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Tarantino-Ranking: Alle Filme von „Reservoir Dogs“ bis „Once Upon a Time in Hollywood“


von

5. Death Proof (2007)

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Die „Kill Bill“-Filme brachten Tarantino nach einer Pause von sechs Jahren zwar wieder zurück ins Spiel – aber hiermit hatte er sich fast sogleich ins Aus bugsiert.

Dabei wurde sein „Grindhouse“-Beitrag (in einem Doppel-Feature mit Regisseur-Freund Robert Rodriguez, der mit „Planet Terror“ schlechter ablieferte) von Kritik und Publikum missverstanden. Die einen monierten die langen Dialoge, andere glaubten, dass grade die Story zu wenig hergebe.

Doch erleben wir Tarantino hier so befreit wie noch nie. Das Trash-Feld des Grindhouse-Genre bespielt er mit lauter Ideen, die, das ist in dem Sujet angelegt, eben funktionieren können oder nicht. Licht- und Farbwechsel, Qualitäts-Sprünge im Film, sowie Soundtrack-Abbrüche bilden den Rahmen für einige seiner pointiertesten Ideen. Besonders die Gespräche zwischen den Frauen hören sich so an, als hätten sie Frauen erdacht und nicht der männliche Drehbuchautor.

Nicht zuletzt ist „Death Proof“ ein feministischer Film, ein Revenge Movie mit zwei Gruppen von acht Frauen (von denen vier sterben müssen), angeführt von der wie immer kompetenten Rosario Dawson. Die Verfolgungsjagden sind kurios, komplett mit Stuntfrauen gedreht, darunter der als Schauspielerin mitwirkenden Zoe Bell. Welchen Spaß die Autorennen Taratino gemacht haben dürften, verrät ein Making Of, in dem der Regisseur auf die ihm eigene euphorisierte Art berichtet, wie sich australische von amerikanischen Chase Sequences unterscheiden. Der Unterschied liegt in der Position der Kamera – in der Wüste gibt es keine Häuser, auf die man sie stellen könnte.

Mit Kurt Russell als mörderischen Stuntman Mike, der Playboy, Ekel, Sonnenschein und Opfer in einem sein kann, hatte Tarantino eine Idealbesetzung gefunden; kaum vorstellbar, dass der ursprünglich vorgesehene Mickey Rourke mit seinem Maskengesicht Ähnliches geleistet hätte. Russells Augenzwinkern in Richtung des Publikums, seinem Durchbrechen der vierten Wand, ist die wahrscheinlich furchterregendste Einstellung im Werk Tarantinos.

In einem jüngeren Interview mit „Vulture“ erzählte der Regisseur von den nüchternen Reaktionen auf „Death Proof“. Als man in Hollywood wieder begann ihm fremde Drehbücher zu schicken, damit er wie zuletzt in den frühen Neunzigern als Script Doctor tätig werde, habe er geahnt: Jetzt wollen sie ihn endgültig vom Regiestuhl verbannen.

Zum Glück ist das nicht gelungen.



Pearl Jam: Buyer's Guide – die wichtigsten Alben im Ranking

Essenziell Ten (1991) „Irgendwas stimmt hier nicht!“, sagt die Mutter zum Sohn. „Ich hab’s: Du lebst noch!“ „Alive“ hieß die Single, die die Grunge-Generation, im Vergleich zur Punk-Bewegung eher passiv-aggressiv bis hilflos leidend, im Herzen berührte. Beim Albumdebüt war Eddie Vedder bereits 27 Jahre alt, aber er hatte noch alle Teenager-Themen parat: Zwangseinweisung in die Psychiatrie durch die Eltern („Why Go“), Suizid vor versammelter Klasse („Jeremy“). „Ten“erschien rund einen Monat vor „Nevermind“; nach Nirvana galten Pearl Jam als solide Nummer 2. Über deren Pathos machte Kurt Cobain sich lustig, aber Vedder hatte andere Idole als die meisten Seattle-Kollegen: Led Zeppelin,…
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