Paul Simon :: Songwriter

Etwas schüttere Werkschau auf zwei CDs zum Siebzigsten

Zum 70. Geburtstag schenkte Sony Music einem der besten Songschreiber der Popmusik dieses Doppel-Album – das der Jubilar selbst zusammenstellte. Nur drei Songs von Simon & Garfunkel sind enthalten, alle ohne Garfunkel: „The Sound Of Silence“ in einer neuen Live-Fassung, „The Boxer“ samt Klatscherei und Jubel von einem Konzert im Central Park, 1991, und „Bridge Over Troubled Water“ in der Gospel-infizierten Version von Aretha Franklin. „America“, „So Long, Frank Lloyd Wright“, „Mrs. Robinson“ haben bei Paul Simon keine Gnade gefunden.

So merkwürdig diese Auswahl wirkt, so unangreifbar sind „Kodachrome“, „Late In The Evening“, „Hearts And Bones“, „René And Georgette Magritte With Their Dog After The War“, „Still Crazy After All These Years“ und „Graceland“. Auf der zweiten CD sind Songs seit „The Rhythm Of The Saints“ zusammengestellt, die leider sehr selten an Simons Meisterstücke bis 1986 anschließen. Eine Blödelei wie „So Beautiful Or So What“ wäre dem Autor von „The Late Great Johnny Ace“ nicht in den Sinn gekommen, und wo früher die zwingende Melodie herrschte, da setzt der Sensibilist heute auf verzwickte Arrangements und zu viele Instrumente.

„Songnerd“ wäre der bessere Titel gewesen.

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