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    Mario van Peebles: Panther

    Der afroamerikanische Film hat keine Tradition. Das Kino, das Amerikas Sicht auf die Welt, und so die Sicht der Welt auf Amerika prägte, stammt aus Hollywood. Dieses Diktat ist nicht nur weiß. Es ist Teil des Hegemoniestrebens einer Nation, die schon mit Coca-Cola und McDonald’s den Geschmack internationalisierte, und im Kino die Emotion auf den […] mehr…

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    Die Sterne: Deutsch und funky sein

    Die sogenannte Hamburger Schule ist eine veritable Schwatzbude. Was manche der Musikanten so zusammenreden, wenn der Tag lang ist, kann Hirnwütigkeit auslösen. Jenseits des Schwadronierens aber schaffen sie oft gute Musik. Wie Die Sterne. Drei Alben haben sie unter schönen Titeln wie „Fickt das System“, „Wichtig“ und „In echt“ beim Independent-Label L’age D’or herausgebracht „Posen“ […] mehr…

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    Flowerpornoes: Abgründig & hell

    Berge von Texten, Meere aus Melodien -„Ich & Ich“ ist zweifellos das Opus magnum der Flowerpornoes. Tom Liwa, der Chef der Band und einer der wohl besten Songwriter deutscher Zunge, verhandelt auf dem Album die alltägliche Schizophrenie. Zwischen dem, was seine Helden sein wollen, und dem, was sie sind, klafft immer ein tiefer Abgrund. Liwa […] mehr…

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    Ben Folds Five: Eklektizistischer Punkrock für Softies

    Ben Folds ist jung und ungestüm, aber er hat dennoch keine Gitarren-Band gegründet. Er leitet ein Trio, das er Ben Folds Five genannt hat: Klavier, Baß, Schlagzeug. In dem Song „Underground“ macht er sich über die amerikanische Independent-Szene lustig und schreibt auch sonst Texte mit skurrilem Witz: „I met this girl, she looked like Axl […] mehr…

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    Cable: Schrecken der Ausflugslokale

    Cable sind immer gut für einen Schock. Einige ihrer ersten Konzerte, so erzählt es jedenfalls die Legende, gaben sie in Ausflugslokalen. Kleine Kinder steckten sich darauf verschreckt ihre Finger in die Ohren, die Eltern beschwerten sich empört beim Oberkellner. Klar, so eine Band muß natürlich auch dem guten alten John Robb gefallen, der früher mit […] mehr…

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    Ash: Der Krach der jungen Rabauken

    Ash gehören zu den Bands, über die Wunderdinge aus England kolportiert werden, bevor in Deutschland irgendjemand Notiz von ihnen genommen hat. Das Trio aus Nordirland schickte daheim einen Haufen Singles und das Album „Trailer“ voraus, das hierzulande nur importiert wurde. Triumphe bei Festivals, Award-Nominierungen plus diverse Titelgeschichten verursachten einen Überdruck, der auch zur Bürde werden […] mehr…

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    Magnapop: Dynamik und Dramatik

    Meistens sind ja die Videos auf MTV schnöde Auftragsarbeiten. Doch Magnapop eroberten ’94 die alternative Popwelt mit einem Musikfilm, der ausnahmsweise mal nicht die üblichen Klischees von verträumten Brünetten und starken Beaus runterspulte. Der Clip zu „Slowly, Slowly“ zeigte den besten Zungenkuß in der Geschichte von MTV und zwei Teenager, die aussahen, als sei ihnen […] mehr…

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    Instant Karma: Lauter Grammys

    „Instant Karma“ heißt bekanntlich ein Song von John Lennon, der zwei Jahrzehnte später in sein Gegenteil verkehrt und von einer Turnschuhfirma für die Anpreisung luftgefüllter Fußbekleidung peinlichst verhöhnt wurde. „And we all shine on.“ Für solche tragikomischen Volten des Schicksals hat die Band Instant Karma viel Verständnis. Die drei britischen Brüder Ivison ließen zu ihrem […] mehr…

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    Kastrierte Philosophen: Steter Wandel hält jung

    Hätten’s die Kastrierten Philosophen geglaubt, wenn ihnen jemand am Anfang ihres Schaffens erzählt hätte, daß sie ihre Songs einmal im Reggae-Gewand präsentieren würden? Wahrscheinlich nicht. Aber die Gründerzeit liegt ja auch schon eineinhalb Dekaden zurück, und wenn sich die Philosophen a.k.a. Katrin Achinger und Matthias Arfmann eines bewahrt haben, dann ihre Wandlungsfähigkeit. Von dem sinistren […] mehr…

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    Lambchop: Blühende Melancholien

    Kurt Wagner ist, entgegen seinem Namen, kein Deutscher. Und obwohl er auffällige Country-Manierismen benutzt, stammt Kurt auch nicht aus Nashville. Dort lebt er erst seit einigen Jahren und restauriert Fußböden. Nebenbei hat er mit dem Ensemble Lambchop ein Album aufgenommen, das der Traditionsmusik einen abgründig schläfrigen, quasisymphonischen Gegenentwurf hinzugfiigt: „How I Quit Smoking“ enthält liebevoll […] mehr…

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    Nikolai Thomás: Dancefloor-Chansons

