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Spotify-Chef entschuldigt sich für neue AGBs

Es ist immer das gleiche Spiel, nur meist mit neuen Vorzeichen: Ein Netz-Unternehmen gewinnt eine gewisse Marktmacht und setzt dann schleichend und, von einigen wenigen kritischen Stimmen abgesehen, relativ problemlos neue Geschäftsbedingungen zu seinen Gunsten durch. Nicht anders machte es der Streaming-Dienst Spotify Ende der vergangenen Woche und kündigte neue AGBs an.

Doch diese stießen auf Widerstand bei unzähligen Nutzern des Portals, denn im Kern will das Unternehmen in Zukunft die Berechtigung, auf sämtliche Fotos, Kontakt-, Standort- und Sensor-Daten der User zurückgreifen zu können, wenn diese die Spotify-App auf ihrem Smartphone benutzen.

Ankündigung ohne detaillierte Hintergrundinformationen

Der eigentliche Kritikpunkt der verärgerten Nutzer war aber weniger, dass die Geschäftsbedingungen geändert werden (dergleichen ist man von Facebook und Co. wohl längst gewohnt), sondern wie dies kommuniziert wurde. So erschien auf der Oberfläche der App lediglich ein kurzer Text, dass die AGBs angepasst würden. Weitere Details wurden aber nicht verraten, ganz nach dem Motto: Ihr müsst es ja eh schlucken. Spotify setzte überdies eine Frist bis zum 21. September, um den neuen Bedingungen zuzustimmen, ansonsten sei der Dienst nicht mehr nutzbar.

Spotify hat mehr als 75 Millionen User
Spotify hat mehr als 75 Millionen User

Nach zornigen Kommentaren in den sozialen Netzwerken und ersten Boykottaufrufen gegen den beliebtesten Streaming-Dienst im Netz reagierte nun Daniel Ek, der Chef von Spotify, mit einer Richtigstellung. 

„Wir werden ausdrücklich um Genehmigung fragen, wenn wir diese Daten nutzen möchten – und wir werden sie nur dazu nutzen, die Spotify App zu verbessern“, schrieb er in seinem Blog. Seiner Aussage nach ginge es der Firma lediglich darum, sich die Möglichkeit erlauben zu lassen, auf diese Daten zugreifen zu können – dies bedeute aber nicht automatisch, dass man dies auch tatsächlich tun werde. Hintergrund sei vor allem, die Spotify-App in den nächsten Monaten zu verbessern und benutzerfreundlicher zu machen.

Ek gelobte, dass man die AGBs in Zukunft umschreiben werde, um jegliches Missverständnis aus der Welt zu räumen.

Hintergrund

Spotify will der eigenen Aussage nach den Nutzern ein „individuelleres Musikerlebnis“ liefern und versucht anhand der nun deutlich offensiver gesammelten Daten, das eigene Produkt zu verbessern. Dabei geht es um verschiedene Parameter, die eine Rolle bei der Nutzung des Streaming-Dienstes spielen. So ist das Unternehmen unter anderem daran interessiert, wie schnell sich die User fortbewegten, weil man mit einer neuen Funktion die abgespielte Musik ans Lauftempo anpassen möchte.

Für Spotify ist das Einfordern der Nutzerdaten wohl aber nicht nur aus Sicht der Produktverbesserung interessant. So kann das schwedische Unternehmen nun auch Datensätze seiner Nutzer an andere potentielle Werbepartner weiterverkaufen, damit diese wiederum ihre Werbung individuell an den User anpassen können.

Wie Spotify mehrfach betonte, gelte dies allerdings nur für Kunden, die das Streaming-Portal kostenlos nutzen. Daten der zahlenden Premium-Mitglieder würden angeblich nicht weitergegeben.

Andrew Matthews picture alliance / empics

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