Rezension

  • Zaza Burchuladze

    - adibas

    Kaukasuskrieg 2008, Zeit, um über Ninas Möse zu reden, denn „die erinnert mich immer an das Bermudadreieck: unscheinbare Oberfläche, doch voller Überraschungen“. So sieht es der georgische Icherzähler in „adibas“, dem hochgestylten Pop-Projekt von Zaza Burchuladze. Die Sprache der Hipster aus Tiflis ist mit Panzervokabeln duchsetzt, der Krieg ist längst Alltag geworden, aber für Politik […] mehr…

  • Paul Rees - Robert Plant: Ein Leben

    Bisher gab es wenig biografisch Fundiertes über Plant zu lesen. Der Musikjournalist Paul Rees nimmt ihn auf 350 Seiten etwas genauer unter die Lupe, nicht so sehr weil er sich von dessen Musik übermäßig angezogen fühle, sondern weil ihn die Aura des großen Rocksängers fasziniere, wie er im Vorwort schreibt. Rees versucht Plants musikalische Sozialisierung zu […] mehr…

  • Carol - Regie: Todd Haynes

    Der Frauenregisseur schlechthin überzeugt mit einer Patricia-High­smith-Adaption mehr…

  • Tobias Sommer - Jagen 135

    Der Kriegsfotograf Konrad Jagen hat den Auftrag erhalten, dem Geheimnis eines Waldstücks näherzukommen, in dem sich seit Jahrhunderten Menschen das Leben nehmen. Er erzählt, wie dieser mysteriöse Ort auch ihn in den Bann zieht, eine Frau, die dort ihren Sohn verloren hat, ihn auf seinen Streifzügen begleitet – und sie bald einen weiteren Wanderer bemerken, […] mehr…

  • Witold Gombrowicz - Kronos

    „Montag: Ich. Dienstag: Ich. Mittwoch: Ich. Donnerstag: Ich“, so beginnt das tausend Seiten zählende „Tagebuch“, das der polnische Exilliterat Witold Gombrowicz von 1953 bis zu seinem Tod 1969 führte. Es ist eines der großartigsten Dokumente des literarischen Antikonformismus, in dem das schreibende „Ich“ immer mehr in der „künstlerischen Kontemplation“ über Kunst, Philosophie und das Leben […] mehr…

  • Sunn O))) - Kannon

    Quietsch. Fiep. Brumm. Grdldrhrrrg. Üüüp! Auch im 18. Jahr seiner Karriere flicht das kalifornische Duo Sunn O))) die schönsten und kontemplativsten Gitarrenrückkopplungen auf diesem Planeten, im Genre des melodiefreien Krachs sind Greg Anderson und Stephen O’Malley längst zu Superstars aufgestiegen. Als sie Mitte des letzten Jahrzehnts erstmals auf deutschen Bühnen zu sehen waren, verirrten sich nur ein paar […] mehr…

  • Jono McCleery - Pagodes

    „Pagodes“ ist ein makellos produziertes Album. Die klassischen Gitarren klingen kristallklar, die Streicher schwingen erdig und schwer, dazu der sorgfältig abgenommene Gesang und elektronische Spielereien, Loops und Verfremdungen, die selten Selbstzweck sind und meist willkommene Dekonstruktionen der erwartbaren Akkordfolgen. Robert Wyatts „The Age Of Self“ wird in McCleerys Version zu wunderbarer Kammermusik. Den stolpernden Beat […] mehr…

  • Jennylee - Right On!

    Verhallter Dreampop: Die Warpaint-Bassistin klingt solo düsterer mehr…

  • Jacques Audiard - Dämonen und Wunder – Dheepan

    Jacques Audiards in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnetes Drama setzt langsam, aber wirkungsvoll ein. Die Anfangssequenz zeigt den tamilischen Freiheitskämpfer Dheepan, wie er einen Leichenberg in Brand steckt, auf dem vermutlich auch seine Frau und sein Kind liegen. Als nur noch ein verkohlter Schädel aus dem Ascheberg ragt, wirft er seine Uniform in die […] mehr…

  • Noah Baumbach - Mistress America

    Noah Baumbach kehrt mit „Mistress America“ in sein vertrautes Biotop zurück: die Welt der kreativen New Yorker Twenty- und Thirtysomethings. mehr…