    Vorsichtig ausgedrückt: Die Gruppe Poems For Laila war nie ein Erfolg, und das zu Recht Nur Element Of Crime beherrschen das Kunststück, Chanson, Poesie und Zirkusmusik unpeinlich zu vereinigen. Lieder wie „Nights In Bordeaux“ dagegen hatten die betrübliche Klischeedichte, zu der Frankreich-Urlauber neigen. Nikolai Tomas, damals Chef der Band, hat viel geändert. Sein Solo-Album “ […] mehr…

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    Whipping Boy: Haß und Zärtlichkeit

    Am Boom des Brit-Pop konnten Whipping Boy bislang nicht teilhaben. Zwar führte das Zentralorgan der Bewegung, der „New Musical Express“, ihr Album „Heartworm“ lobenswerterweise unter den besten 20 Platten des Jahres 1995, doch der Zug fuhr ohne die Debütanten weiter. Das mag auch damit zu tun haben, daß Whipping Boy aus Dublin kommen und also […] mehr…

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    Ké: Multitalent mit Multiidentitäten

    Der singt ja wie eine Frau! Ké kommt als Instant-Sensation daher, als Unikum mit Erfolgs-Garanrie und Exotik-Zertifikat Dabei sind die Lieder des 23jährigen Kevin Grisois nicht außergewöhnlich, aber ungewöhnlich eingängig. Selbstverständlich hat Ke auch die richtige Biographie: lebte in England und Frankreich, in Kalifornien und Kansas, sang im Mid-America Boys Choir, posierte als Model in […] mehr…

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    Cracker: Ein Fanal des Fatalismus

    David Lowery stand der wichtigsten amerikanischen Band der 80er Jahre vor: Camper Van Beethoven konnten fast alles und entwarfen in wunderbar verqueren Kleinoden ein Gegen-Amerika der College-Intelligenzija. Sie verabschiedeten sich 1989, als ihre Musik perfekt geworden war, mit ihrem unvergeßlichen Meisterwerk „Key Lime Pie“. Lowery wollte danach wohl alles etwas einfacher und gründete das Trio […] mehr…

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    Dea Deye Dick: Nicht paralysiert

    Power-Pop-Rock aus New Orleans – wo doch sonst immerzu Dixieland auf der Straße zelebriert wird, der Sumpf kocht und der Loup Garou heult. Caleb Guillote, Mark Miller und Bill Landry haben also gar keine Chance, nutzen sie aber. 1991 gründeten sie Deadeye Dick, doch erst 1994 erschien endlich das langerwartete Debüt-Album „A Differenl Story“. Nun […] mehr…

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    The Presidents Of The USA: Die richtigen Machthaber

    Keiner macht zur Zeit in den USA höhere Luftsprünge, niemand verbreitet mehr Spaß. The President, Of The United States Of America kommen zwar aus Seattle, doch mit der Teenage-Angst und den schweren Riffs der anderen Musiker aus der einstigen Grunge-Metropole haben sie nichts gemein. Das Trio, das zu jedem seiner Hits ein komisches Video drehen […] mehr…

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    Frank Black: Von Ufo-Kongressen und Außerirdischen

    Diese Stimme ist nicht neu. Sie krakeelte in den Achtzigern bei den Pixies und löste mittlere Erdbeben in der Rockmusik aus. Dann klang sie plötzlich gelassener: Black Francis hatte die Pixies beerdigt, den Namen in Frank Black geändert und ein Solo-Album aufgenommen, das von Außerirdischen, Ufo-Kongressen, Los Angeles in Süd-Kaledonien und dem Glück beim Hören […] mehr…

  • Cassandra Wilson - New Moon Daughter

    Cassandra Wilson – New Moon Daughter

    NEW MOON DAUGHTER Schepper, knarz, wummer: Das geht mal wieder gut los, archaisch und wunderbar schräg wie schon Cassandra Wilsons Opus magnum „Blue Light TU Dann“. Mit dem hat die schwarze Sängerin 1993 die Jazz-Gemeinde überrascht: keine eigenwillig interpretierten Standards, kein vertrackter M-Base-Funk. Statt dessen aufregende Versionen alter Blues-Nummern (Robert Johnson), Afro-Percussion, Songs von Joni […] mehr…

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    Drucksachen von Wolfgang Doebeling

    Es ist oft der Mangel an Distanz, der die Biographen scheitern läßt, das sorgsam bemäntelte Bemühen, die untersuchte Person und ihr Leben ins rechte Licht zu rücken. Ärgerlicher noch sind Bios, die weder von Ahnung noch Affinität angekränkelt sind und nur vordergründigen Zwecken genügen, etwa dem Broterwerb oder, schlimmer, der Ego-Politur. Albert Goldman mag das […] mehr…

  • Jackson Browne - Looking East

    Jackson Browne – Looking East

    Ifktra WEA Zyniker hatten schon immer leichtes Spiel mit Jackson Browne. Soziales Engagement, No Nukes!-Postulate und Öko-Getöse sind in den Augen dieser reizenden Zeitgenossen schlimm genug, legen sie doch ihr eigenes mieses Polit-Gewissen bloß, doch wenn dann Gerüchte auftauchen und sich verdichten, an einem moralischen erhobenen Zeigefinger klebe Blut, Dreck oder Scheiße, wird die Häme […] mehr…