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    Yin Yang von Christian Salvesen

    Die Indianer glauben, daß das Nordlicht aus den Seelen der Toten besteht und daß man sie herunterpfeifen kann, was die Dorfhunde in jaulendes Entzücken versetzt. Alaskakenner und Gitarrist LARRY CONKLIN beschreibt seine Eindrücke auf „Sun Wind“ (In-akustik) mit spät erlerntem, aber gekonnt wehendem Fingerpicking. Mischen sich die kristallinen Harfengirlanden von Rüdiger Oppermann dazu, sieht man […] mehr…

  • Mark Eitzel - 60 Watt Silver Lining

    Mark Eitzel – 60 Watt Silver Lining - Virgin

    Mark Eitzel ist zweifellos am Höhepunkt seiner Kunst angelangt Oder wie sollte man die Apotheose des traurigen Clowns in einem einzigen Reim sonst charakterisieren? „This time the world wasn’t jokin'“, konstatiert Eitzel, um sogleich hinterher zu flehen: „But I hope your heart won’t always be broken“. Und als würde das noch nicht reichen, ist der […] mehr…

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    Roots von Jörg Feyer

    Schmutzige Wäsche schärft bekanntlich den Blick fürs Wesentliche. Nach boulevardesk verzerrten Turbulenzen vermeintlich privater Natur bedankt sich WYNONNA in den Credits zu „Revelations“ (edel) denn auch bei „meinen Feinden“, die sich das Antlitz der Wahrheit erkennen ließen. Dem pompös-pathetischen Titel folgend, gospelt’s hier kräftigst in allen Schattierungen zwischen dirty R&B-Mama und geläutertem Erzengel. Bonnie Raitt […] mehr…

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    Jazz von Seckendorff

    Wie wanne Semmeln mit Shawarma (Döner ä la Libanon) geht er weg, der Ethno-Jazz des Oud-Virtuosen RABIH ABOU-KHALIL. Was den Mann der arabischen Laute allerdings bewogen hat, sich mit den Pop-erfahrenen Klassikern des BALANESCU QUARTET zusammenzutun, fragt sich, wer je ein orientalisches Streicher-Ensemble gehört hat. Der Avantgarde-Vierer klingt vergleichsweise steif. Dem „Arabian Waltz“ (ENJA) fehlt […] mehr…

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    Bill Bennett: Gestohlene Herzen

    FBI-Agent O’Malley (Yaphet Kotto) fühlt sich unterfordert: Möchtegern-Kunstdieb Frank (Denis Leary) hat ein Millionen-Gemälde geklaut – und im Fluchtauto seinen Ausweis vergessen. Diese harmlose Gaunerkomödie verdient Interesse nur durch Mitwirkung von Neu-Superstar Sandra Bullock, Konkurrentin von Meg Ryan und Winona Ryder als „Hollywoods netteste Schauspielerin“. Sie spielt Franks Freundin Roz, die ständig an ihrer Beziehung […] mehr…

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    Barbet Schroeder: Davor und danach

    Jäh wird die winterliche Idylle in Neuengland gestört. Ein Mädchen liegt verletzt im Schnee und stirbt wenig später im Beisein der Ärztin Carolyn (Meryl Streep). Ihr Sohn Jacob (Edward Furlong), enger Freund der Toten, hat sie angeblich als Letzter lebend gesehen. In Jacobs Auto findet sein Vater Ben (Liam Neeson) blutbefleckte Textilien. Auch als Jacob […] mehr…

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    Terry Gilliam: 12 Monkeys

    Kafkaesk waren schon die Animationen, mit denen Terry Gilliam die Sketche der Monty Pythons illustrierte. Die Figuren wurden kopflos, gebaren Tentakel oder medusenartige Fratzen und mutierten zu Gewürm, zerquetscht von der Bürokratie und Freudschen Komplexen. Als Regisseur ordnete er in „Brazil“ und „The Fisher King“ das Chaos zu klaustrophobischen Kulissen der Agonie, in denen alles […] mehr…

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    Dani Levy: Stille Nacht

    Auf der Berlinale hatte es für eine „lobende Erwähnung“ gereicht. Die internationale Jury war höflich zu ihren Gastgebern. Urteil: gut gemeint. Wie vernichtend! Aber ist die seichte Komödienflut von Bück, Wortmann und Konsorten erst einmal abgeflaut, dann gnade uns vor „seriösen“, larmoyant-prätentiösen Seelendramen à la „Stille Nacht“. Beziehungskiste im Dreieck: Christian (farblos: Mark Schlichter) ist […] mehr…

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    Mario van Peebles: Panther

    Der afroamerikanische Film hat keine Tradition. Das Kino, das Amerikas Sicht auf die Welt, und so die Sicht der Welt auf Amerika prägte, stammt aus Hollywood. Dieses Diktat ist nicht nur weiß. Es ist Teil des Hegemoniestrebens einer Nation, die schon mit Coca-Cola und McDonald’s den Geschmack internationalisierte, und im Kino die Emotion auf den […] mehr…

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    Die Sterne: Deutsch und funky sein

    Die sogenannte Hamburger Schule ist eine veritable Schwatzbude. Was manche der Musikanten so zusammenreden, wenn der Tag lang ist, kann Hirnwütigkeit auslösen. Jenseits des Schwadronierens aber schaffen sie oft gute Musik. Wie Die Sterne. Drei Alben haben sie unter schönen Titeln wie „Fickt das System“, „Wichtig“ und „In echt“ beim Independent-Label L’age D’or herausgebracht „Posen“ […] mehr…

