Siri Hustvedt: Die gleißende Welt (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Siri Hustvedt Die gleißende Welt



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Sind am Ende „ein Schwanz und ein Paar Eier“ der Grund, warum das Werk eines Künstlers mehr geschätzt wird als das einer Künstlerin? Um diese Frage kreist das an philosophischen, psychoanalytischen und literaturgeschichtlichen Abschweifungen reiche Buch der Universalgelehrten Siri Hustvedt. In dem lässt sich die New Yorker Künstlerin Harriet Burden auf einen teuflischen Pakt ein: Sie wird ihre Arbeiten unter den Namen dreier (männlicher) Künstler präsentieren. Die phallische Fassade anzunehmen entpuppt sich jedoch als fatale Entscheidung. Der Roman, der mit Bildungshuberei, aber auch mit Ironie beeindruckt, ist wie eine Doku angelegt: Notizbuch-Eintragungen stehen neben Rezensionen und Aussagen von Burdens Liebhabern, Strohmännern und Verwandten. Alles mit Fußnoten vom fiktiven Herausgeber versehen. Hustvedt taucht gar selbst auf – ganz postmodern wie einst ihr Gatte, Paul Auster.


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