• Return To Sender

    Return To Sender

    Zurück an Absender: Das mag dem Label Normal in Bonn manches Mal passieren, wenn per Mailorder die sogenannten Perlen verschickt werden. Die Reihe „Return To Sender“ ist die exzeptionellste in Deutschland und die am sorgfältigsten gestaltete: In kostbarer Digipak-Artwork mit stets wiederkehrender Ästhetik, darunter je eine Briefmarke mit Poststempel aus der Heimat, werden Konzertmitschnitte von […] mehr…

  • Babe The Blue OX - People

    Babe The Blue OX – People - RCA / Aris

    Der Songwriter und sein Babe, eine Geschichte voll Gewalt und Leidenschaft. „I want to fuck this song/ Fuck it long/ Fuck it sweet/ Carry it around/ Near the souls of my feet“, singt Tim Thomas. Und das so begehrte Liebesobjekt kommt ein paar Zeilen später ebenfalls zu Wort: „I’m that song/ Where you can’t even […] mehr…

  • Waylon Jennings - Right For The Time

    Waylon Jennings – Right For The Time - Transatlantic / Edel

    Waylon Jennings Transatkintic Edel Fehltritte hat sich Waylon Jennings etliche geleistet, aber keine so peinlichen wie seine Kumpels Willie Nelson und Johnny Cash. Kein Duett mit Oelio Iglesias, kein Gospel-Kitsch mit Mama June. An Geschmacksverirrung leidet Waylon nur, wenn er als Highwayman aufgaloppiert zu einer Wildwest-Operette für Wochenend-Cowboys und LKW-Fahrer, jene verwegenen Gestalten in Jeans […] mehr…

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    Steinbruch Kurzbesprechungen

    Johnny Marr und Bernard Sumner, berühmt für ihre Mitarbeit bei den Smiths und New Order, haben als ELECTRONIC stets enttäuscht. Pet Shop Boys mit Gitarre, aber lau. Mit „Raise The Pressure“ (Virgin) sind die beiden wieder nicht auf der Höhe der Zeit sowie ihres Könnens und schollern brav zwischen den Lightning Seeds und, äh, Alan […] mehr…

  • Norma Waterson - Norma Waterson

    Norma Waterson – Norma Waterson

    Norma Waterson, unbeugsame Verweserin albionischen Liedguts, hat ein Album aufgenommen, ihr erstes Solo-Werk zudem, mit zeitgenössischen Songs. Die Frau mit der markantesten Stimme und strengsten Folk-Moral goes Pop. Würde Porter Wagoner Reggae-Nummern singen oder John Lee Hooker in Easy Listening machen, die Verwunderung wäre nicht großen Der Gang von Yorkshire nach Los Angeles, wo das […] mehr…

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    Yin Yang von Christian Salvesen

    „Planets, Rivers And… Ikea“ (Verve/Motor) nennt der norwegische Geheimtyp BENDIK HOFSETH seine elf Songs/Balladen, die ich hiermit zur musikalischen Sensation der Saison erkläre (natürlich nicht allgemeinverbindlich). Moderne Klassik mit Streichquartett, modern jazz mit Bossa und Sax (nicht nur) aus Garbareks Schule, Stimme und Typ Sting-haft, zwischen still und nervös, forschend, sensibel, Texte und Klangassoziationen zwingend, […] mehr…

  • Three Fish

    Three Fish

    Über die Musiker von Pearl Jam ist die Melancholie hereingebrochen. „Vitalogy“, schon schwer von Düsternis getränkt, erweist sich in der Rückschau als Schwanengesang einer Band: eher Nekrologie als Lebenslehre. Sie flüchteten in die Obhut von Neil Young, dem stärksten Mann der Rockmusik, und lieferten mit „Mirror Ball“ ihre beste Leistung. Eddie Vedder versenkte sich in […] mehr…

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    Nuggets von Jörg Gülden

    Eigentlich sind Hit-Zusammenstellungen kein Thema für diese Rubrik, aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und so gilt es nun die CONFEDERATE RAILROAD zu loben, denen die „GreatestHits“ (Atlantic 7567-82911-2) endlich auch in unseren Breiten die längst verdiente Anerkennung bescheren mögen. Frontman Danny Shirley und einige seiner Mannen begannen als Touring Band von David Allan Coe und […] mehr…

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    Lyle Lovett – The Road To Ensenada

    Wie sagte Neil Young mal so schön über seinen scheinbar unmotivierten Stil-Zick-Zack der 80er-Jahre? Erst wenn man die Erwartungshaltung des Publikums „vom Tisch gefegt“ habe, könne man wieder „eine richtige Platte“ machen. Anders als Young, plagte Lyle Lovett wohl nie ein blockierter Gefühlshaushalt, der die vorübergehende Flucht in Formalismen nahelegte. Doch die Demontage von bequemen […] mehr…

  • Dodgy - Free Peace Sweet

    Dodgy – Free Peace Sweet - A&M / Polydor

    Dodgy sind die Freak Brothers des englischen Musikbetriebs. Outsider, Auslaufmodelle, auf jeden Fall sehr glückliche Menschen. Mit ihrem schon legendären Hippie-Van kurven sie an der Peripherie des Britpop, im Kofferraum ein gut ausgesuchtes Sortiment freundlicher Drogen. Jedes ihrer Alben ist in der Heimat ein solider Verkaufsartikel, zum neuen Ding hat sie jedoch noch niemand erklärt. […] mehr…

