Trevor Tolliver You Don’t Own Me: The Life And Times Of Lesley Gore



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Sie hatte in den USA 20 Top-Ten-Hits zwischen 1963 und 1967, und danach hatte sie keinen Hit mehr. „It’s My Party“, das Lesley Gore als 17-Jährige mit Quincy Jones aufgenommen hatte, setzte sie auf die Agenda, sie trug Bienenkorbfrisur und Kleidchen, sie war Pink Pussycat in der „Batman“-Serie, und als die 70er-Jahre begannen, galt sie nichts mehr. Trevor Tolliver ist Literaturdozent in Kalifornien und ein Bewunderer der Sängerin und Songschreiberin, die nicht Singer-Songwriter war, obwohl sie mit ihrem Bruder Michael die Lieder für „Fame“ schrieb. Tolliver erzählt Gores Schicksal als exemplarisch für die 60er-Jahre, wenngleich er eher die 50er-Jahre meint – er schreibt von der „Golden Era“. Vor Lesley Gore waren Connie Francis und Doris Day. Nach Lesley Gore waren Joni Mitchell und Janis Joplin. Es blieb also wenig Zeit für sie. Sehr viel später moderierte die lesbische Gore bei einem kleinen Sender die Talkshow „In The Life“ mit Menschen, die nicht dem Familienmodell der „Golden Era“ entsprachen. Es ist diese Frau, die Trevor Tolliver interessiert: „Modern fans – especially gay men – still gravitated to Gore’s shows.“ Im Jahr 2005 brachte Lesley Gore das Album „Ever Since“ mit Balladen heraus, das ihre letzte Platte blieb, und darauf ist eine ruhige, beschwörend-dunkle Version ihres frühen Hits „You Don’t Own Me“, in dem sie etwas Selbstverständliches sagt: Ich bin nicht dein Spielzeug. Kein Mensch gehört einem anderen. Lesley Gore war berühmt, als eigentlich nicht ihre Zeit war, und sie war fast vergessen, als eigentlich ihre Zeit war. Sie starb im vergangenen Jahr an Krebs. Es war dann doch nicht ihre Party, aber sie hatte sich selbst eingeladen. (Backbeat Books, 20 Euro)


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