Philipp Tingler Schöne Seelen


Diptyque-Duftkerzen, Großbürger-Sarkasmus und Zauberberg-Atmosphäre bilden den Hintergrund von „Schöne Seelen“, einer fein ziselierten Geschichte um den spitzzüngigen Schriftsteller Oskar und seinen im Finanzsektor tätigen Kameraden Viktor. Letzterer will seine Ehe mit therapeutischer Hilfe retten, hat aber keine Lust, sein Leid bei einem Seelenzergliederer auszubreiten. „Es passt gar nicht. Es passt gar nicht zu mir. Die Kosten dafür sind prohibitiv hoch für mich.“ Also überredet er Oskar, der gerade stockend an einem bombastischen Hindenburg-Musical arbeitet, bei Dr. Hockstädder vorstellig zu werden. Oskar trägt im Therapiezimmer die Eheprobleme seines Freundes als seine eigenen vor. Doch die Sache entgleitet ihm. Mit ernsten Scherzen unterhält Tingler in gewohnter Manier und fügt den zahlreichen Depressionsromanen unserer Burnout-Zeit diese kühl-heitere Satire hinzu.


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