Highlight: Für Fans von Sebadoh: Diese Bands stillen Ihren Hunger nach Lo-Fi

Sebadoh Act Surprised


Fire

Sebadoh versteht man gerne als Pioniere des sogenannten US-Indie-Rock (Minimaldefinition: ab den Achtzigern bei kleinen Labels veröffentlichter Song-orientierter Krach aus den Vorstädten), schon allein weil sie die inoffizielle Hymne („Gimme Indie Rock“) für diesen „electric white boy blues“ lieferten.

Doch eigentlich begann die Band als Projekt zweier Songwriter, Lou Barlow und Eric Gaffney, die ihre Lieder mit akustischen Gitarren zu Hause in billige Tonbandgeräte schrammelten. Mit Rock hatte das damals nichts zu tun. Erst als Jason Loewenstein dazukam, seine Vorliebe für Punk und Captain Beefheart ins Spiel brachte und der irrlichternde Psychedeliker Gaffney kurz danach ging, wurde alles sehr viel lauter.

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Loewenstein ist seitdem der (Indie-)Rock in der Brandung, während Barlow zwischen melo­diöser Songwriter-Melancholie und lärmender (Auto-)Aggres­sion mäandert. „Defend Yourself“, das Comeback-Album von 2013 nach 14 Jahren Pause, wirkte besonders zerrissen, weil der alte Grübler Barlow frisch verliebt war und seine reflektierten, zarten Oden neben Loewensteins ungehobelten harten Brettern lagen. Das klang nicht unbedingt wie eine Band, in der man sich künstlerisch viel zu sagen hatte. Und es dauerte dann auch sechs Jahre bis zur nächsten Platte, die nun allerdings vor allem in der ersten Hälfte wesentlich geschlossener klingt als der Vorgänger.

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Sebadoh beherrschen die Kunst der Lärmhymnen

Nach Loewensteins verzerrtem Erstschlag „Phantom“ lässt Barlow sein „Celebrate The Void“ zwar wie auf Zehenspitzen in unsere Ohren schleichen, doch dann zieht er Tempo und Laustärke an und leitet perfekt in das Riffmonster „Follow The Breath“ seines Bandkollegen über, um anschließend mit dem mächtigen „Medicate“ und dem zackigen „See-Saw“ zwei herrliche Lärmhymnen nachzulegen.

Ach, es ist eine Freude, wie sich die rustikale Rhythmik (Loewenstein) und die himmelstrebende Melodik (Barlow) vereinen! Wer in den Neunzigern mit dieser Art von Musik aufgewachsen ist, wird zum Indie-Rock-Nostalgiker, wenn er oder sie sich dem herrlichen Krach von „Act Surprised“ aussetzt.


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