Highlight: Arte-Mediathek: Das sind die besten Musik-Dokus und Konzerte

Traurige Lieder: 20 legendäre melancholische Songs

Scott Walker – „The Seventh Seal“

Scott in der selbst gewählten Gefangenschaft europäischer Hochkultur: „The Seventh Seal“ ist eine ingeniöse Interpretation des gleichnamigen Ingmar-Bergman-Films, apokalyptisch und bedrohlich, die Seuche epidemisch, Gott abwesend und der Ritter ohne Chance bei der Schachpartie mit dem Teufel. Eine Eigenkomposition, für Scott-Fans damals noch befremdlicher als seine Brel-Bearbeitungen. Kunst!

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Randy Newman – „I Think It’s Going To Rain Today“

Kulturpessimist könne nur werden, sagte Randy Newman einmal, wer wach durch die Welt geht: „Scarecrows dressed in the latest styles/With frozen smiles to chase love away/Human kindness is overflowing/And I think it’s going to rain today.“ Sorgt noch heute für Beklemmung und verlegene Stille in Konzerthallen. Ein luzideres und lakonischeres Lied wird man nicht finden. Nirgendwo.

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Element Of Crime – „Weißes Papier“

Heute schreibt Sven Regener sehr erfolgreich Romane, doch seine Begabung ist in der großen Form vergeudet. Der Bremer Bollerkopf ist Deutschlands bester Liedschreiber, seit er erstmals deutsche Texte verwendete, 1991 auf „Damals hinterm Mond“. Zwei Jahre später gelang ihm dieses perfekte Abschiedslied, eine Ode an die Vergänglichkeit und den Schmerz der Erinnerung: „Nicht mal das Meer darf ich wiedersehen/Wo der Wind deine Haare vermisst/Wo jede Welle ein Seufzer/Und jedes Sandkorn ein Blick von dir ist/Ich werde nie mehr so rein und so dumm sein wie weißes Papier.“ Die Musik von Element Of Crime ist den grandiosen Seelendramen der Tindersticks ebenbürtig.

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David Bowie – „Space Oddity“

„Ground control to Major Tom“, beginnt die Weltraum-Saga, „may God’s love be with you.“ Indes letzterer mal wieder durch Abwesenheit glänzt, was unseren Astronauten böse in die Bredouille bringt. Das Ende naht, der Ton wird defätistisch: „Here am I floating round my tin can/Far above the moon/Planet earth is blue/And there’s nothing I can do.“ Keine Odyssey, eine “Oddity“. Durchaus als Bowies skeptischer Beitrag zur Raumfahrt-Euphorie zu verstehen und fraglos inspiriert von Space-Egos „2000 Light Years From Home“ der Rolling Stones.

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Willie Nelson – „Blue Eyes Crying In The Rain“

Nelson hatte bereits Hits für Patsy Cline und andere geschrieben, doch für ihn selbst kam der Durchbruch erst mit diesem Cover eines alten, ursprünglich von Roy Acuff gesungenen Country-Standards. In Nelsons Jazz-Phrasierung wurde daraus das Herzstück seines Konzeptalbums „Red Headed Stranger“ über Liebe und Tod im Wilden Westen. Auch der Titelsong seines wohl besten Albums ist ein Cover.

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Diese Liste enthält Texte aus den von ROLLING STONE gewählten „500 besten Songs aller Zeiten“.

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Weitere Highlights



Arte TV: Dokus über Rammstein und David Bowie

Heute auf arte: „David Bowie – Die ersten fünf Jahre“ startet ab 22:25. Bowies Zeit begann nicht erst mit „Ziggy Stardust“, dem Song, der ihn 1972 mit den „Spiders from Mars“ berühmt machte, sondern fing schon früh mit Folk und Pop Experimenten an. Der Dokumentarfilm beleuchtet mit ehemaligen Weggefährten die Anfangsjahre des jungen David Robert Jones, über die bis heute wenig bekannt ist. https://www.instagram.com/p/B3M8mSVgrOC/ Um Mitternacht folgt „Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“, eine Würdigung der Musik-Ikone, die den letzten Auftritt von Bowies androgyn geschminkter Kunstfigur Ziggy Stardust zeigt. Der legendäre Konzertfilm von 1973 ist anlässlich dreißigjährigen Jubiläums 2003…
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