Sun Kil Moon Universal Themes

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Seit dem Debüt seiner Band The Red House Painters von 1992 erschienen regelmäßig, in schneller Folge Platten mit neuen Liedern von Mark Kozelek. Irgendwann hatte man sich daran gewöhnt wie an die Jahreszeiten, Heuschnupfen oder Woody-Allen-Filme und hörte nicht mehr ganz so genau hin. Das änderte sich mit „Among The Leaves“, dem 2012er Album seines Bandprojekts Sun Kil Moon, das stellenweise in seiner Offenheit und Unmittelbarkeit radikaler war als alles, was Kozelek zuvor geschrieben hatte.

Luft holen für die nächste Geschichte

Spätestens mit „Benji“von 2014 wurde er schließlich, ähnlich wie zuvor Bill Callahan, als großer amerikanischer Erzähler von der Kritik neu entdeckt. „Universal Themes“ hat er nun vollmundig den Nachfolger genannt, es geht also um alles, genauer gesagt um Mark Kozelek, um seinen Vater, seine Freundin, seine Katzen, seine Freundschaft zu Ben Gibbard von Death Cab For Cutie und seine Obsessionen: Boxen, Filme, Fernsehen, das Alter, den Tod und natürlich Gitarristen im Allgemeinen und Nels Cline und Jimmy Page im Besonderen. Es ist faszinierend, wie kunstvoll Kozelek all das in diesen acht epischen Songs verwebt und wie diese in Beziehung treten zu all den Liedern auf den Platten davor. Während er dort seine Geschichten vom Ich meist in Form einer leiernden Litanei herunterbetete, klingt er auf „Universal Themes“ ungewohnt wandelbar und dringlich.

Er meckert, er barmt, er schreit, er rezitiert zärtlich, er singt – sogar mit sich selbst im Duett. Manchmal kommen die Songs nach einigen Minuten zum Stehen und Kozelek setzt neu an, ändert die Stimmung und wechselt die Stimme. Die Band folgt ihm, spielt Schrammelfolk, Country, Mariachi, Bluegrass und dumpfe Gniedeleien, die von den späten Neil Young & Crazy Horse stammen könnten. In den unfassbar schönen Liedern „Birds Of Flims“ und „Garden Of Lavender“ sirren die Streicher und zirpen die Gitarren. Nach 70 Minuten verstummt der Sänger und man hofft, er würde nur kurz Luft holen für die nächste Geschichte

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