The Avener: Der Pferdehirt des Königs macht den Club-Sound der Stunde

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The Avener: Der Pferdehirt des Königs macht den Club-Sound der Stunde

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Ausgerechnet ein Buch über das Vereinigte Königreich des 16. und 17. Jahrhunderts begründet das Mysterium um den französischen DJ Tristan Casara, der sich hinter dem Pseudonym The Avener verbirgt, was ungefähr so viel bedeutet wie „Pferdehirt des Königs“. Dass ihm Grenzen herzlich egal sind, beweist der aus Nizza stammende Casara auf seinem Debütalbum, „The Wanderings Of The Avener“. Die Art und Weise, wie er darauf Blues, Soul, Psychedelic und Sixties-Folk zu einer subtil pulsierenden Club-Musik vermischt, hat bereits im vergangenen Sommer für einen Ohrwurm gesorgt. Mit „Fade Out Lines“, im Original von Phoebe Killdeer & The Short Straws, lieferte er den perfekt unaufdringlichen Cocktail aus minimalistischen Beats und eingängigem Pop.

„Ich habe früh gemerkt, dass mir elektronische Musik die meiste Freiheit bietet“, erklärt Casara, der im Profil wirkt wie der junge Serge Gainsbourg. Ein Haupteinfluss für ihn, keine Frage. „Meine Mutter hörte Chansons, mein Vater experimentellen Jazz“, erinnert er die Zeit daheim, als er noch davon träumte, selbst ein Instrument zu spielen. Was er später auch tat, indem er Klavierstunden nahm und klassische Stücke lernte. Heute ist er Musiker, DJ und Archivar in einer Person. Für „The Wanderings Of The Avener“ hat Casara einige wichtige Akteure der Popgeschichte reanimiert, von John Lee Hooker bis Mazzy Star. Auch „Sugar Man“ Rodriguez sollte dank Casaras Remix von „Hate Street Dialogue“ bald auf den internationalen Tanzflächen Einzug halten. Natürlich musste er für seine Versionen zuvor die Zustimmung von den Urhebern oder deren Angehörigen einholen, was erstaunlich reibungslos klappte. Casaras Vermutung: „Manche hoffen sicher auf ein zweites Leben für ihre Songs.“

Sein Debüt entstand indes nicht in großen Studios. Das sei ja eben das Tolle an der DJ-Kunst: Ein Laptop reicht. So nahm er ein paar Sachen in Südostasien auf, ein paar in Nizza und Paris. Wichtig sei ihm dabei stets, „das Original nicht mit Effekten zu überladen“. Sonst überfordere man die Leute nur mit unnötiger Komplexität. „Die meisten wollen einfach nur tanzen und abschalten.“

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