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Zum Kinostart von „Detroit“: Exklusive Videopremiere des Film-Songs „Grow“

In ihrer Rezension zum am Donnerstag (23. November) startenden Film „Detroit“ von Kathryn Bigelow schreibt ROLLING-STONE-Autor Kevin Neuroth:

Kathryn Bigelows auf realen Ereignissen beruhender Film „Detroit“ spielt im Juli 1967. Fünf Tage lang kommt es in der Industriestadt im Mittleren Westen der USA zu schweren Krawallen, nachdem die Polizei einen ohne Schankerlaubnis betriebenen Nachtclub gestürmt, die ausschließlich afroamerikanischen Besucher brutal auf die Straße gezerrt und allesamt verhaftet hat. Bald bildet sich draußen eine riesige Menschenmenge, um gegen die rassistische Willkür zu protestieren, es fliegen Steine, Fensterscheiben zerbrechen. Als Zuschauer wird man in das unübersichtliche Inferno hineingeworfen. Mit wackeliger Handkamera und einer aus Sirenen und Gebrüll bestehenden Geräuschkulisse erzeugt Bigelow hier eine immersive Atmosphäre, in der es keine Distanz zum Geschehen gibt.

Wie schon bei ihren letzten beiden Filmen, „The Hurt Locker“ und „­Zero Dark Thirty“, stammt das Drehbuch zu „Detroit“ von Mark Boal, dem es erneut gelingt, dokumentarisches Rohmaterial in eine zwingende Spielfilmform zwischen Thriller und Drama zu übersetzen. Im Zentrum von „Detroit“ steht eine klaustrophobische Sequenz, die im innerstädtischen Algiers Motel spielt. Nachdem ein Auftritt der Soul­gruppe The Dramatics wegen der Unruhen abgesagt wurde, sucht deren Sänger, ­Larry Reed (Algee Smith), hier mit seinem Freund Fred (Jacob Latimore) über Nacht Zuflucht. Doch kurz dar­auf stürmt die Polizei, angeführt von dem aggressiven Krauss (Will Poulter), das Gebäude. Bigelow inszeniert die Geschehnisse im Algiers Motel mit nervenzerfetzender Drastik und stellt die Zuschauer so implizit vor die Frage, was unerträglicher sei: diese Bilder anzusehen – oder vor der rassistischen Gewalt die Augen zu verschließen. Seine einschneidende Wirkung bezieht der Film jedoch vor allem durch die feinfühlige Figuren­zeichnung und ein vielfältiges Ensemble, das den Ereignissen eine gesamtgesellschaftliche Dimension gibt.

„Detroit“ ist ein wütender und zugleich humanistischer Film, der die individuellen Verwüstungen zeigt, die struktureller Rassismus anrichtet.

Die amerikanische Soulband „The Dramatics“ wurde damals unverhofft in die schrecklichen Geschehnisse in Detroit verwickelt. Algee Smith spielt im Film den Lead-Sänger Larry Reed – und beide singen nun – 50 Jahre nach den Ereignissen – gemeinsam den Titeltrack des Films „Grow“. Ein emotionales, wuchtiges Musikstück, das ROLLING STONE exklusiv präsentiert.


The Cranberries: Details zum Tode Dolores O'Riordans

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert. Update: 13. Oktober 2018 Dolores O'Riordan starb durch einen Unfall – Suizid wird von der Gerichstmedizin ausgeschlossen. Das steht im Totenschein, in dessen Besitz „TMZ“ nun gelangt sein will. Demnach sei die Cranberries-Sängerin in Folge einer Alkoholvergiftung in ihrer Hotelbadewanne ertrunken. Update: 06. September 2018 Die Todesursache steht fest: Dolores O' Riordan starb durch Ertrinken in ihrer Badewanne. Blutergebnisse dokumentieren einen hohen Alkoholpegel, „viermal so hoch wie erlaubt“, was immer das heißen soll. Laut Polizeibericht hätte man vier leere Alkoholflaschen in ihrem Hotelzimmer gefunden. Die Blutwerte wiesen auch Medikamente nach, aber „therapeutische“, also ärztlich verschriebene…
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