ROLLING STONE Beach, der Samstag: Als fressen einem Seepferdchen aus der Hand

Elbow

Natürlich sind Elbow die Art von Konsens-Band, die ein Festival am Schluss zusammenführt. Das große Herz, die großen Melodien, die großen Hits – das alles hat die Band aus Manchester und ist deshalb für jeden Samstagabend ein Glücksgriff. Aber beim Beach machen Elbow es uns zunächst mit weniger gefälligen Songs nicht ganz leicht. Denn das ist das aktuelle Bekenntnis der Band: Das neue Werk, „Giants Of All Sizes“, verzichtet weitestgehend auf Weltumarmung, ist dunkler, politischer und komplexer in den musikalischen Strukturen.

Gleich am Anfang des Sets auf der Zeltbühne steht „Dexter & Sinister“, ein Sieben-Minuten-Prog-Ding und eine der Brexit-Reflexionen des Albums. Unfassbar, wie muskulös, plastisch und transparent der Sound vom ersten Ton an dasteht; besser hat niemand auf dem diesjährigen Festival geklungen. Gleich danach „Fly Boy Blue / Lunette“, das Lied mit dem Vocoder-artigen Harmoniegesang und dem monströsen Mittelteil, man hört jetzt besser die alte englische Psychedelik, die Elbow in den Akkorden verstecken.

Vor „Empires“ spricht Guy Garvey vom Brexit und verabschiedet sich schon mal von uns: „Thank your for having us. We enjoyed being European“. Das Lied mit der massiven Farfisa-Orgel ist eine Resignation vor dem Blödsinn der Geschichte. So geht es eine Weile weiter, und es ist eine schöne Herausforderung, sich die neuen Songs zu erschließen und aus direkter Nähe zu erleben, was sich Elbow, die im Kern eine Prog-Rock-Band sind, ausgedacht haben.

Und wie schön das alles ist und wie überzeugend und bei aller Komplexität gleichbleibend warm! Dann kommen freilich doch die Hits. „Magnificient (She Says)“ spielt die Band in einer sanften Akustikgitarrenversion, „Lippy Kids“ legt sich auf das Zelt wie ein stiller Trost, und „One Day Like This“ bringt dann das eingangs erwähnte große Herz ganz laut zum Schlagen. Um es mit Guy Garveys Lieblingswort zu sagen: beautiful.

Jörn Schlüter

Blumfeld

Blumfeld

Nico Ackermeier / www.facebook.com/honeymilkphotography


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