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    Flowerpornoes: Abgründig & hell

    Berge von Texten, Meere aus Melodien -„Ich & Ich“ ist zweifellos das Opus magnum der Flowerpornoes. Tom Liwa, der Chef der Band und einer der wohl besten Songwriter deutscher Zunge, verhandelt auf dem Album die alltägliche Schizophrenie. Zwischen dem, was seine Helden sein wollen, und dem, was sie sind, klafft immer ein tiefer Abgrund. Liwa […] mehr…

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    Ben Folds Five: Eklektizistischer Punkrock für Softies

    Ben Folds ist jung und ungestüm, aber er hat dennoch keine Gitarren-Band gegründet. Er leitet ein Trio, das er Ben Folds Five genannt hat: Klavier, Baß, Schlagzeug. In dem Song „Underground“ macht er sich über die amerikanische Independent-Szene lustig und schreibt auch sonst Texte mit skurrilem Witz: „I met this girl, she looked like Axl […] mehr…

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    Cable: Schrecken der Ausflugslokale

    Cable sind immer gut für einen Schock. Einige ihrer ersten Konzerte, so erzählt es jedenfalls die Legende, gaben sie in Ausflugslokalen. Kleine Kinder steckten sich darauf verschreckt ihre Finger in die Ohren, die Eltern beschwerten sich empört beim Oberkellner. Klar, so eine Band muß natürlich auch dem guten alten John Robb gefallen, der früher mit […] mehr…

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    Ash: Der Krach der jungen Rabauken

    Ash gehören zu den Bands, über die Wunderdinge aus England kolportiert werden, bevor in Deutschland irgendjemand Notiz von ihnen genommen hat. Das Trio aus Nordirland schickte daheim einen Haufen Singles und das Album „Trailer“ voraus, das hierzulande nur importiert wurde. Triumphe bei Festivals, Award-Nominierungen plus diverse Titelgeschichten verursachten einen Überdruck, der auch zur Bürde werden […] mehr…

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    Magnapop: Dynamik und Dramatik

    Meistens sind ja die Videos auf MTV schnöde Auftragsarbeiten. Doch Magnapop eroberten ’94 die alternative Popwelt mit einem Musikfilm, der ausnahmsweise mal nicht die üblichen Klischees von verträumten Brünetten und starken Beaus runterspulte. Der Clip zu „Slowly, Slowly“ zeigte den besten Zungenkuß in der Geschichte von MTV und zwei Teenager, die aussahen, als sei ihnen […] mehr…

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    Instant Karma: Lauter Grammys

    „Instant Karma“ heißt bekanntlich ein Song von John Lennon, der zwei Jahrzehnte später in sein Gegenteil verkehrt und von einer Turnschuhfirma für die Anpreisung luftgefüllter Fußbekleidung peinlichst verhöhnt wurde. „And we all shine on.“ Für solche tragikomischen Volten des Schicksals hat die Band Instant Karma viel Verständnis. Die drei britischen Brüder Ivison ließen zu ihrem […] mehr…

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    Kastrierte Philosophen: Steter Wandel hält jung

    Hätten’s die Kastrierten Philosophen geglaubt, wenn ihnen jemand am Anfang ihres Schaffens erzählt hätte, daß sie ihre Songs einmal im Reggae-Gewand präsentieren würden? Wahrscheinlich nicht. Aber die Gründerzeit liegt ja auch schon eineinhalb Dekaden zurück, und wenn sich die Philosophen a.k.a. Katrin Achinger und Matthias Arfmann eines bewahrt haben, dann ihre Wandlungsfähigkeit. Von dem sinistren […] mehr…

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    Lambchop: Blühende Melancholien

    Kurt Wagner ist, entgegen seinem Namen, kein Deutscher. Und obwohl er auffällige Country-Manierismen benutzt, stammt Kurt auch nicht aus Nashville. Dort lebt er erst seit einigen Jahren und restauriert Fußböden. Nebenbei hat er mit dem Ensemble Lambchop ein Album aufgenommen, das der Traditionsmusik einen abgründig schläfrigen, quasisymphonischen Gegenentwurf hinzugfiigt: „How I Quit Smoking“ enthält liebevoll […] mehr…

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    Nikolai Thomás: Dancefloor-Chansons

    Vorsichtig ausgedrückt: Die Gruppe Poems For Laila war nie ein Erfolg, und das zu Recht Nur Element Of Crime beherrschen das Kunststück, Chanson, Poesie und Zirkusmusik unpeinlich zu vereinigen. Lieder wie „Nights In Bordeaux“ dagegen hatten die betrübliche Klischeedichte, zu der Frankreich-Urlauber neigen. Nikolai Tomas, damals Chef der Band, hat viel geändert. Sein Solo-Album “ […] mehr…

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    Whipping Boy: Haß und Zärtlichkeit

    Am Boom des Brit-Pop konnten Whipping Boy bislang nicht teilhaben. Zwar führte das Zentralorgan der Bewegung, der „New Musical Express“, ihr Album „Heartworm“ lobenswerterweise unter den besten 20 Platten des Jahres 1995, doch der Zug fuhr ohne die Debütanten weiter. Das mag auch damit zu tun haben, daß Whipping Boy aus Dublin kommen und also […] mehr…