Willie Nelson & Merle Haggard Django and Jimmie


Legacy/Sony


von

Einen Tag vor dem Fall von Saigon vollendete Willie Nelson sein 42. Lebensjahr. Vier Dekaden später feiert der ungebrochen Umtriebige seinen 82. Geburtstag – und ein neues Album mit Merle Haggard. And why not? Das letzte („Last Of The Breed“) ist ja schon wieder acht Jahre alt. Und da mischte noch Ray Price mit. Der ist nun leider nicht mehr unter uns, Merle aber schon. Allerdings tritt er hier als Jimmie (wie Rodgers) auf. Denn ohne Jimmie und Django (Reinhardt) hätte es Merle und Willie womöglich nie gegeben, wie sie gleich im Titelsong singen. Zumindest nicht als die, die wir heute kennen und lieben.

Novelty-Routine und Barhymnen

„Django And Jimmie“, das ziemlich wie Country klingt, als Country noch Country war, fiel vorab mit der Single „It’s All Going To Pot“ auf, die sich über den US-Marihuana-Hype lustig macht. Wer, wenn nicht Willie? Doch als Song ist das nur amüsante Novelty-Routine. Auch des Remakes von Haggards Barhymne „Swinging Doors“ hätte es nicht unbedingt bedurft. Da scheint eine leise Hymne auf den „Unfair Weather Friend“ inzwischen doch näher an beiden, ebenso „Live This Long“. „We’d have taken much better care of ourselves if we’d known we’re gonna live this long“, singen Nelson/Haggard. Und zucken kurz mit der Schulter, die sie noch hochkriegen. Ein cool schleichendes „Don’t Think Twice, It’s Alright“ als einziges Cover passt auch zu diesem spirit.

Selbst geschrieben haben sie auch. Haggards schnurrensattes „Missing Ol’ Johnny Cash“ hätte dem Vermissten gefallen. Nelson packt unter anderem das rollende Zen-Motto „It’s Only Money“ aus und zielt mit „Driving The Herd“ relaxed aufs Konzertvolk. Zwischendurch verbeugt sich Haggard vor Nelsons Klassiker „Family Bible“, während Nelson Haggards „Somewhere Between“ singt. Schließlich beschwört das Duo noch einmal den alten Outlaw-Geist mit „The Only Man Wilder Than Me“ und der so wahren wie bitteren Zeile: „Indifference has kept his mind free.“ Und wer kann da nur gemeint sein? Genau: Django. Oder doch Jimmie?


Dies ist das beste Album von Coldplay, das die Band nie veröffentlichen wird

Als „Parachutes“ im Juli 2000 erschien, waren Coldplay schon kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die Band hatte sich zuvor mit mehreren glänzenden EPs („Safety“, „Brothers And Sisters“, „Blue Room“) einen Namen gemacht und ihre wehmütig-melancholischen Songs am großen Publikum ausgetestet. Bereits 1999 gab es einen bejubelten Auftritt beim Glastonbury. Die Folge: „Parachutes“ startete direkt durch, eroberte Platz eins der UK-Charts, gilt manchen sogar als eines der überzeugendsten Debütalben der vergangenen Jahrzehnte. Und es markierte den Anfang einer Weltkarriere, die Coldplay inzwischen in die großen Stadien der Welt geführt hat. Coldplay schreiben nun (auch) Hymnen fürs Wochenende, zum Feiern, zum Hören in…
Weiterlesen
Zur Startseite