Rock am Ring endet ohne Black Sabbath: Mama, I’m coming home!

Der Samstag bei Rock am Ring in der Retrospektive – ein bitteres Ende für das Festival, dessen Line-up sich so vielversprechend las.

Die Klamotten klamm, die Schuhe verkrustet – der turbulente Freitag haftet den Zuschauern bei Rock am Ring auch noch am Samstag an. Trotzdem bleiben sie „happy Campers“ und feiern sich die prekäre Lage schön. Katastrophal ist sie, inzwischen weniger für die Besucher, eher für das Veranstalter-Team, das zwischen Wetterberichten, Gesprächen mit Innenminster und Gemeinde und Pressemitteilungen einen für alle Parteien akzeptablen Weg aus der Wetterkrise finden muss.

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Die Konsequenz am Samstag lautet: Bis 20.30 Uhr bleibt das Festivalgelände geschlossen. Zwei weitere Male ziehen Gewitter über Mendig, die diverse Flunkyball-Spiele am Nachmittag und frühen Abend jäh beenden. Schließlich kann doch noch das Go gegeben werden – ein neuer Spielplan kürzt das Line-up aufs Allerwesentlichste herunter. Auf der Volcano Stage dürfen die Deftones nun endlich den Samstag eröffnen. UND WIE! Man könnte da schon mal behaupten, die Band hat Songs wie „Shove It“ und „Digital Bath“ nie breiter grinsend gespielt.

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Kurz darauf, um 23 Uhr, versammeln die Red Hot Chili Peppers die hartgesottene Rock-am-Ring-Gemeinschaft zum kollektiven Abfeiern. Nasse Füße, schlammige Haut? Scheiß egal. „Can’t Stop“ ist das Motto der Nacht. Auch zu den neuen Songs wird selig getanzt, während Gitarrist Josh Klinghoffer demonstriert, dass er genau darin seinen Platz gefunden hat, Frusciante zu ersetzen ist ohnehin aussichtslos. So bleiben die Trademark-Riffs des Aussteigers weitestgehend unangetastet.

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Langsam sind wieder Grasbüschel zwischen den bis zu wadenhohen Schlammrillen zu sehen, da gibt es doch noch ein kleines Luxusproblem für die Besucher. Bullet For My Valentine rumpeln auf der Crater Stage, gleichzeitig beenden Billy Talent den Abend auf der Volcano Stage. Nach Sitz-Aufspring-Eskapaden, ein paar Fuckfingern für Donald Trump und einer bewegenden Widmung an ihren an MS erkrankten Drummer gehen die Lichter aus.

Und noch einmal an: Marek Lieberberg verkündet schweren Herzens das vorzeitige Ende eines wetterbedingt schwierigen Festivals, das trotzdem so viel Laune gemacht hat. So etwas hat es in der Geschichte von Rock am Ring eben noch nicht gegeben. Anfängliche Pfiffe und Buh-Rufe weichen schließlich anerkennendem Applaus. Und ein paar Tränen fließen dann auch – für die meisten wäre es wohl die letzte Chance gewesen, Black Sabbath noch einmal live erleben zu können.

Mama, I’m Coming Home!

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