ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
Highlight: Kritik: „Black Mirror“ auf Netflix – alle Episoden plus „Bandersnatch“ im Ranking

Tarantino-Ranking: Alle Filme von „Reservoir Dogs“ bis „The Hateful Eight“

5. Death Proof (2007)

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Die „Kill Bill“-Filme brachten Tarantino nach einer Pause von sechs Jahren zwar wieder zurück ins Spiel – aber hiermit hatte er sich fast sogleich ins Aus bugsiert.
Dabei wurde sein „Grindhouse“-Beitrag (in einem Doppel-Feature mit Regisseur-Freund Robert Rodriguez, der mit „Planet Terror“ schlechter ablieferte) von Kritik und Publikum missverstanden. Die einen monierten die langen Dialoge, andere glaubten, dass grade die Story zu wenig hergebe.

Doch erleben wir Tarantino hier so befreit wie noch nie. Das Trash-Feld des Grindhouse-Genre bespielt er mit lauter Ideen, die, das ist in dem Sujet angelegt, eben funktionieren können oder nicht. Licht- und Farbwechsel, Qualitäts-Sprünge im Film, sowie Soundtrack-Abbrüche bilden den Rahmen für einige seiner pointiertesten Ideen. Besonders die Gespräche zwischen den Frauen hören sich so an, als hätten sie Frauen erdacht und nicht der männliche Drehbuchautor.

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Nicht zuletzt ist „Death Proof“ ein feministischer Film, ein Revenge Movie mit zwei Gruppen von acht Frauen (von denen vier sterben müssen), angeführt von der wie immer kompetenten Rosario Dawson. Die Verfolgungsjagden sind kurios, komplett mit Stuntfrauen gedreht, darunter der als Schauspielerin mitwirkenden Zoe Bell. Welchen Spaß die Autorennen Taratino gemacht haben dürften, verrät ein Making Of, in dem der Regisseur auf die ihm eigene euphorisierte Art berichtet, wie sich australische von amerikanischen Chase Sequences unterscheiden. Der Unterschied liegt in der Position der Kamera – in der Wüste gibt es keine Häuser, auf die man sie stellen könnte.

Mit Kurt Russell als mörderischen Stuntman Mike, der Playboy, Ekel, Sonnenschein und Opfer in einem sein kann, hatte Tarantino eine Idealbesetzung gefunden; kaum vorstellbar, dass der ursprünglich vorgesehene Mickey Rourke mit seinem Maskengesicht Ähnliches geleistet hätte. Russells Augenzwinkern in Richtung des Publikums, seinem Durchbrechen der vierten Wand, ist die wahrscheinlich furchterregendste Einstellung im Werk Tarantinos.

In einem jüngeren Interview mit „Vulture“ erzählte der Regisseur von den nüchternen Reaktionen auf „Death Proof“. Als man in Hollywood wieder begann ihm fremde Drehbücher zu schicken, damit er wie zuletzt in den frühen Neunzigern als Script Doctor tätig werde, habe er geahnt: Jetzt wollen sie ihn endgültig vom Regiestuhl verbannen.

Zum Glück ist das nicht gelungen.


Kritik: „Black Mirror“ auf Netflix – alle Episoden plus „Bandersnatch“ im Ranking

Charlie Brooker, Macher von „Black Mirror“, stellte die Frage: „Wenn Technologie eine Droge ist, was sind dann die Nebenwirkungen?“ In den ersten vier Staffeln der britischen Serie wird eine entsprechende Zukunftsvision entworfen. Drohnen werden gehackt und greifen an, Roboter ersetzen Ehemänner, Cartoon-Figuren bewerben sich für ein Amt im Parlament, und es gibt Urteile in den sozialen Netzwerken, die über unser Leben entscheiden (was nicht so weit entfernt wirkt). Schon die dritte Season wurde nicht mehr von Endemol produziert, sondern von Netflix, mit mehr Starpower und sichtbar höheren Budgets. Wie gut ist Staffel vier, wie gut der „Black Mirror“-Film „Bandersnatch“, der…
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