• Wolfgang Herrndorf

    - Arbeit und Struktur

    Über keinen Text ist in den vergangenen Jahren wohl mehr geschrieben worden als über Wolfgang Herrndorfs Blog „Arbeit und Struktur“. Dort beschrieb der im August 2013 verstorbene Autor sein Leben nach der Hirntumor-Diagnose. Vor seiner Krankheit war er ein extrem langsamer Autor gewesen, hatte oft monatelang über einem Satz brüten können, den Tod vor Augen […] mehr…

  • Brian K. Vaughan/Fiona Staples - Saga

    lana und Marko sind ein Paar, das gegensätzlicher kaum sein könnte. Sie hat Flügel auf dem Rücken, er Widder-Hörner am Kopf. Ihre Tochter Hazel, die zu Beginn von „Saga“, dieser bereits mehrfach ausgezeichneten Comic-Serie von Autor Brian K. Vaughan („Y: The Last Man“ und „Lost“) und Zeichnerin Fiona Staples („Mystery Society“), zur Welt kommt, hat […] mehr…

  • Annette Pehnt - Lexikon der Angst

    Annette Pehnt bringt hier 45 Kurzgeschichten, die nur durch ihr Thema, die mehr oder weniger pathologischen Ängs­te ihrer Protagonisten, zusammenhängen, in eine lexikalische Ordnung. Die Struktur­idee des Buches ist apart. Eine verwirrend diversifizierte, chaotische Welt wird durch ein völlig willkürliches Ordnungsprinzip vielleicht am adäquatesten abgebildet, weil das keine Kohärenz vortäuscht, wo schlicht keine ist. Aber […] mehr…

  • Joseph Mitchell - New York Reporter

    Der Mitbegründer des „New Journalism“ muss früh geahnt haben, dass man ihn eines Tages als den großen Chronisten eines untergegangenen New Yorks feiern würde. Gerade mal 30 Jahre alt, ließ der Nachtreporter Joseph Mitchell die verderbliche Ware, Artikel für verschiedene Blätter, zwischen zwei Buchdeckel pressen. Der begnadete Zuhörer wollte ihnen mit der Sammlung „My Ears […] mehr…

  • Irvine Welsh - Skagboys

    Irvine Welsh hat ein Prequel zu seinem Debüt „Trainspotting“ (1993) geschrieben. Das ist schon das zweite Mal, dass er in die Welt seines bes­ten und bei Weitem erfolgreichsten Werkes zurückkehrt. Bereits 2002 schrieb er das Sequel „Porno“, das zwar durchaus unterhaltsam war, aber zugleich zeigte, dass er dem Original nicht wirklich viel hinzuzufügen hatte. „Skagboys“ […] mehr…

  • Levon Helm mit Stephen Davis - This Wheel’s On Fire

    Als Chuck Berry auf die klaffenden Lücken in seinen Memoiren angesprochen wurde, bäffte er, ein Buch sei schließlich keine Beichte. Auch Levon Helms Rückschau auf Erlebtes ist selektiv und liest sich stellenweise wie eine Aneinanderreihung von Anekdoten, doch hagelte es nach der Veröffentlichung 1993 keine Gegendarstellungen wie nach Berrys Machwerk. Nicht einmal Robbie Robertson, mit […] mehr…

  • Wolfgang Haberl - Patti Smith

    Akademische Gründlichkeit ist Haberls Fleißarbeit ebenso wenig abzusprechen wie Distanz zum Thema. Das beginnt bei der steifen Sprache und endet nicht im Orkus etlicher hundert Fußnoten. Schade, denn Aufbau und Analyse sind in sich schlüssig, Patti Smiths wichtigste Inspirationsfiguren werden vorgestellt, das Werk der Künstlerin wird auch wirkungsgeschichtlich beleuchtet. Ein Index fehlt. (Südwestbuch, 13 Euro) mehr…

  • Altman/De Fabianis - Mick Jagger – Ein spektakuläres…

    Die Diskrepanz zwischen der haptischen Wertigkeit dieser Schwarte und der Schludrigkeit des Begleittextes ist enorm. Viele sehenswerte Fotos, gutes Papier, stabiler Einband: so weit, so gut. Billy J. Altmans ohnehin recht belangloser Text scheint allerdings von einem Computerprogramm eingedeutscht worden zu sein, am Lektorat hat man offenbar gespart. Das macht immerhin häufig schmunzeln. „Wyman war […] mehr…

  • Hermann Anschlag - Favorite German 7”-Sleeves

    Secondhand-Läden florieren und Plattenbörsen haben Zulauf, kurzum: die Spezies der Plattensammler, vor zehn Jahren angeblich noch vom Aussterben bedroht, vermehrt sich wieder. Und da es sich primär um junge Leute handelt, die für Nachfrage sorgen, dürfte dieser Band auf reges Interesse stoßen. Anschlag zeigt „200 der schönsten deutschen Single-Covers“ von den Everly Brothers bis Chris […] mehr…

  • Tipp: Only Lovers Left Alive - Regie: Jim Jarmusch

    „Das ist deine Wildnis“, sagt Eve zu ihrem Liebsten, als sie nachts in seinem alten Jaguar durch die verfallenen Fabrikruinen Detroits rauschen. Vorbei an den rostbraunen Fensterhöhlen des einstigen Packard-Prachtbaus. Vorbei an unheilvollen Rauchschwaden der letzten Kohleschornsteine. Giftgelb schwebt der Dunst im Licht der Laternen. Die morbiden Industriebrachen der verrottenden Autostadt sind in Jim Jarmuschs […] mehr…

