• Ups..

    Helmet – Betty

    EastWest
    03. Februar 1995

    Auch wer Metal nicht mag, staunt über den Ausnahmekünstler Page Hamilton: Seinen glasklaren Songs liegt eher die Mathematik zugrunde als das übliche Gelärme. Die Hohe Schule des Krachs.

  • Soundgarden - Superunknown

    Soundgarden

    Superunknown
    03. Februar 1995

    Kein Grunge, kein Genöle: Hier haben Soundgarden die Essenz von Black Sabbath und Led Zeppelin, Blues und Beatles-Melodien in epische und spirituelle Lieder einfließen lassen. Das ist guter Stil, und der macht sie zu Superstars.

  • Ups..

    Paul Quinn – Will I Ever Be Inside Of You

    Marina/Indigo
    03. Februar 1995

    Es sind wehmütige Gefühle, die Paul Quinn wachruft. Erinnerungen an bessere Brit-Pop-Tage, als uns in schöner Regelmäßigkeit Postcard-Singles aus Schottland erreichten und aufwühlten. Paul Quinn läßt uns noch immer im Glanz großer Gefühle baden – gerade, weil er juveniler Weltschmerz-Euphorie längst entwachsen ist. Fakt: Die Zeiten des britischen Pop Kolonialismus sind vorüber. Leider. Ralf Schlüter […]

  • Hole Live Through This Cover

    Hole

    Live Trough This
    03. Februar 1995

    Nur wenige Tage vor Kurt Cobains Tod erschien dieses Album: Courtney Love durchleidet darauf alle Qualen einer Frau, die von der Welt mißverstanden wird. Weniger grell und musikalisch geordneter als auf dem Hole-Debüt „Pretty On The Inside“ wütet sie gegen die Gegenwart: furios und voller Widersprüche. Ein Mißverständnis ist auch der Vorwurf, sie habe Cobains […]

  • Ups..

    Page & Plant – No Quarter

    Phonogram
    03. Februar 1995

    Seltsam: 20 Jahre lang stanken Led Zeppelin auf dem Müllberg der Rock-Geschichte, eingepfercht zwischen Deep Purple und Uriah Heep. Dann wuchsen jene in Multiplikatoren-Rollen hinein – und das bescherte uns mit „No Quarter“ einen respektablen Ausflug ins Reich der Haarpracht, geschmückt mit ägyptischen Fiedeln, arabischen Rhythmen und all-afrikanischem Singsang. Wie gehabt.

  • Blur - Parklife

    Blur

    Parklife
    03. Februar 1995

    Blur lassen uns an etwas teilhaben, was äußerst rar geworden ist in der Welt des Pop. Man nennt es Entwicklung: gut, besser, „Parklife“. Damon Albarn erreicht nicht die Tiefenschärfe eines Ray Davies, seine Songs sind eher wie Polaroids. Doch die Motive sind ähnlich und immer britisch: Vorgarten-Idylle, Vorstadt-Idiotie. Nichts Neues, gewiß – doch Blur sind […]

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    Pavement – Crooked Rain, Crooked Rain

    Big Cat/RTD
    03. Februar 1995

    Nahezu klassischer Pop – aber auch ein Abgesang auf die Mythen der Rockmusik. „Goodnight to the Rock’n’Roll era“, singtder heimliche Romantiker Steven Malkmus mit weicher Stimme. In „Cut Yout Hair“ werden die Repräsentanten des „Alternative Rock“ gescholten. Rätsel-Lyrik und raffinierte Melodien kennzeichnen die Songs: Der Himmel, zum Beispiel, sei ein Truck. Warum nicht

  • Ups..

    Mother Tongue – Mother Tongue

    Sony
    03. Februar 1995

    Der Blues, der Zorn, die Gewalt und die Liebe – diese Platte enthält das wahre Leben. Mother Tongue zerfetzen die Idylle und setzen sie beim nächsten Ton als Sehnsucht zusammen. Ihr Song „The Seed“, der mit einer herzzereißenden Melodie das Gitarren-Inferno hinauszögert, ist eine Andacht inmitten der Agonie. Mother Tongue gehören zu jenen seltenen Rock-Bands, […]

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    Ween – Chocolate & Cheese

    Flying Nun/RTD
    03. Februar 1995

    Sie beherrschen alles: Mit einem Rollgriff durch die Historie der Popmusik gelingt Ween die Synthese von Parodie und Apotheose. Disco, Singalong-Pop, Schweine-Rock, Schnulzen, mexikanische Folklore, R & B – Ween macht Ernst mit dem Allgemeinplatz, auch das Triviale tauge zur Kunst. Aber Achtung – das Perfide: Die Texte zu den schnuckeligen Melodien sind fies, so […]

  • Ups..

