Bulgarien gewinnt den ESC 2026: Alle lieben „Bangaranga“ von DARA
Jury und Zuschauer haben sich entschieden.
Bulgarien hat den ESC 2026 gewonnen. DARA setzte sich am Samstagabend (17.05.) in Wien mit ihrem Song „Bangaranga“ gegen die Konkurrenz aus 24 weiteren Final-Ländern durch. Für Bulgarien ist es ein historischer Triumph: Das Land, das in der Vergangenheit mehrfach knapp an der Spitze vorbeigeschrammt war, holt damit erstmals den Sieg beim Eurovision Song Contest.
Bulgarien überrascht mit ESC-Sieg 2026
Der Erfolg kam überraschend – zumindest, wenn man nach den Wettquoten vor dem Finale ging. Dort hatte Bulgarien zwar zum erweiterten Favoritenkreis gehört, lag mit rund drei Prozent Siegchance aber deutlich hinter Finnland, Australien, Griechenland und Israel. Als Topfavorit war das finnische Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen mit „Liekinheitin“ ins Rennen gegangen. Am Ende aber setzte sich DARA mit einer Performance durch, die offenbar sowohl Jurys als auch Publikum überzeugte.
Für Deutschland verlief der Abend dagegen enttäuschend. Am Ende landete Sarah Engels auf Platz 23 von 25 Ländern. Insgesamt erhielt sie für ihre Performance zwölf Punkte. Sarah Engels war mit „Fire“ bereits als Zweite aufgetreten – eine Startposition, die unter ESC-Fans als besonders schwierig gilt. Schon vor dem Finale hatten die Buchmacher Deutschland kaum Chancen auf einen vorderen Platz eingeräumt. Direkt nach Dänemark und vor Israel platziert, musste Engels früh im Abend überzeugen, während viele Favoriten erst deutlich später folgten.
Jubiläum beim Eurovision Song Contest
Das Finale des 70. Eurovision Song Contest stand in diesem Jahr unter besonderer Beobachtung. Schon im Vorfeld war der Wettbewerb von der Debatte um Israels Teilnahme überschattet worden. Fünf Länder – Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island – boykottierten den ESC aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen.
In Wien kam es vor der Finalshow zu Demonstrationen gegen die Teilnahme Israels. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Kreise der Einsatzkräfte beteiligten sich rund 2600 Menschen an den Protesten. Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf.
Finnland galt lange als Favorit
Musikalisch galt vor allem Finnland als großer Favorit des Abends. Das Duo Linda Lampenius und Pete Parkkonen war mit „Liekinheitin“ laut Wettquoten kurz vor dem Finale deutlich vorne gelegen. Dahinter wurden Australien mit Delta Goodrem und „Eclipse“, Griechenland mit Akylas und „Ferto“ sowie Israel mit Noam Bettan und „Michelle“ die besten Chancen eingeräumt. Deutschland zählte dagegen nicht zu den Favoriten.
Fans konnten ihre Stimmen bereits ab Showstart abgeben
25 Acts traten im Finale an, nachdem sich jeweils zehn Länder in den beiden Halbfinals qualifiziert hatten. Dazu kamen die gesetzten Big-4-Länder Deutschland, Italien, Frankreich und das Vereinigte Königreich sowie Gastgeber Österreich. Schon vor allen Auftritten konnte abgestimmt werden – ein Verfahren, das erneut Kritik auslöste, weil es politisch motiviertes Voting begünstigen könnte. Gerade in einem Jahr, in dem die Teilnahme Israels derart umstritten war, wirkte der frühe Voting-Start besonders angreifbar.
Für Deutschland war der Abend von Beginn an schwierig. Sarah Engels trat mit „Fire“ direkt nach dem dänischen Opener und vor Israel an. Startplatz zwei gilt historisch als undankbar, weil Beiträge dort häufig zwischen dem großen Eröffnungsknaller und späteren Favoriten untergehen.