  • Das Mädchen und der Künstler - Regie: Fernando Trueba

    „Ich möchte nur eine Skulptur vollenden. Krieg oder nicht.“ Der 80-jährige Bildhauer Marc Cros (Jean Rochefort) hat sein Leben lang danach gestrebt, die Perfektion von Schönheit zu erschaffen. Seit Jahren fehlt ihm allerdings die Inspiration. Bis im Sommer 1943 seine Frau und einstige Muse Lea (Claudia Cardinale) in einer französischen Kleinstadt nahe der Pyrenäen die […] mehr…

  • All Is Lost - Regie: : J. C. Chandor

    Redford, 76, beeindruckt als havarierter Kämpfer in diesem Überlebensdrama. Während das Debüt des US-Regisseurs Chandor, „ Margin Call“, fast ausschließlich im Büroturm einer Bank spielt und von den geschliffenen Dialogen zahlreicher Akteure bestimmt wird, verläuft diese Leidens­odyssee eines einsamen Mannes auf dem endlos erscheinenden Indischen Ozean nahezu stumm. „God“, „fuck“ und „help“ sind die einzigen […] mehr…

  • A Touch Of Sin - Regie: Jia Zhangke

    Es wird Tote geben. Jia Zhangke, Chinas wichtigster Autorenfilmer, der bislang in Werken wie „Still Life“ (Goldener Löwe 2006) die sozialen Verwerfungen in seiner Heimat mit einfühlsamem Realismus abgebildet hat, verschärft in diesem Episodendrama seine Botschaft mit eindringlichen Bildern. In vier Provinzen zeichnet er den demütigenden Alltag von vier Menschen nach, die in Bergwerken und […] mehr…

  • Der Medicus - Regie: Philipp Stölzl

    Sechs Millionen Mal hat sich Noah Gordons historischer Bestseller allein in Deutschland verkauft. Doch fast drei Jahrzehnte vergingen bis zu seiner Verfilmung. Dass die nun hierzulande von der UFA und ARD mit internationaler Besetzung umgesetzt worden ist, überrascht allerdings nicht. Der Stoff aus mittelalterlicher Folklore und orientalischem Zauber passt exakt zu den emotionalen, epischen TV- […] mehr…

  • Bruce Springsteen - High Hopes

    Jenseits der Wohlfühlzone: Springsteen variiert ältere Songs und überrascht mit neuen Tönen mehr…

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    Ry Cooder Albums 1970-87 - Alle Platten, die der Meistergitarrist…

    Die Karriere des britischen Songschreibers währte zehn Jahre, von 1973 bis 1983. Zwar kennt man ihn nur für zwei, drei Hits, doch weniger Begabte hatten mehr Fortüne als dieser Wuschelkopf, der zwischen Donovan und Gilbert O’Sullivan vermittelte -samt Haartracht. In den Siebzigern war Sayers Soft-Rock passabel, aber die Alben von 1990 und 2005 erregen Mitleid. […] mehr…

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    Nick Cave and the Bad Seeds Live From KCRW

    Die Geschichte wiederholt sich auch im Blues als Farce. Auf dem Weg nach Genf, zum Higgs-Boson-Teilchenbeschleuniger, begegnet der Erzähler am Straßenrand Robert Johnson, der nach einem Song sucht. Hinzu tritt Luzifer, dem Johnson nach einer Legende an einer Straßenkreuzung erschienen sein soll – und beide wetteifern um den besten Groove. Und dann kommt auch noch […] mehr…

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    VINYL

    Charlie Parker Charlie Parker With Strings **** Man musste Bird nicht zu diesen Aufnahmen nötigen, er selbst hatte verschiedentlich den Wunsch geäußert, auch mal im disziplinierenden Kontext rigider Arrangements zu spielen, im Rücken eine größere Band, ein kleines Orchester. Dennoch waren diese Sessions musikalische Manöver mit klar definierten kommerziellen Zielen, daran ließ Produzent Norman Granz […] mehr…

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    This Wheel’s On Fire - In seinen Memoiren schildert Levon…

    Letzter Walzer von Levon Helm mit Stephen Davis Als Chuck Berry auf die klaffenden Lücken in seinen Memoiren angesprochen wurde, bäffte er, ein Buch sei schließlich keine Beichte. Auch Levon Helms Rückschau auf Erlebtes ist selektiv und liest sich stellenweise wie eine Aneinanderreihung von Anekdoten, doch hagelte es nach der Veröffentlichung 1993 keine Gegendarstellungen wie […] mehr…

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    Skagboys - Irvine Welsh

    Irvine Welsh hat ein Prequel zu seinem Debüt „Trainspotting“(1993) geschrieben. Das ist schon das zweite Mal, dass er in die Welt seines besten und bei Weitem erfolgreichsten Werkes zurückkehrt. Bereits 2002 schrieb er das Sequel „Porno“, das zwar durchaus unterhaltsam war, aber zugleich zeigte, dass er dem Original nicht wirklich viel hinzuzufügen hatte. „Skagboys“ (skag […] mehr…