To The Deep End

    Gene – Drawn To The Deep End

    Cool sind Gene nicht. Das könnte man nachsehen. Schlimm ist, daß sie keinen Wert auf Coolness legen und sich ostentativ heraushalten aus den Grabenkämpfen und Image-Offensiven, die den Pop-Alltag bestimmen im United Kingdom. Tribalismus ist nicht ihre Sache, Leisetreter sind sie dennoch nicht. Martin Rossiter, Morrissey-Schüler in Stimme und Sturheit, nimmt den Mund gern sehr […] mehr…

  • Die Aeronauten - Jetzt Musik

    Die Aeronauten - Jetzt Musik

    Die beseeltesten Bläsersätze seit Dexy’s Midnight Runners, die traurigste Trompete seit den Pale Fountains. Ausgehend vom britischen Pop der frühen 80er Jahre erarbeiten die Aeronauten aus der Schweiz ein Idiom deutscher Zunge, das ohne alle Fisimatenten sein Anliegen formuliert. Superklasse, wie auf ihrem dritten Album „Jetzt Musik“ die kniffelige Melodiösität der Arrangements mit einem dunkel […] mehr…

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    Replays 2 von Bernd Matheja

    Wer beim Anhören der folgenden Scheibe mal kurz innehält, spürt Vibrationen: Lennon gibt unterirdisch die „Biellmann-Pirouette“. Bereits zu Vinyl-Zehen galt eine bestimme Doppel-LP als gurgelnde Schande im Zusammenhang mit den BEATLES: „Live! At The Star-Club in Hamburg, Germany, 1962“ hieß die Schrulle „mit 26 historischen Aufnahmen“, d. h. durch die Scheißhauswand mitgeschnittenem Trümmer-Beat. Jetzt liegt […] mehr…

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    Replays1 von Franz Schüler

    Von demselben Country Blues-Giganten SKIP JAMES, der unter anderem auch Robert Johnson nachhaltig beeinflußte, den meisten Lesern dieser Zeilen aber vermutlich mittelbar durch die Cream-Cover-Version von „I’m So Glad“ bekannt sein dürfte, gibt es neuerdings bislang buchstäblich unerhörte Aufnahmen als Erstveröffentlichung. „Skip’s Piano Blues“ (Edsel EDCD 481/TIS) zwölf Ende Oktober 1964 live im Studio mitgeschnittene […] mehr…

  • Fury In The Slaughterhouse - Brilliant Thieves

    Fury In The Slaughterhouse – Brilliant Thieves

    2,5 FURYINTHE SLAUGHTERHOUSE BRIL LIANT THIEVES s >v Irgendwann, ein paar Jahre ist es wohl her, haben wir aufgehört, auf die nächste Platte von Fury In The Slaughterhouse gespannt zu sein. Kann passieren, so was. Vielleicht ist es ja wie in einer mauen Ehe – die Nächte sind nicht mehr das, was sie mal waren […] mehr…

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    45 R.P.M. von Wolfgang Doebeling

    Nichts ist so altmodisch wie die Moderne von gestern. DEPECHE MODE etwa. David Gahan verfügte immer nur über diese eine, modulationsunfähige Stentor-Stimme, aber Martin Gore hatte ein Händchen für Melodien. Ein aparter Kontrast, von dem sich eine Zeitlang zehren ließ. „Barrel Of A Gun“ (Mute) ist bloß noch Sound, kalt und krass. Disco, gotisch. 2,0 […] mehr…

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    ROGER MCGUINN – LIVE FROM MARS - Hollywood/Polydor

    Die Geschichte der Byrds liest sich wie eine Abfolge von Shakespeare-Dramolettes: Richtungsstreit und Diadochenkämpfe, Neid und Mißgunst, List und Tücke, Lug und Trug. Das Band-Lineup fluktuierte wie die Regierung in Italien: Intrigen und Ego-Tripping ohne Ende. Roger McGuinn war die einzige Konstante, von den Preflyte-Byrds bis zur Reunion-LP zehn Jahre später. Er hatte die Gabe […] mehr…

  • To Rococo Rot - Veiculo

    To Rococo Rot – Veiculo

    Die Magie der Mechanik. Schon ihr Name erinnert an ein Zahnradwerk, und beim Aussprechen erzeugt er ein recht angenehm gleichmäßiges Tackern. Dabei ist es egal, in welche Richtung man dieses Räderwerk in Bewegung setzt. To Rococo Rot bleibt To Rococo Rot – ob von vorn nach hinten gelesen oder umgekehrt. Und so ist es erstmal […] mehr…

