Rezension

  • Harper Lee

    - Gehe hin, stelle einen Wächter

    „Heuchler haben genauso ein Recht, auf dieser Welt zu leben, wie alle anderen auch“, entgegnet Rechtsanwalt Atticus Finch seiner Tochter Jean Louise, als sie sich wutentbrannt für immer von ihm verabschieden will. Zuvor wurde sie Zeugin seines Engagements im rassistischen Bürgerrat ihrer verschlafenen Heimatstadt Maycomb/Alabama. 55 Jahre nach dem Klassiker „Wer die Nachtigall stört“ ist […] mehr…

  • Caitlin Moran - All About A Girl

    Johanna Morrigan hat die falsche Postleitzahl, das ist ihr größtes Problem. Sie lebt in einem Sozialbau in Wolverhampton, die 80er-Jahre sind gerade vorbei, bald wird sie 15. Vater ist ein Alkoholiker, der sich für einen verhinderten Rockstar hält, der Rest der Familie schlägt sich so durch. Johanna hat Glück, sie findet einen Ausweg. Eines Tages […] mehr…

  • Ralf Rothmann - Im Frühling sterben

    Der Bergmann Walter Urban bekam zur Pensionierung von seinem Sohn eine Kladde geschenkt, um seine Erlebnisse am Ende des Krieges aufzuschreiben, als er 17-jährig von seinem Job als Melker auf einem norddeutschen Gut von der Waffen-SS zwangsrekrutiert wurde. „Wozu denn noch?“, fragt der moribunde Rentner. „Hab ich’s dir nicht erzählt? Du bist der Schriftsteller.“ Und […] mehr…

  • Josh Weil - Das gläserne Meer

    Nach dem Tod ihres Vaters wachsen die unzertrennlichen Zwillingsbrüder Jarik und Dima auf dem Bauernhof ihres Onkels Awja auf. Am Tag springen sie durch die Felder und nachts verlieren sie sich in den Märchen des Onkels. Bis sie eines Nachts auf den Ozewa-See hinausfahren, um mit Eidottern und einem blutenden Gänseherz den Tschudo-Judo aus den […] mehr…

  • Meg Wolitzer - Die Stellung

    Wenn man 1966 in Indien als Paar das Kamasutra entdeckt, muss man in den Siebzigern keinen Sexratgeber mit expliziten Darstellungen seiner selbst schreiben. Wenn der aber zum Bestseller wird und die vier Kinder das schockierende Buch entdecken, kann dies sehr wohl den Beginn eines generationsübergreifenden Gesellschaftsromans markieren, weil man so wunderbar die Entwicklung der Geschwister […] mehr…

  • Philipp Tingler - Schöne Seelen

    Diptyque-Duftkerzen, Großbürger-Sarkasmus und Zauberberg-Atmosphäre bilden den Hintergrund von „Schöne Seelen“, einer fein ziselierten Geschichte um den spitzzüngigen Schriftsteller Oskar und seinen im Finanzsektor tätigen Kameraden Viktor. Letzterer will seine Ehe mit therapeutischer Hilfe retten, hat aber keine Lust, sein Leid bei einem Seelenzergliederer auszubreiten. „Es passt gar nicht. Es passt gar nicht zu mir. Die […] mehr…

  • Gregg Araki - Wie ein weißer Vogel im…

    Der queere Regisseur Gregg Araki erreicht mit seinem Coming-of-Age-Film (fast) den Mainstream mehr…

  • Mia Hansen Løve - Eden – Lost In Music

    Atmosphärisches Filmzeugnis über die französische Clubmusikszene mehr…

  • Yoon Hong-seung - The Target

    Asiatische Kopie des Actionthrillers „Point Blank“ - allerdings ohne Variation oder kreative Erweiterung mehr…

  • Albert Hammond Jr. veröffentlicht sein viertes Soloalbum „Momentary Masters“

    Willanders Wochentipp: Albert Hammond Jr. – Momentary Masters

    ROLLING-STONE-Redakteur Arne Willander über „Momentary Masters“, das neue Soloalbum von Strokes-Gitarrist Albert Hammond Jr. mehr…

  • Charles Haldeman - Der Sonnenwächter

    Ein vergessenes Meisterwerk erzählt vom Deutschland der Kriegs- und Nachkriegszeit mehr…

  • Gary Shteyngart - Kleiner Versager

    „Immer wieder habe ich mich in meinen Romanen einer bestimmten Wahrheit angenähert, nur um mich schnell wieder abzuwenden, mit dem Finger darauf zu zeigen, zu lachen und schleunigst in sichere Gefilde zurückzuhuschen“, bekennt Gary Shteyngart in seinen jetzt erscheinenden Lebenserinnerungen. Er räumt mit den autobiografischen Lasten auf, die er bereits in seiner Fiktion anklingen ließ. […] mehr…

  • Bov Bjerg - Auerhaus

    Es sind schon ein paar komische Stellen in diesem langen Prosablues über das Aufwachsen im Kaff, über die Melancholie, den Wahnsinn und die paar Jahre, in denen man wirklich lebt. Aber Bjerg, der Berliner Lesebühnen-Oldie, hält sich zurück und passt seinen Pointenausstoß souverän dem Stoff an. Frieder ist depressiv. Damit er nicht noch einmal Hand […] mehr…

  • Adelle Waldman - Das Liebesleben des Nathaniel P.

    Der Titel lügt nicht: Es geht in diesem Buch wirklich nur um die eher biederen Liebesverwicklungen eines gebildeten, leicht versnobten New Yorker Literatenparvenüs, der wohl so eine Art Musterbeispiel für sein Soziotop abgeben soll – was diesem Buch denn auch einige Aufmerksamkeit eingebracht hat. Waldman weiß sehr wohl um die Lächerlichkeit einer privilegierten Gruppe, die […] mehr…