„Woodstock“-Neuauflage wird zur Farce – Künstler wussten nichts von der Verlegung des Festivals

Ein Festival zum 50. Jubiläum von „Woodstock“ – eine schöne Idee, die nach und nach an der praktischen Ausführung zu zerbrechen droht. Von der kürzlich angekündigten Verlegung der Veranstaltung wussten die gebuchten Künstler nicht einmal etwas.

„Woodstock 50“ steht auf wackligen Beinen. Erst letzen Monat wurde gemutmaßt, das Festival werde gar nicht mehr stattfinden. Kürzlich kam dann die Nachricht, dass ein ganz neuer Veranstaltungsort angefragt wurde – ein schlecht erreichbares Gelände ohne Campingmöglichkeiten. Nun stellte sich außerdem heraus, dass die Organisatoren keineswegs in regem Kontakt mit den potentiellen Festival-Acts stehen und diese nicht einmal über ihre neuen Pläne informiert haben.

Mehr zum Thema
Das Line-Up von „Woodstock 50“ ist eine einzige Enttäuschung

Das erklärten nun Manager, Publizisten und Agenten der Bands, die eigentlich bei der Jubiläums-Aktion vom 14. bis 16. August 2019 spielen sollten, im Gespräch mit „Billboard“. Demnach haben die Organisatoren Michael Lang und Greg Peck die Künstler nicht mit aktuellen Updates zur grundsätzlichen Lage des Festivals versorgt, obwohl diese letzen Endes entscheiden müssen, ob sie bei einem Umzug der Veranstaltung trotzdem noch auftreten wollen.

Amazon

Die meisten Künstlerverträge wurden direkt über den Kapitalgeber „Dentsu“ geschlossen, der insgesamt 32 Millionen US-Dollar in Produktionskosten und Gagen investierte. Dieser stieg jedoch bereits Ende April aus. Den bereits gebuchten Künstlern teilte der Investor angeblich mit, eine Rückzahlung der Gagen sei nicht nötig.

Dass das Festival nach wie vor stattfindet, will „Dentsu“ jedoch auch nicht und versuchte mehrfach den Organisator Greg Peck dahingehend umzustimmen. Laut richterlichem Beschluss hätte die Agentur jedoch nicht die Möglichkeit, in jeglicher Form für den Abbruch des Festivals zu sorgen.

Enormes Potential für mögliches Desaster

Gleichermaßen hält der Gerichtsbeschluss den ehemaligen Investor davon ab, die Künstler dazu zu drängen, nicht auf der Veranstaltung zu spielen. Das bringt die Bands in eine schwierige Lage. Momentan sieht es trotz starker Komplikationen nämlich nicht danach aus, dass Michael Lang „Woodstock 50“ absagen wird. Genau so wenig möchte er sich aber aus der Planung zurückziehen – für alle Beteiligten stellt dies eine überaus komplizierte Sachlage dar.

Woodstock 1969
Woodstock 1969

Die Bands hätten eventuell noch das juristische Schlupfloch, weil in den originalen Verträgen der ursprüngliche Veranstaltungsort in Watkin’s Glen vermerkt ist. Dass Festivals manchmal noch kurzfristig den Ort wechseln,  ist gar nicht so ungewöhnlich. In den meisten Fällen haben auch die Acts damit kein Problem. Doch je mehr Zeit vergeht, desto nervöser werden alle Beteiligten.

Mehr zum Thema
Universal-Brand: Über 700 weitere Künstler haben Aufnahmen im Feuer verloren

Außerdem ist noch nicht geklärt, wer „Woodstock 50“ überhaupt produzieren wird. Die ursprüngliche Firma „Superfly“ war schon vor Monaten aus der Angelegenheit ausgestiegen. Jede Band wird individuell entscheiden müssen, ob sie nach wie vor Interesse an einer Teilnahme hat. Doch eine Quelle prophezeite „Billboard“ bereits: „Wenn es sich bis Montag nicht geregelt hat, werden einige Agenten darauf hinweisen, dass „Woodstock 50“ gegen die Verträge verstößt und die Künstler werden nach und nach aussteigen.“

Clayton Call Redferns
Abonniere unseren Newsletter
Verpasse keine Updates