Rufus Wainright: Milwaukee At Last!!! (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Rufus Wainright: Milwaukee At Last!!!



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Vielleicht würde man Rufus Wainwright noch lieber mögen, wenn er sich nicht selbst so toll fände. Ausgerechnet in Milwaukee, Wisconsin – im nördlichen Mittelwesten der USA – ließ der Künstler ein Konzert filmen; das plüschige Pabst Theatre ist allerdings auch der glamouröseste Saal, der sich denken lässt.

Hinter der Bühne sind Rufus und seine Musiker bei den Vorbereitungen zu beobachten; dann tritt der Held in ledernen Knickerbockern auf und entbietet fast alle Songs von „Release The Stars“, wechselt ans Piano, singt ein Volkslied aus Mutters Repertoire ohne Mikrofon, sitzt schließlich – wie Udo Jürgens – im weißen Bademantel an den Tasten, um dann als Vamp mit Lippenstift – in Hut, Strumpfhose und Jackett – den Abend zu beenden.
Der häufige und aufdringliche Blick ins Publikum zeigt die Verzauberung, auch Ergriffenheit. Und nach dem Auftritt sieht man Wainwright hinter der Bühne, erschöpft und leer, während die Bussis – voran vom Freund – beginnen. Life is a cabaret, old chum.