  • Jörg Buttgereit - Besonders wertlos

    In dieser Kolumnensammlung gibt der Regisseur und Kritiker einen tiefen Einblick in die eigene seltsame Nerdwelt, in der es nur so spritzt, jaucht, trielt und mockert. Lester Bangs hat mal zwei Arten von Kritikern unterschieden: solche, die ausschließlich Perfektion suchen und den Makel an einem Kunstwerk nicht ertragen können, und solche, für die der Makel […] mehr…

  • Judith Holofernes - Du bellst vor dem falschen…

    Tiere und Musiker: Das gehört nicht erst seit Dominik Eulbergs fantastischen Alben, wie „Flora & Fauna“ und „Heimische Gefilde“, zusammen. Und Wir sind Helden haben bereits 2004 in „Rüssel an Schwanz“ gesungen: „In unserem Wimpernkranz bekriegen sich die Fliegen/ wen stören die Käfer/ die uns in den Ohren liegen?“ Daher verwundert nicht, dass Bandleaderin Judith Holofernes nun […] mehr…

  • Von Hühnern, Äpfeln und anderen Delikatessen - Regie: Anders Thomas Jensen

    Die skurrilen schwarzen Komödien des dänischen Regisseurs A. T. Jensind Höhepunkte des europäischen Kinos der vergangenen Jahre – nun erscheinen sie in einer Box. In Jensens gefeiertem Spielfilmdebüt, der launigen Gangsterkomödie „Flickering Lights“, machen sich vier Kleinganoven mit vier Millionen Kronen aus dem Staub, um in Barcelona noch einmal von vorn anzufangen. Der Traum von einem neuen Leben […] mehr…

  • Lanterns On The Lake - Beings

    Man denkt an Wolken, die im Winter über die Stadt ziehen: dem Himmel so nah und dennoch voller Melancholie. Wenn Bands solche Bilder in Rock verpacken, fliegen sie schon mal aus der Spur. Das Quartett Lanterns On The Lake aus Newcastle erinnert auf seinem dritten Album eher an die elementaren Sound-stürme von Mogwai. Zwischendurch gibt […] mehr…

  • Coldplay - A Head Full Of Dreams

    Clubstampfer: Die Briten um Chris Martin machen in gute Laune mehr…

  • Bruce Springsteen - The Ties That Bind: The…

    „The River“ ist unter den Alben von Bruce Spring­steen immer dieser wankende Riese geblieben. Zu lang. Zu verstreut. Zu groß. 1979 hatte Springsteen die fertige Platte „The Ties That Bind“ mit zehn Songs nicht veröffentlicht, denn sie war ihm nicht groß genug. Er schrieb noch mehr Songs. Und noch mehr. Er wollte „joy“ und „fun“ […] mehr…

  • Donald Antrim - Das smaragdene Licht in der…

    Der New Yorker Donald Antrim ist wohl das, was man einen writer’s writer nennt: einen Autor, der vor allem von Kollegen geschätzt wird. Richard Ford und Thomas Pynchon gehören zu seinen Fans, und zwischen diesen beiden Polen bewegt sich auch sein Schreiben, spielt an dem Punkt, an dem der Realismus ins Hysterisch-Absurde kippt. In Deutschland […] mehr…

  • Kay Pollak - Wie auf Erden

    In Pollaks Debüt, „Wie im Himmel“ (2004), stirbt der Dirigent Daréus lächelnd, während der Chor seines Heimatdorfes singt. Die Fortsetzung zeigt die Menschen, die ihn am meisten vermissen: die hochschwangere Lena und den Pastor Stig, der oft vor leeren Bänken predigt. Nachdem Stig Lena bei der Niederkunft hilft, übernimmt sie die Leitung des Chors – die […] mehr…

  • Charles Bukowski - Alles reden zu viel und…

    Mit den jetzt erstmals auf Deutsch erschienenen Gedichten beginnt das Spätwerk des dreckigen Dichters mehr…

  • SET DEL FILM 'LA GIOVINEZZA' DI PAOLO SORRENTINO.
NELLA FOTO HARVEY KEITEL  E  RACHEL WEISZ.
FOTO DI GIANNI FIORITO

    Paolo Sorrentino - Ewige Jugend

    Der Regisseur Paolo Sorrentino sinniert über das Alter und steckt dafür Michael Caine und Harvey Keitel zu einem biografischen Kassensturz in ein Wellnesshotel. Der Komponist und Dirigent Fred (Caine) hat seine erfolgreiche Karriere schon vor einiger Zeit beendet und lebt mittlerweile zurückgezogen; der Regisseur Mick (Keitel) steckt mitten in den Vorbereitungen zu seinem letzten Film. […] mehr…