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„Room 237“ – 100 Dinge, die Sie über „Shining“ noch nicht wussten

Stanley Kubricks „Shining“ gilt vielen als einer der Höhepunkte des Horror-Kinos. Von Stephen King leidenschaftlich verachtet, wird der Film von Experten dafür bewundert, dass er geradezu mustergültig die Gesetze des Genres durchbuchstabiert und sie mit allerhand Regie-Einfällen, zum Teil kaum auf den ersten Blick ersichtlich, gegen den Strich bürstet. Nach „Nosferatu“ (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau eine weitere unvergessliche „Symphonie des Grauens“.

Jack Nicholsons diabolische Darstellung des im Overlook-Hotel wahnsinnig werdenden Jack Torrance ist längst ins kollektive Cineastengedächtnis gewandert. Genauso wie der bedrückende Soundtrack, der zum großen Teil vom Einsatz Neuer Klassik (Krzysztof Penderecki!) lebt. Nicht zu vergessen: die fulminant eingesetzte Steadycam, die Danny mit seinem Wägelchen durch das Hotel begleitet.

„Shining“: Festival für Hardcore-Interpreten

Gleichgültig ob „Shining“ nun als Meisterwerk gepriesen oder als Effekte haschender Kunst-Albtraum abgelehnt wird: Die Relevanz des Films wird allein schon durch die manische Rezeption der zahlreichen Anhänger des Streifens gesichert. In unzähligen Foren lassen sich im Netz Spuren finden, wie die Literaturadaption von Stephen Kings „The Shining“ in ihre Bestandteile zerlegt wird, um zu (scheinbar) endgültigen Wahrheiten über den Film zu gelangen.

Dabei wird Kubricks tour de force nicht selten fast zu Tode interpretiert. Solche Interpreten bestätigen und widerlegen gleichsam das Urteil Steven Spielbergs, dass Stanley Kubrick seinen Zuschauern „allumfassende Erfahrungen geschenkt“ habe, „die an Intensität gewinnen, und nicht verlieren, je öfter man sie anschaut.“

Ein Blick auf das Overlook Hotel in „Shining“
Ein Blick auf das Overlook Hotel in „Shining“

ARTE zeigt nun am Montag (03. Juli) in einer Film-Soirée zunächst „Shining“ und bringt im Anschluss die kluge und preisgekrönte Dokumentation „Room 237“ von Rodney Ascher. Die widmet sich fünf Hardcore-Fans, die Kubricks Kunstwerk zum Beispiel als allegorisches Mahnmahl für den Genozid an den Indianern deuten oder den Film schlicht dekonstruktivistisch als Meditation über das Wesen des Kinofilms interpretieren.

Alle Theorien eint, dass sie im Ansatz einen schillernden Anknüpfpunkt an die zahlreichen Symbole finden, die der Regisseur mit einigem Feingespür in die Bilder einfließen lassen hat. Zugleich verdeutlichen sie in der Verdichtung auf bestimmte Details, die letztlich den ganzen Film einer einzigen Prämisse unterordnen, wie wenig zielführend solche Interpretationen sein können.

Warner Bros.


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