Bob Dylan eröffnet Tour 2026 mit holprigem Akustik-Set

Das Konzert in Omaha brachte zwar das Live-Debüt von Eddie Cochrans Klassiker „Nervous Breakdown“ (1958), aber auch einige technische Probleme.

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Bob Dylan hat die neuste Etappe seiner „Rough and Rowdy Ways“-Tour am Samstagabend (21. März) im Orpheum Theater in Omaha, Nebraska, eingeläutet. Er nahm dabei einige grundlegende Änderungen vor: Statt der üblichen neun spielte er nur sechs Songs vom Album „Rough and Rowdy Ways“, tauschte seinen Flügel gegen ein kleines Keyboard in der Bühnenmitte und stellte das Arrangement um – die Gitarristen Bob Britt und Doug Lancio spielten akustisch statt elektrisch. Eine E-Gitarre stand die ganze Nacht auf Dylans Verstärker, er rührte sie jedoch keinen Moment an.

Der Abend begann in gewohnter „Rough and Rowdy Ways“-Manier mit „I’ll Be Your Baby Tonight“, schlug dann aber sofort eine andere Richtung ein: Dylan zog „The Man in the Long Black Coat“ aus dem Album „Oh Mercy“ aus dem Hut – zum ersten Mal seit 2013. Songs wie „Don’t Think Twice, It’s All Right“ und Bo Diddleys „I Can Tell“ – den er in den letzten Jahren nur bei Outlaw-Festival-Shows gespielt hatte – tauchten ebenfalls im Set auf. Die größte Überraschung folgte gegen Ende, als er Eddie Cochrans Klassiker „Nervous Breakdown“ von 1958 zum allerersten Mal auf einer Bühne spielte. Handys waren bei der Show verboten, und kein Video ist aufgetaucht, doch Fans gelang es, saubere Audioaufnahmen zu machen.

Dylans letzter Auftritt in Amerika war beim Abschluss der Outlaw-Festival-Tour im September 2025. Es waren selbst für Dylan-Verhältnisse höchst merkwürdige Shows: Er trug eine eng über den Kopf gezogene Kapuze, stellte einen Notenständer und helle Lampen neben sein Klavier und machte es dem Publikum damit nahezu unmöglich, sein Gesicht zu sehen.

Er erklärte dieses Verhalten nie, doch es hängt mit ziemlicher Sicherheit damit zusammen, dass Fans ihn im Laufe des Sommers ständig filmten und fotografierten. Bei seinen Headline-Shows in Theatern kann er die Fans dazu zwingen, ihre Handys am Eingang in Beuteln zu verstauen – bei den großen Open-Air-Amphitheatern der Outlaw-Tour war das schlicht nicht möglich.

Holprige Premiere in Omaha

Die Fans in Omaha hatten am Samstagabend die ganze Nacht über freie Sicht auf ihn. Dennoch gab es einige Stolperstellen. „[Es war] das holprigste Konzert der Rough-and-Rowdy-Ways-Tour“, heißt es in einem Bericht von Matt Simonsen in Ray Padgetts Newsletter „Flagging Down the Double E’s“. „Wir sollten alle ein Gebet für den Roadie sprechen, der heute Abend Bobs Mikrofon aufgestellt hat, denn Bob saß zu weit davon entfernt, wirkte gequält, wenn er sich hineinneigte, und hob es ungefähr zehnmal auf und warf es wieder hin (jedes Mal mit einem lauteren Knall als beim vorigen Mal).

Das lauteste Instrument des Abends war tatsächlich der Mikrofonständer, als er auf den Bühnenboden knallte! Bobs Stimme klingt auf den Aufnahmen vielleicht schwach, aber wenn er sich mit dem Mikrofon wohlfühlte, klang er wirklich gut. In anderen Momenten war er kaum zu hören, weil der Abstand zwischen ihm und dem Mikro einfach zu groß war.“

Dylans Frühjahrstour geht am Sonntagabend in der Mary W. Sommervold Hall in Sioux Falls, South Dakota, weiter und endet am 1. Mai im Abilene Auditorium in Abilene, Texas. Weitere US-Shows sind für diesen Sommer geplant, doch bislang hat er nur die Termine am 6. und 7. Juni im Chateau Ste. Michelle Winery in Woodinville, Washington, sowie den 2. Juli im WinStar World Casino and Resort in Thackerville, Oklahoma, angekündigt.

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil