Sara Gran Das Ende der Welt


Dromer


von

Ihr Ex-Freund, der Musiker Paul Casa­blancas, wurde erschossen; außerdem fehlen fünf Gitarren aus seinem Besitz. An einen Raubmord glaubt die in San Francisco lebende Claire DeWitt jedoch keine Sekunde. Die womöglich beste, sicher aber ungewöhnlichste und derangierteste Privatdetektivin der Welt, deren esoterische Schrullen durch die formidable New-Orleans-Phantasmagorie „Die Stadt der Toten“ bekannt sind, macht sich auf die Suche nach der Wahrheit. Als Inspiration dient ihr das kryptische Handbuch ihres Vorbilds Jacques Silette, das nicht nur Claire, sondern auch ihre Freundinnen Tracy und Kelly als Jugendliche in seinen Bann zog. Dass Tracy einst spurlos verschwand, lässt Claire bis heute keine Ruhe.

Die 1971 in Brooklyn geborene Sara Gran schert sich in „Das Ende der Welt“ abermals kein bisschen um die Gesetze des Genres. Auf jeder Seite kommt man ob der Schlagfertigkeit und der surrealen Sichtweise der Ich-Erzählerin aus dem Staunen kaum heraus. Deren Obsession, Rätsel zu lösen, erinnert gerade in den Rückblenden an „Die drei ???“, nur dass die Jungdetektivinnen hier durch eine Unterwelt von Drogen, Sex und Gewalt taumeln, die eher einem Albtraum von David Lynch ähnelt.