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RS Story

Shakey Graves: Jeder Song schlägt einen neuen Purzelbaum


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Und in der Tat erinnern Stücke wie „Big Bad Wolf“ an die symbolüberfluteten Fantastereien der längst legendären Verfilmung des Romans von Frank L. Baum, die auch deshalb immer aktuell bleiben wird, weil sie die Ängste der Menschen in archeytpischer Form versinnbildlicht. Viel mehr noch wolle er aber die emotional aufgeladenen Antinomien des Stoffs auf musikalischem Wege adaptieren, also ein Album aufnehmen, das mit jedem Track einen neuen Purzelbaum schlägt. Während „Aiboh­phobia“ (das aus lauter Palindromen besteht) nach reichlich LSD-Konsum entstand und sozusagen die Technicolor-­Seite der Platte repräsentiert, bilden melancholische Lieder wie „Di­ning ­Alone“ und der Rockstar-Abgesang „Tin Man“ das Negativ ab.


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In mancher Hinsicht sei es ein Anti-­Suizid-Album geworden, sagt der Musiker. „Ich erhielt Briefe von Fans, die versucht hatten, sich das Leben zu nehmen. Für sie wollte ich Songs schreiben, die ihnen einen anderen Blick auf das Leben schenken.“ Heraus gekommen ist aufgrund dieser komplexen erzählerischen Facetten das bisher ereignisreichste Album in der Karriere von Shakey ­Graves. Aufgenommen zur Hälfte in seinem Haus und an verschiedenen Orten Amerikas („Ich wollte mich bewusst isolieren“), beeindruckt es vor allem auch durch den vielfarbigen Gesang, dem Rose-Garcia während der Produktion besondere Aufmerksamkeit widmete.

Geniales Artwork

Aber noch etwas anderes fällt auf den ersten Blick auf: Angesprochen auf das raffinierte, surrealistische Artwork der neuen Platte – ein originelleres wird es in diesem Musik­jahr vermutlich nicht geben –, gerät der Songwriter ins Schwärmen. Nach einer schlaflosen Nacht sei ihm die Idee für das ungewöhnliche Setting gekommen und vor allem für die Produktion einer Mini­kulisse, die, aus verschiedenen Winkeln abfotografiert, eine stereoskopische Raumwirkung erzielt. Für den selbst gebastelten Hintergrund zog sich der Sänger ein ganzes Wochenende in seinen Keller zurück – und nun zeigt er allen, die sich dafür interessieren, stolz ein Making-of-Video auf seinem Handy.


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Shakey Graves live 2018

  • 30.10.18 – Köln, Kulturkirche
  • 04.11.18 – Berlin, Heimathafen Neukölln
  • 05.11.18 – Hamburg, Gruenspan
  • 08.11.18 – München, Freiheiz

Folgen Sie dem Autor (der auch ein Faible für Animationsfilme und den „Zauberer von Oz“ hat), wenn Sie mögen, auf Twitter und auf seinem Blog („Melancholy Symphony“).



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