Robyn: „Body Talk“ nun komplett


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Wenn es sich jemand am Ende des Jahres verdient hat, die Füße hochzulegen und durchzuatmen, dann sicher die schwedische Dance-Pop-Künstlerin Robyn. Und diese Füße dürften wundgetanzt und wundgelaufen sein, denn Robyn war nicht nur unermüdlich auf Tour, sondern auch immer wieder im Studio, um neue Songs für ihre EP-Trilogie „Body Talk“ aufzunehmen – die sich in manchen Fällen (z. B. bei Part 1) auch schon mal auf acht Songs auswuchsen. Andere hätten daraus ein Album gemacht.Robyn sagte kürzlich dazu: „Ich hatte eigentlich nie vor, eine Art Jahresveröffentlichungs-Weltrekord zu brechen. Doch es war bestimmt kein schlechter Versuch! Aber letztendlich geht es mir eher um den Prozess an sich. Diese ganze Suche nach einer natürlicheren Herangehensweise ans Komponieren und Musikmachen war total interessant. Ich wollte etwas Unverfälschtes schaffen, das aus etwas entsteht, was mir, aber auch den Hörern logisch und natürlich erscheint.“

Am Freitag erschien nun der dritte Teil der „Body Talk“-Reihe, der diesmal „nur“ fünf neue Songs bringt, darunter die mal wieder starke Single „Indestructible“ (Video siehe unten). Zeitgleich erscheint „Body Talk“, mit ingesamt 15 Songs – zusammengestellt aus den fünf brandneuen Tracks und einer Auswahl der vermeintlich besten Songs (Tracklist siehe unten) der anderen „Body Talk“-Parts. So bleibt es einem also selbst überlassen, ob man sich alle drei Einzel-CDs ins Regal stellt oder zu den Spätzündern zählt und lieber das Best of wählt.

Wie auch immer: „Body Talk“ beweist nicht nur das hohe Tempo, dass Robyn und ihre Songwriter (wobei die meisten Tracks gemeinsam von ihr und Produzent Klas Ahlund geschrieben werden) an den Tag gelegt haben, sie beweisen auch die beachtliche Stilbreite und das Talent, Popsongs zu schreiben, die cheesy und stilvoll zugleich sein können. Die amerikanischen Rolling Stone-Kollegen meinten zum Beispiel zur ersten EP: „Es ist unglaublich: Selbst ihre Eurodance-Songs haben eine verrückt-coole Note.“

Ebenso spannend ist es zu hören und in den Videos zu sehen, wie Robyn zwischen Verletzlichkeit und Aggression zu switchen versteht. Mal gibt sie den „Fembot“, mal entblößt sie ihre harmoniebedürftige Seite in „Hang With Me“, mal gibt sie die verletzte Disco-Quenn in „Dancing On My Own“, dann wiederum tönt sie mit Oberchauvie Snoop Dog in „U Should Know Better“: „Even the Vatican knows not to fuck with me!“ Und dann gibt es da noch den hedonistischen Stinkefinger „Don’t Fucking Tell Me What To Do“, den jedes renitente Hipster-Girlie in der Sammlung haben sollte.

Live gönnt sich Robyn hierzulande bis zum März eine Pause. Die Daten finden sich weiter unten.

Hier das Video zu „Indestructible“ – die Single erscheint erst am 18.02.:

Hier ein paar der stärksten „Body Talk“-Songs:

Body Talk-Tracklisting:
1. Fembot
2. Don´t fucking tell me what to do
3. Dancing on my own
4. Indestructible
5. Time Machine
6. Love kills
7. Hang with me
8. Call your girlfriend
9. None of dem
10. We dance to the beat
11. U should know better
12. Dancehall Queen
13. Get myself together
14. In my eyes
15. Stars 4-ever

Tour 2011:
07.03.2011 Frankfurt, Mousonturm
09.03.2011 Köln, Live Music Hall
11.03.2011 München, Muffat Halle
12.03.2011 Berlin, Astra Kulturhaus