ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
Highlight: Kritik: „Black Mirror“ auf Netflix – alle Episoden plus „Bandersnatch“ im Ranking

Tarantino-Ranking: Alle Filme von „Reservoir Dogs“ bis „The Hateful Eight“

8. The Hateful Eight (2015)

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In diesem wie ein Theaterstück angelegten Western debattieren neun Menschen über Selbstjustiz, Notwehr, Schusswaffengebrauch und Rassismus. Ein Schneesturm tobt vor der Hütte, und der Sheriff, ein Kopfgeldjäger, die Soldaten und eine zum Tod verurteilte Gefangene gehen sich an den Kragen. Die politischen Bezüge zu den aktuellen Rassenunruhen in Amerika, wo immer wieder – vor allem schwarze – Unschuldige von Polizisten erschossen werden, sind deutlich. Hier umso mehr, da Staatsdiener auf Ausgestoßene treffen.

Unter der Last gesellschaftskritischer Zitate („Schwarze fühlen sich nur dann in Sicherheit, wenn Weiße entwaffnet sind“) droht das 189 minütige Drama, Tarantinos längster Film, bisweilen einzubrechen. Auch die Besetzung ist nicht durchgängig geglückt. Michael Madsen hat die Rolle des behäbigen, lustlosen Schmatzers für Tarantino wohl schon ein paar Mal zu oft gespielt; Tim Roth agiert befremdlich und voller Manierismen, derart hibbelig, als wäre er für einen verhinderten Christoph Waltz eingesprungen.

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Aber selbst ein mittelmäßig aufgelegter Tarantino liefert noch einen halbwegs guten Beitrag. Samuel L. Jackson erzählt eine äußerst lustige Mär vom erfrierenden Gefangenen, der sich nur über einen Blowjob retten kann; ein unerwarteter Twist offenbart die Identität von vieren der Geheimniskrämer der „Hateful Eight“. Außerdem präsentiert Tarantino sein Werk in einem Ultrabreit-Bild-Format (70 MM), das angeblich zuletzt 1966 im Kino verwendet worden sein soll. So wird „Minnies Miederwarenladen“, in dem sich ein Großteil der Handlung abspielt, zu einem Ort voller kleiner Details, die, alle wie gestochen, zur Analyse einladen – ob Pistole, Topf oder Kaffeetasse.


Kritik: „Black Mirror“ auf Netflix – alle Episoden plus „Bandersnatch“ im Ranking

Charlie Brooker, Macher von „Black Mirror“, stellte die Frage: „Wenn Technologie eine Droge ist, was sind dann die Nebenwirkungen?“ In den ersten vier Staffeln der britischen Serie wird eine entsprechende Zukunftsvision entworfen. Drohnen werden gehackt und greifen an, Roboter ersetzen Ehemänner, Cartoon-Figuren bewerben sich für ein Amt im Parlament, und es gibt Urteile in den sozialen Netzwerken, die über unser Leben entscheiden (was nicht so weit entfernt wirkt). Schon die dritte Season wurde nicht mehr von Endemol produziert, sondern von Netflix, mit mehr Starpower und sichtbar höheren Budgets. Wie gut ist Staffel vier, wie gut der „Black Mirror“-Film „Bandersnatch“, der…
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