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    Alternativen

    Die Geschichte des Rock & Roll war immer die Geschichte der Fusionen: Folk-Rock, Jazz-Rock, Klassik-Rock etc. etc. Nun ist es an der Zeit für, ja was, Elektro-Rock? Etwas ähnliches kommt einem jedenfalls in den Sinn, wenn man die 45 rein instrumentalen Minuten der neuen CD von TRANS-AM durchgehört hat. Die ersten Minuten von „Surrender To […] mehr…

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    Monostars – In Zeitlupe - Veracity/EFA

    Das einzige Idyll, das ich finden kann, ist das, das ich mir selber schaffe, singt Norbert Graeser von den Monostars. Entsprechend basteln sie am Idyll feiner Popmusik. Fröhlich perlen die weichen Gitarrenakkorde, pluckert und plätschert das wunderbare Teil, genannt Synthesizer Das ist auffeilend an dieser sonst eher zurückhaltenden Musik. Minutenlang wandert die Orgel auf einzelnen […] mehr…

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    The Bathers – Kelvingrove Baby

    Don’t judge a book by its cover – und auch keine CD. Nicht, daß das Cover dieses Albums nicht zum Kauf animierte, im Gegenteil. Aber beim Band-Namen The Bathers und beim Foto dieser wirklich schönen Frau könnte man eher an eine jener überwiegend weiblich besetzten Pop-Bands denken, die sonst bei dem stilsicheren Hamburger Label Marina […] mehr…

  • Souled American - Notes Campfire

    Souled American – Notes Campfire

    Ende der Achtziger waren Souled American die erste Band, die gefühlvoll ausgetüftelten Slo-Mo-Country-Folk spielte. Sie tourten mit Camper Van Beethoven, beeinflußten etliche Epigonen und interessierten jedermann. Alles schien gut zu laufen, doch dann machte die Plattenfirma gerade in dem Moment pleite, als die Band ihren Schlagzeuger rausgeworfen hatte, um künstlerisch den Sprung von der unterschwellig […] mehr…

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    Beats von Kloos & Wellner

    Wer nicht an den fetten Drum’n’Bass-Tracks schraubt, wandelt derzeit auf den Spuren von Travolta und arbeitet an der Neuerfindung des Disco-Sounds. Die Bamboo Shoot-Compilation „DISCO TIN“ ist ziemlich nahe am Ziel: eine Sammlung von klasse Schüttel-was-du-hast-Clubhits in teils geilen Mixes. 4,0 Wenn puertoricanische Einwanderer im Big Apple über ihre musikalischen Wurzeln nachdenken, muß wohl eine […] mehr…

  • Ian Hunter - The Artful Dodger

    Ian Hunter – The Artful Dodger

    Manchmal kommt das Werk dem Künstler näher, als ihm lieb sein kann. Und aus der rhetorischen Frage wird viel zu schnell eine gar zu reale: „Is there life, is there life – is there life after death?“ (Ian Hunter, 1979, auf „You’re Never Alone With A Schizophrenie“) Das erste Lebenszeichen des Mannes mit der Brille […] mehr…

  • Karma To Burn

    Karma To Burn

    Karma To Burn haben keine Geschichte. Aus einem Legenden-Nebel ragt, daß da vier dunkle Männer mit großen Hüten und einem Faible für alte Lynyrd Skynyrd-Platten kommen werden, die auf ihrem Debüt den Metal mit links zur Ekstase umfunktionieren können. Keine Revolution, eher ein Happening, welches aber eindeutige Spuren der Sinnesfreuden hinterlassen wird. Noch ruht das […] mehr…

  • Swell - Too Many Days Without Thinking

    Swell – Too Many Days Without Thinking - Beggars Banquet/RTD

    Die Welt von Swell in ihren Bestandteilen: dunkle Farben, Geräusche, Stimmen, warmtönige Melodien, Zufälligkeiten. Bilder, die aus dem Zentrum geraten, deren Mittelpunkt an den Rand rückt. Peripherie als Kern. So wie die trüben Cover-Fotos verläuft die Musik in einen Strom unscharfer Wahrnehmung. Keine markanten Statements oder Klarheiten, Popsongs gar nein, ein undurchsichtiger Sog aus eigenwilligem […] mehr…

  • Freedy Johnston - Never Home

    Freedy Johnston – Never Home - Elektra/eastwest

    Es ist zu schön, um nicht wahr zu sein: Freedy Johnston hat Kindheit und Jugend in einem Kaff in Kansas verbracht, das genauso weit von New York wie von San Francisco entfernt liegen soll (1563 Meilen). Was den US-Songwriter einmal zu dem schönen Ausspruch animierte, um ihn herum habe es endlosen Horizont gegeben. Aber eben […] mehr…