„Caren Miosga“-Talk mit Collien Fernandes war ein Quoten-Downer

Nach dem „Polizeiruf“ schalteten überraschend Millionen weg, obwohl Collien Fernandes bei „Caren Miosga“ zu Gast war.

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Seit Tagen ist Collien Fernandes in den Schlagzeilen, nachdem sie ihren Ex-Ehemann in einem Aufsehen erregenden „Spiegel“-Artikel vorwarf, sie „digital vergewaltigt“ zu haben. Der Enthüllung schlossen sich öffentliche Proteste für Gesetzesverbesserungen gegen digitale sexuelle Gewalt an.

Genau dieses Thema stand nun auch im Mittelpunkt einer aktuellen Ausgabe von „Caren Miosga“, der Sonntagstalkshow der ARD. Als Gast dabei: Collien Fernandes. Als Gast aus redaktionellen Gründen nicht zugelassen: Ulmen-Anwalt Christian Schertz.

Aufmerksamkeit war also garantiert, aber dennoch zeigte sich das Publikum überraschend wenig interessiert an der Gesprächsrunde. Mit 2,21 Millionen Zuschauern erzielte Miosga mit der Sendung „Digitale Gewalt – wie können Frauen besser geschützt werden?“ die niedrigste Reichweite des laufenden Jahres.

Kaum Interesse bei jungen Zuschauern

Wie „DWDL“ berichtet, lag der Marktanteil beim Gesamtpublikum bei nur 10,8 Prozent. Der zuvor gesendete „Polizeiruf 110“ hatte noch 20 Prozent mehr, war also eigentlich ein idealer Übergang. Interessanterweise zeigte sich auch das jüngere Publikum eher weniger beeindruckt vom Thema. Bei den 14- bis 49-Jährigen waren 330.000 Zuschauer dabei – Marktanteil: 7,6 Prozent.

Die Kritikernachlese zu „Caren Miosga“ fiel derweil durchaus gemischt aus. Der „Spiegel“ spricht von einer gelungenen Vertiefung des Themas, die über den Fall Fernandes/Ulmen hinaus ging, die „Süddeutsche Zeitung“ betont, dass es eine bermerkenswerte Talkrunde war, die deutlich machte, wie zerfasert die gesellschaftliche Debatte rund um die Folgen sexueller Gewalt inzwischen geworden ist.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.