  • Robert Forster - Warm Nights

    Robert Forster – Warm Nights

    Robert Forster mag geahnt haben, daß ihn einige schon fast im Vorruhestand wähnten, nachdem zuletzt nur eine doch etwas müde Cover-Sammlung („I Had A New York Girlfriend“) zu den Akten genommen werden mußte. Das roch nach Selbstzufriedenheit, nach Verlegenheitslösung, nach bequemem Reinemachen. Jetzt singt Forster zum Auftakt von „Warm Nights“ die Zeile „This is something […] mehr…

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    JAZZ VON SECKENDORFF

    Innerhalb von drei Takten hebt sie locker ab ins Reich der melodiösen Fusion. Schon das erste Solo trägt die Gitarristin SUSAN WEINERT in die Gefilde eines Allan Holdsworth oder Scott Henderson. Dorthin begleitet sie nicht nur ein in Hunderten von Live-Gigs eingespieltes Trio, sondern auch die Keyboarderin Rache Z (Steps Ahead). „The Bottom Line“ (veraBra) […] mehr…

  • Jack - Pioneer Soundtracks

    Jack – Pioneer Soundtracks

    In der Plastik-Verschachtelung, an der Stelle, über der die CD liegt, sieht man Hochhäuser-Silhouetten in der Dämmerung. „Druty is in her lover’s arms/ It is London in the morning/ Behind them the skyline burning/ The riots meaning nothin‘.“ So beginnt eine neue Übung in britischer Boheme und bittersüßem Romantizismus, ein Streifzug auf der Schnittstelle vom […] mehr…

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    Roots von Jörg Feyer

    Vom Club zum Label: Was „Antone’s“ in Austin als erste Adresse des Texas-Blues regional vorexerziert hat, kann die landesweite HOUSE OF BLUES-Kette mit der Multi-Marketing-Power schon lange. Im prallen Startpaket machen inbesondere der kauzige PAUL BLACK („King Dollar“) aus Wisconsin und sein eleganterer Kollege JOHN MOONEY („Against The Wall“) aus New Orleans eine gute Figur […] mehr…

  • Prince - Chaos & Disorder

    Prince - Chaos & Disorder

    Michael Jackson sieht zwar nicht mehr aus wie Michael Jackson, nennt sich aber noch so. Prince dagegen sieht immer noch aus wie Prince, heißt aber jetzt irgendwie anders. Die beiden großen Kontrahenten der 80er Jahre gehen aus dem Leim. Ihre Identitäten sind in unzähligen Image- und Rollenspielen verloren gegangen. Die Postmoderne entläßt ihre Kinder. Um […] mehr…

  • Eraser

    Eraser - von Chuck Russell

    It’s Amte time: US-Marshal Kruger (Arnold Schwarzenegger) ist ein „Eraser“, der Zeugen neue Identitäten verschafft, also deren Lebensläufe ausradiert – und manches Leben nebenbei. Er soll Lee (Vanessa Williams) vor Schmugglern von High-Tech-Waffen beschützen, worin Krugers Chef (James Caan) verstrickt ist. Visionäre Regisseure wie Verhoeven („Total RecaU“) und Cameron („Terminator“) schickten Arnold als Kugelfang durch […] mehr…

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    J.S. Cardone: Black Day Blue Night

    Lakonisch wie ein Neuzeit-Western beginnt J. S. Cardones intelligentes Roadmovie, das spielerisch berühmte Filme und Genres zitiert Auf einer einsamen Straße Arizonas stößt ein Wagen mit einer Kuh zusammen. Der Sheriff tf. T. Walsh) findet neben dem Kadaver zwei Leichen und einige Dollarnoten. Der Rest der Beute eines Banküberfalls, rund zwei Millionen Dollar, sind verschwunden. […] mehr…

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    Cristina Comencini: Geh wohin dein Herz dich trägt

    Können Millionen Leserinnen irren? Der Bestseller „Geh‘ wohin dein Herz dich trägt“ von Susanna Tamara verlangte nach filmischer Adaption. Laub raschelt im Garten, der Wind blättert Seiten eines Tagebuchs um – mit aller Macht wird eine poetische Filmsprache erzwungen. Umständliche Rückblenden, die ihren literarischen Ursprung nicht verleugnen, entwerfen ein Fresko dieses Jahrhunderts. Drei Frauengenerationen – […] mehr…

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    Henry Sende: James und der Riesenpfirsich

    Henry Selicks Stopmotion-Debüt „Nightmare Before Christmas“, produziert von Tim Burton („Edward mit den Scherenhänden“), war ein bizarres Gruselmärchen mit virtuosen Einfallen. Ihre Adaption von Roald Dahls wunderbarem Kinderbuch aber ist in Magie und Herzlichkeit nur mit Disneys Zeichentrickfilm „Dschungelbuch“ vergleichbar. Diese Gutenacht-Geschichte vom Waisenjungen James, der auf einem gigantischen Pfirsich mit spleenigen Insekten vor seinen […] mehr…

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    Andrew Bergmann: Striptease - von Andrew Bergman

    Demi Moore ist eine Geschäftsfrau. Sie verkauft nicht Schauspielkunst, sondern ihre kunstgewerbliche Schamlosigkeit. Ihren Ruhm erreichte sie durch ein Nacktfoto während ihrer Schwangerschaft. Da Hollywood nicht begriff, daß sie ein Covergirl und keine Hauptdarstellerin ist, handelte sie für „Striptease“ eine Gage von zwölf Millionen Dollar aus. Respekt. Denn ihr Körpereinsatz bleibt so bescheiden wie die […] mehr…