Suede Suede

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Suede waren die erfolgreichste Glam-Band seit T. Rex. Wie Marc Bolan erzählte Brett Anderson nicht nur von Königen und Schwänen, sondern auch von der Working-Class, den schönen Muskeln ungebändigter Tiere und von Treibstoff, Treibstoff, Treibstoff: Benzin und Drogen. Er war ein Meister der Akzentuierung. Wenige sangen derart sehnsuchtsvoll über Eskapismus, der in langweilige Städte führt, keiner so sexy über durchschnittliche Autos: „Does he ­only ­come … in a ­Volvo?“

https://www.youtube.com/watch?v=twoO3xYRsz0

Heute kaum der Rede wert, aber als Anderson 1992 in der Debüt­single, „The Drowners“, zur Zeile „We kiss in his room to a popular ­tune“ ansetzte, wurde seine Sexualität zum Thema. Sie verglichen ihn mit dem frühen Bowie. Dann popularisierte er mit „Let’s ­chase the dragon“ in „So Young“ die, muss man so sagen, verlockendste Umschreibung eines Heroin-Highs.

Die „25th Anniversary Edition“ versammelt auf vier CDs und einer DVD Extras, die sie essenzieller macht als die Deluxe-Edition auf zwei CDs, die erst 2011 erschien. Die B‑Seiten („High Rising“!) enthielten mehr Drama als das Gros ihrer jetzigen Alben, aber gerade der Audio­mitschnitt des Leadmill-­Konzerts (vormals nur als Video erschienen) offenbart Suedes Klasse – und Konsequenz. Bernard Butler, Andersons kongenialer Partner, ließ keinen zweiten Gitarristen neben sich zu. Es erschien überheblich, die Opulenz, die Klassik von „Sleeping Pills“ auf Gitarre, Bass und Schlagzeug zu reduzieren. Aber es funktionierte. Sogar als Suede in immer größeren Hallen spielten, blieb es für lange Zeit bei jenem Line‑up aus drei Instrumenten, mit dem fast alle Rockbands anfangen. Den Stolz haben sie aus dem Proberaum hinübergerettet. Die Aussparungen gaben den Liedern live ein neues Gefühl.

https://www.youtube.com/watch?v=i7mEB2wnDLQ

„Far away we’ll go and flog ice creams ’til the company’s on its knees“: der Traum, dass allein Abhauen und Müßigkeit den Umsturz einleiten. In Wirklichkeit war Anderson recht ungeduldig – man zähle mal, wie oft er sich auf der Bühne mit dem Mikro(‑Kabel) auf den Hintern schlug. Sicher machte ihn das auch an. (­Edsel)

Ehrenrettung Indiana Jones: Warum „Das Königreich des Kristallschädels“ nicht der schlechteste Indy ist

Es scheint eine Indiana-Jones-Faustregel zu geben. Bekannt wurde sie erst, nachdem sie vermeintlich gebrochen wurde. Indy dürfe – das erwarteten die Fans – seinen Blick nur auf verborgene Schätze im Boden richten, in der Erde wühlen. Nicht nach oben schauen, nicht auf Ufos warten. „Watch The Skies!“: Das gilt für Verrückte, sicher nicht für echte Forscher! Groß war die Wut, als das erste Indy-Abenteuer nach 19 Jahren Pause Außerirdische ins Spiel brachte. Übersinnliches gehöre zum Archäologen, das schon. Außerweltliches nicht. Was wie ein Genrebruch anmutete, war in Wirklichkeit bedingungslose Linientreue. Steven Spielberg und George Lucas legten ihren Abenteurer so an,…
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