Test und Verlosung: LEGO-Set Atari 2600


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Playstation Switch und XBox setzen heutzutage Messlatten im Gaming, aber wird irgendjemand jemals feuchte Augen bekommen, wenn er im höheren Alter an diese Maschinen denkt? Es sind doch eher die Konsolen der 1970er- und 1980er-Jahre, die bis in alle Zeiten nostalgisch verehrt (und ja: verklärt) werden. Intellivision, Collecovision – und natürlich der Atari 2600, die „Titanic“ unter den Telespielkisten.

Lego hat nun ein Bauset zum Atari 2600 (das bis 1982 Atari VCS hieß) herausgebracht. 2532 Teile, eine Minifigur, Preisempfehlung 239,99 Euro. Nachzubauen sind die Spielkonsole, drei Steckmodule, also drei Spiele (samt Mini-Schrank), der Joystick CX40, sowie ein 80er-Jahre-Kinderzimmer, das in der Konsole liegt und sich nach außen klappen lässt.

Test

Das Set ist acht Zentimeter hoch, 33 Zentimeter breit und 22 Zentimeter tief, kommt den Größen des Originals also recht nah. Das legendäre Design, ein von Frederick Thompson entworfenes Gehäuse aus gerilltem Schwarzplastik, wird von Lego durch verhältnismäßig wenige, dafür größere Einzelteile nachempfunden. Wer in den Spätsiebzigern sein Wohnzimmer mit dicken Stereoanlagen ausstattete, war von der Ästhetik des Klotzes begeistert: eine Holzimitatverblendung mit silbernen Schaltern, das passte zur Hi-Fi-Bank. Den Joystick designte Kevin McKinsey, der sich dafür vom Automatenspiel „Tank“ inspirieren ließ.

Das reduziert-funktionale Erscheinungsbild der Lego-Variante ist, wie bei fast allen Sets für Erwachsene, wunderschön aufzubauen, ein Memory-lane-mäßiges Erlebnis, macht aber auch ein wenig traurig, weil spätestens mit der Fertigstellung auch der Reiz des Bausatzes, sobald das Teil in der Vitrine steht, schleichend verloren gehen könnte. Da das Lego-Modell ähnliche Maße wie die Konsole aufweist, landet man in Gedanken auch schnell beim Direktvergleich – und mit Lego lassen sich nunmal keine Videospiele daddeln. Besonders dramatisch erscheint die nicht zu stillenden Sehnsucht beim Joystick. Dessen Gummistick hat jeder schon mal aus Wut oder Freude versucht oben einzudrücken, und, hand aufs Herz, jeder hat mindestens einmal darauf rumgekaut. Schmeckt hier nicht!

Die Auswahl der drei nachzubauenden Games ist interessant, noch interessanter wäre es gewesen, gerade die Auswahl der drei Spiele nachempfinden zu können. Vielleicht gab es hier Probleme, Lizenzen bestimmter Klassiker für den Nachbau zu erhalten? „Asteroids“ ist ein Must-Have, wird auch mitgeliefert. Über den Wert von „Centipede“ und „Adventure“ (Rollenspiele waren damals derart en vogue, dass bereits ein nichtssagender Titel reichte, um Buzz zu kreieren) lässt sich natürlich streiten. Möglich wären natürlich auch Königsspiele gewesen: „Space Invaders“, „Defender“ oder die tragisch gescheiterten, deshalb umso „kultigeren“ Spielumsetzungen von „E.T.“ oder „Raiders of the lost Ark“, oder „Phoenix“, weil es zu der andersfarbigen Spielreihe gehörte, der mit den Silberaufklebern. Und „Pac-Man“ wäre natürlich Pflicht gewesen, oder?

Aber das sind nur Kleinigkeiten, keine echten Beanstandungen. Man kann einem Set nicht vorwerfen, dass es puristisch erscheint, wenn bereits die Vorlage puristisch designt wurde. Das Teil sieht Eins zu Eins aus, ist also eine tolle Umsetzung. Zu den drei Games werden außerdem Mini-Sets geliefert, die sich um die Steckmodule drapieren lassen, also ein Raumschiff, das auf Asteroiden schießt (Asteroids“), ein Schloss („Adventure“) sowie ein Tausendfüßler mit Pilzen („Centipede“). Das Highlight ist das herausklappbare 1980er-Jahre-Kinderzimmer samt Poster, Telefon und Ghettoblaster, das dem Set-Erbauer den eigentlichen Grund vor Augen führt, warum er sich den Bausatz überhaupt holt. Der Junge da vor dem Bildschirm, der war man selbst.

Verlosung

Wir verlosen ein LEGO-Set Atari 2600. Einfach Formular ausfüllen und „Atari“ als Lösungswort angeben. Einsendeschluss: 10. September 2022. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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