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Tears For Fears 35 Jahre „The Hurting“



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1983 war nicht ausgemacht, was aus diesen britischen Synth-Bands würde: Visage – schon wieder von gestern. Heaven 17 – kommunistische Ästheten. A Flock Of Seagulls – ein Witz mit Frisuren. The Human League – schwülstiger Pop. Yazoo – anämisches Geplucker mit Soul-Gesang. Depeche Mode – Melancholie mit Schmiss. Ultravox – larmoyante Tränensäcke.

Die beiden verschlafenen Spätromantiker, die sich Tears For Fears nannten, traten mit den süchtigmachenden Singles „Pale Shelter“ und „Mad World“ auf den Plan. Ihre Computer träumten, die Module glühten. Erst am Ende der Dekade, als „The Seeds Of Love“ erschien, gaben sie sich als Hippies zu erkennen.

Schon „The Hurting“ hatte die ganz großen Melodien und Gefühle. Tears For Fears waren brillant, sie setzten Effekte, aber auch Saxofon-und Gitarrensoli ein, ihre Songs waren Disco und Oper zugleich -und man konnte sie zu Hause hören. Oder im Hammersmith Odeon, wie die DVD jetzt zeigt. Im größten Karton diesseits von Mike Oldfield finden wir die B-Seiten und Raritäten, alle Radio-Sessions und die Konzert-DVD.

Einst war „The Hurting“ nur eine Schallplatte! Unter den Extras ist allerdings mancher Maxi-Single-Müll und einiger Pomp, zu dem Roland Orzabal schon damals neigte. Schon das nächste Album, „Songs From The Big Chair“, brachte mit „Shout“ den Weltruhm, überdehnte aber auch die Grenzen des Duos. „The Hurting“ hat noch das unwiderstehlich Unspekulative des naiven Anfangs.


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