    Beck – Mellow Gold

    MCA
    03. Februar 1995

    Wonach riecht die Jugend heute? Armut? Askese? Dem blassen Knaben Beck ist das egal, so wie alles auf dieser Platte keinen Sinn macht. Seine seltsam teilnahmslosen Fetzen aus Ethno-Gejohle, Country mit Mundharmonika, Akustik-Folk und übersteuerten Punk-Gitarren sind ein hohles Manifest der 90er Jahre. „I’m a loser, baby, why don’t you kill me?“ Das Echo aus […]

  • Nirvana - MTV Unplugged In New York

    Nirvana – MTV Unplugged In New York

    MCA
    03. Februar 1995

    Die explosivste Band der 90er Jahre interpretiert auf akustischen Gitarren das eigene Schaffen und einige Cover-Songs. Die skelettierten Songs artikulieren eine bittere Blöße und entstöpselte Emotionen, die ohne den Lärm noch wuchtiger ins Herz schneiden. Zudem wird bewußt, wie beeindruckend begrenzt, prägend, ja gefräßig genial Kurt Cobains Stil war. Er hat die Formel des Todes […]

  • Pearl Jam - Vitalogy

    Pearl Jam – Vitalogy

    Sony
    03. Februar 1995

    Eddie Vedder wollte Tabula rasa machen. Herausgekommen ist etwas Orientierungslosigkeit und viel Rock’n’RolL Led Zeppelin, natürlich. „Not For You“ klingt allerdings wie AC/DC, als wollten Pearl Jam ihre Fans ärgern. Letztlich setzt sich doch ihr Hang zum kunstvollen, malerischen, pathetischen Epos durch. Vedder, der hier über Tod, Suizid und Vergänglichkeit nachdenkt, wird sich nicht erschießen.

  • Portishead - Dummy

    Portishead

    Dummy
    03. Februar 1995

    „We got a road to find/ Never find a way/ From this moment/ How can it feel“, fleht Beth Gibbons, verloren in den gespenstischen elektronischen Klang-Kulissen ihres Partners Geoff Barrow. Das Dorf Portishead bei Bristol wurde zum traurigsten und wundersamsten Ort des Jahres: wüstes Land und Weltraum zugleich. Jazz, Blues, Soul, Ambient, Soundtrack für einen […]

  • Ups..

    Clockhammer – So Much For You

    EFA
    03. Februar 1995

    Byron Bailey hat eine Mission. Er versöhnt den Metal mit Melodien, die dieses Genre aus den Untiefen des schlechten Geschmacks in die Tiefe der Poesie fuhrt. „So Much For You“ ist ein Gebet und Gottesgeschenk von melodramatischer Größe und der Virtuosität des Jazz. Bislang ist Bailey für seinen Kreuzzug zur Katharsis meist gekreuzigt worden. Aber […]

  • Beastie Boys - Ill Communication

    Beastie Boys

    III Communication
    03. Februar 1995

    Die Beastie Boys waren das Tier im Teenie. Sie befummelten Brüste, verherrlichten Budweiser-Bier und sampelten die pubertären Klischees vom Rock’n’Roll. Heute sind die drei jüdischen Homeboys die coolsten Nonkonformisten und Eklektizisten. Was sie mit „Check Your Head“ überdachten, ist auf „Ill Communication“ integratives Chaos: Flöten, Cello, Rap, Funk, Jazz. Ein Kommunikations-Crash.

  • Ups..

    Sonic Youth – Experimental Jet Set, Trash And No Star

    03. Februar 1995

    Kurt Cobain war bereits tot, als Sonic Youth den Rest begruben. Die Lärmvirtuosen aus New York demontierten ihr Meisterwerk „Dirty“ und behielten ihre Würde. Gebremster Krach, sphärische Splitter, Melodienbrüche, Maschinenrattern, Country, Popsongs wie Intros und Rückkopplungen als letztes Aufbäumen. Schönheit inmitten der Trümmer.

  • Tori Amos - Under The Pink

    Tori Amos – Under The Pink

    EastWest
    03. Februar 1995

    Wenn Kate Bush gut ist, ist sie brillant Wenn Tori Arnos gut ist, ist sie so gut wie Bush, wenn die nicht so gut ist. Dafür ist Tori musikalisch stringenter, verläßlicher und seltener peinlich. Und lyrisch erotischer, weniger erratisch und immer näher am Leben.“Under The Pink“ ist voll kleiner, gemeiner Seitenhiebe und durchtriebener Apercus. Auf […]

  • Townes Van Zandt - No Deeper Blue

    Townes Van Zandt

    No Deeper Blue :: IRS
    03. Februar 1995

    Townes Van Zandt hat sich einmal mehr ausgeliefert, diesmal an Philip Donnelly. Den Wunsch, ein „irisches“ Album zu machen, trug er seit Jahren mit sich herum, doch ist sein Leben nicht so organisiert, daß er sich um irgendwelche Details kümmern könnte. So sorgte Donnelly, als Sidekick von John Prine in guter Erinnerung, für Auswahl der […]

  • Liz Phair - Whip-Smart

    Liz Phair – Whip-Smart

    EastWest
    03. Februar 1995

    Wenn Debüt-Alben so verzehrend und lebensspendend zugleich daherkommen wie Patti Smith‘ „Horses“ oder „Marquee Moon „von Television, wenn sie wie diese als strahlende Fixsterne am Firmament stehen, werden die Nachfolger in eine Umlaufbahn geschickt und verschwinden bald aus dem Gedächtnis. „Whip-Smart“ brennt und wird dieses Schicksal nicht teilen, auch wenn Liz Phair noch immer ins […]

  • Ups..

    The Rolling Stones – Voodoo Lounge

    Virgin
    03. Februar 1995

    Drei Gründe, warum „Voodoo Lounge“das beste Stones-Album ist seit „Some Girls“: 1. Die Songs. Mick’n’Keith haben sich zusammengerauft und beweisen, wie sehr sie einander brauchen. .Nur ausnahmsweise gibt es Jagger („New Faces“) oder Richards („The Worst“) pur. 2. Die Musik. Don Was hat sich eingemischt und mehr Spielfreude herausgekitzelt. 3. Die Atmosphäre. Bill fehlt zwar, […]