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The Go-Betweens G Stands For Go-Betweens: The Anthology, Vol. 1

Domino

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Foto: Domino

Die Go-Betweens vereinten in den Achtzigern großen Pop und lyrische Ambition und wurden dafür von Kritikern geliebt und von ihren viel zu wenigen Fans kultisch verehrt. Nach ihrem Comeback im Jahr 2000 schienen sie endlich die Früchte ihrer Arbeit zu ernten, doch dann starb Grant McLennan – der neben Robert Forster der Gründer, Sänger und Songwriter der Band war – im Mai 2006 völlig unerwartet, die Go-Betweens waren Geschichte, Forster zollte seinem Freund auf einem Soloalbum Tribut, schrieb über Musik und verfasste seine Memoiren. Einige seiner Erinnerungen kann man nun schon im prächtigen Begleitbuch zu „G Stands For Go-Betweens“ nachlesen, dem ersten Teil einer Anthologie, der die Jahre 1978 bis 1984 umfasst.

Forster erzählt vom ersten Treffen mit McLennan an der Uni und davon, wie er den Filmfreak mit den guten Noten überredete, ein Instrument zu lernen, wie sie nach einer Schlagzeugerin suchten, weil sie Truffauts „Jules und Jim“ und The Velvet Underground zugleich sein wollten, wie ein paar Singles später Forsters Freundin, die sechs Jahre ältere Feministin Lindy Morrison, den Platz bekam. Die künstlerische Haltung, die aus dieser Geschichte spricht, macht einen großen Teil der Faszination aus, die diese Band  auf ihre Fans ausübt. Und so dürfte dieses 112-seitige, um weitere Essays von Wegbegleitern und zahlreiche Fotos erweiterte Buch für viele mit dem Werk längst vertraute Fans das eigentliche Schmuckstück dieser Werkschau sein, die vier LPs – eine Zusammenstellung der frühen Singles und die ersten drei remasterten Alben – sowie vier CDs mit raren und unveröffentlichten Aufnahmen, Outtakes, Demos und Radiosessions umfasst.

Hier wird man Zeuge, wie die Band sich vom naiven Jonathan-Richman-Pop zum dunklen Art-New-Wave des Debüts, „Send Me A Lullaby“ von 1981, entwickelte, wie McLennan zum gleichwertigen Songwriter wurde, seine Melodien Forsters schroffe Akkordik ausbalancierten und die Go-Betweens auf dem bei Rough Trade erschienenen „Before Hollywood“ endgültig zu sich fanden. Mit der Erweiterung um Robert Vickers am Bass gewannen sie neue musikalische Freiheiten; zudem fanden sie, als Rough Trade aus finanziellen Gründen passen musste, mit Sire ein potentes neues Label, das allerdings eine am Mainstream orientierte Produktion forderte. Auch wenn die Band damit ziemliche Probleme hatte, zeigte der rhapsodische Pop von „Spring Hill Fair“ die beiden Songwriter doch erstmals gemeinsam auf der Höhe ihrer Kunst.

Die Presse habe die Band immer als maßlos unterschätzt und glücklos bemitleidet, schreibt Forster, doch McLennan und er hätten es immer als Erfolg und großes Glück gewertet, eine zweiköpfige Jugendzimmer-Band von Brisbane in die Welt hinausgeführt zu haben. Wer die erstaunliche Entwicklung der Go-Betweens auf dieser Anthologie nachhört, wird ihnen zustimmen.

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